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Kotebel

Cosmology

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: instrumental; RetroProg
Label: Musea
Durchschnittswertung: 12.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Carlos Franko Vivas Drums,percussion
Cesar Garcia Forero electric and acoustic guitar
Jaime Pascual Summers Bass
Adriana Plaza Engelke Piano,keyboards
Carlos Plaza Vegas keyboards

Gastmusiker

Omar Acosta Flute

Tracklist

Disc 1
1. Post Ignem 8.26
2. Cosmology Suite-Geocentric Universe 7.36
3. Cosmology Suite-Mechanical Universe 7.54
4. Cosmology Suite-Entangled Universe 8.47
5. Cosmology Suite-Oneness 8.19
6. Mishima's Dream 5.28
7. A Bao a Qu 4.31
8. Dante's Paradise Canto XXVIII 7.23
9. Paradise Lost/Paraiso Perdido 3.04
Gesamtlaufzeit61:28


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 2)


Das Motto „beyond Rock“ springt einem als erstes ins Auge, sobald man die Webseite der Spanier von Kotebel aufgerufen hat. Damit ist offenbar die durch Elemente der Klassik und des Jazz angereicherte Kotebel-Variante des Retroprog gemeint, die seit einigen Jahren selbst den Retroprog-Skeptikern positive Meinungen entlockt.

Die zentrale Komposition von „Cosmology“ ist die vierteilige „Cosmology Suite“, die sich an musikalischer Umsetzung der vier Konzepte des Universums versucht. So wird der ohnehin schon gebildete Prog-Freund daran erinnert, dass es die Vorstellungskraft der Menschen möglich machte, mindestens vier einander widersprechende Konzepte des Universums zu erdenken.

So scheint das eröffnende Thema von „The Geocentric Universe“ bei der Alten Musik anzuknüpfen, bis sich daraus ein lebhaftes Retroprog-Stück entwickelt. Die exponierte Querflöte sowie Keith Emerson- und Canterbury-Referenzen halte ich hier für die herausragendsten Merkmale.

Das dem Universum als komplexer Maschine gewidmete „The Mechanical Universe“ wurde dementsprechend mechanisch konzipiert. Die Zahnräder dieser Maschine sind die Beiträge der Musikinstrumente, die inenandergreifen und so ein komplexes Geflecht ergeben. Damit es auch jeder merkt, hat man streckenweise noch einige mechanische Geräusche mit eingeflochten.

„Entangled Universe“ („entangled“ steht hier für die allgegenwärtigen Verbindungen innerhalb eines Universums) bedient sich – wieso auch immer – verstärkt der jazzigen und lateinamerikanischen Akzente. Dafür fällt das der Theorie der Einheit aller Dinge gewidmete „Oneness“ fast schon wie eine passable Huldigung an Keith Emerson aus.

„Dante's Paradise Canto XXVIII“ könnte schon einigen von der Colossus-Zusammenstellung „Dante’s Paradiso“ bekannt sein.

Ungeachtet dessen, was für außermusikalisches Thema dem jeweiligen Kotebel-Instrumental gerade zugrundeliegt, geboten wird eigentlich immer die gleiche, womöglich leicht kühl und düster wirkende Art des Retroprog, bei der die Musikerkollegen wie Anglagard, Keith Emerson, King Crimson, Genesis, Camel sowie die Genres des Jazz und der klassischen Musik höchstwahrscheinlich als prägende Inspirationen dienten. Über alledem scheint immer wieder der intellektuelle Geist des Avant-Prog zu schweben.

Weil die von Kotebel gebotene Ausführung des Retroprog in ihrer eklektischen Art sehr viele Feinheiten zulässt und ebenso viele Optionen möglich macht, zähle ich Alben wie „Cosmology“ zum Besten, was man derzeit unter der Bezeichnung Retroprog bekommen kann.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.8.2017
Letzte Änderung: 1.8.2017
Wertung: 12/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 2 von 2)


Sollte irgendwer noch an den Fähigkeiten Kotebels gezweifelt haben, so dürften sie diese Zweifel spätestens 2012 mit ihrem Geniestreich "Concerto for Piano and Electric Ensemble" ausgeräumt haben. Nach einer meiner berüchtigt länglichem Rezis endete ich mit den Worten: ""Concerto for Piano and Electric Ensemble" ist einer meiner Anwärter auf den Titel "Album des Jahres"."

Und Kotebel halten das Niveau, auch auf diesem Album. Die ELP-Einflüsse sind erneut unüberhörbar - unüberhörbar aber auch die Eigenständigkeit, mit der die Spanier zu Werke gehen. Die sind gut genug, als dass sie sich an den Rockzipfel irgendwelcher Vorbilder hängen müssten, vielmehr gehen sie frei und kreativ mit ihren Einflüssen um.

Aber natürlich gehören dazu die altbekannten Prog- und ELP-Features: wilde Krummtaktostinati, unisono auf Klavier und Bass gespielt, lyrische Flötensoli, Keyboardstreicher, dissonant-jazzige Stakkato-Akkorde, spärlicher, pointierter Einsatz der E-Gitarre.

Aber die Klassik steht hinter dem kaum zurück: Einflüsse aus der Spätromantik und der Kammermusik des frühen 20. Jahrhunderts prägen diese Musik fast ebenso stark. Und Siggy hat die Einflüsse der Alten Musik bei "The Geocentric Universe" ja bereits erwähnt.

Schön dann wie der Jazz (v. a. Bebop), und sogar lateinamerikanische Einflüsse "Entangled Universe" prägen. Darf man hier an Santana erinnert sein? Na, vermutlich nicht. Ein bisschen vielleicht.

Damit hätten wir sie schon alle zusammen: die großen Einflüsse, die der klassische Progressive Rock der Siebziger auf so einzigartige Weise zu einer neuartigen Rockmusik zusammenführte und verschmolz. "Cosmology" ist, wie einst der klassische Prog, eklektisch, postmodern und mutig. Kotebel stehen mit diesem Album zentral in einer großen Traditionslinie.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: ELP, Änglagard
Veröffentlicht am: 16.11.2017
Letzte Änderung: 16.11.2017
Wertung: 13/15
Retroprog vom Allerfeinsten

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Kotebel

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2001 Mysticae Visiones 9.00 1
2003 Fragments of Light 9.00 1
2006 Omphalos 11.67 3
2009 Ouroboros 12.00 1
2012 Concerto for Piano and Electric Ensemble 12.33 3
2014 Live at Prog-Résiste 2013 11.00 1

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