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The Orvalians

The Great Filter

(Tipp des Monats 9/2017)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: ArtPop; RetroProg; RIO / Avant; Zeuhl
Label: Azafran Media
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Ludal Le Chacal Keyboards, Vocals
Captain Flapattak Drums, Vocals
Thybo Guitar, Vocals
Fabien de Kerbalek Bass, Vocals

Tracklist

Disc 1
1. Mother of your fears 7:48
2. Elephants are charging 4:18
3. If 8:44
4. The dirty song 7:23
5. Whoze 9:12
6. Zugunruhe 2:37
7. Quiet tree 12:33
8. Wrong way 11:02
Gesamtlaufzeit63:37


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


The Orvalians sind eine Art Ableger der Zheul-Formation Rhùn aus Caen. Irgendwann im Jahre 2014 starteten Captain Flapattak, Thybo und Fabien de Kerbalek (oder Kerbalech bzw. Kerbaleck - mit k taucht er in den Besetzungsangaben der CD auf, mit ch auf der Bandwebseite, während bei Facebook ein ck zu finden ist) von Rhùn das Projekt, ergänzt um den Keyboarder und Sänger Ludal Le Chacal. Im Sommer 2017 legt das Quartett nun mit "The Great Filter" sein von Udi Koomran gemischtes Debütalbum beim Mexikanischen Label Azafran Media vor, die die CD sehr stilvoll in einem eleganten Hochglanz-Mini-LP-Klappcover liefern.

Was gibt es hier zu hören? Zeuhl? Ja, mehr oder weniger. Die Scheibe geht eigentlich wenig überraschend, wenn auch sehr druckvoll los. "Mother of your Fears" bietet erst einmal fetten, vom pumpenden Bass bestimmten Zeuhl, bis dann der vielschichtige Gesang einsetzt, der fast ein wenig an Gentle Giant gemahnt. Auch sonst wird viel Gesungen auf "The Great Filter", allerdings nicht hymnisch-zeuhlig, sondern eher avantproggig-schräg, aber nicht selten auch recht melodisch, fast pop-lastig, oder AOR-artig, durchweg in Englisch übrigens, mal dezent schmachtend, mal expressiver deklamierend. Beim ersten Hören ist das etwas verwirrend, würde man solchen Gesang nicht unbedingt mit Französischem Zeuhl in Verbindung bringen. Aber, nach einigen Durchläufen hat man sich daran gewöhnt, und das Ganze macht Sinn. Oder, es verleiht einem eigentlich klar definierten Genre einen ganz neuen Charakter.

Auch wenn man bei einigen Stücken denken könnte, man lauscht irgendeiner seltsamen Artpop-Produktion (in "The Dirty Song" z.B. - der aber auch immer wieder ziemlich sperrig ausbricht -, oder in "Quiet Tree" über weite Strecken), herrschen doch schräge Klänge eindeutig vor, gibt es auf "The Great Filter" genügend derbes Lärmen, zeuhliges Rocken, elektronisches Wabern und Fiepen, freiformatiges Wüten, kerniges Retroproggen, jazziges Frickeln und exzessives Avantwuseln, um auch anspruchsvolle Schräghörer zufrieden zu stellen. Expressives Gitarrenjaulen, sonores Bassknurren, wuchtige Schlagzeugarbeit, perlende E-Pianolinien und allerlei Tastenfüllwerk, flirrendes Elektronikzischen und voluminöses Synthesizerhallen bestimmen meist das Klangbild.

Vergleiche könnte man vielleicht zu den Amerikanern von Yeti ziehen (oder dem Nachfolgeprojekt The Great Tyrant), wobei die Orvalians ein gutes Stücke abwechslungsreicher unterwegs und deutlich besser gelaunt sind. Vielleicht wär etwas Ähnliches wie "The Great Filter" entstanden, wenn The Mars Volta einen auf Zeuhl gemacht hätten?

Wie auch immer. Wer seinen Zeuhl einmal etwas anders serviert bekommen möchte, der sollte sich "The Great Filter" dringend zulegen. Klasse!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 13.8.2017
Letzte Änderung: 1.9.2017
Wertung: 12/15

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