SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
19.11.2017
French TV - Ambassadors of Good Health and Clean Living
Cluster - Cluster & Farnbauer Live in Vienna
18.11.2017
Babils - The Joint Between
Reinhard Lakomy & Rainer Oleak - Zeiten
Deluge Grander - Oceanarium
Virgil & Steve Howe - Nexus
Sons of Apollo - Psychotic Symphony
Yurt - III - Molluskkepokk
17.11.2017
The Gerald Peter Project - Incremental Changes, Pt. 1
Tohpati Ethnomission - Mata Hati
Dialeto - Bartók in Rock
The Gerald Peter Project - Incremental Changes, Pt. 1
Necronomicon - Verwundete Stadt
Millenium - 44 Minutes
16.11.2017
Smalltape - The Ocean
Dworniak Bone Lapsa - Fingers Pointing At The Moon
Kotebel - Cosmology
Focus - The Focus Family Album
ARCHIV
STATISTIK
24091 Rezensionen zu 16463 Alben von 6400 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Sky Architect

Nomad

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: Independent / Alternative; Jazzrock / Fusion; New Artrock; RetroProg
Label: Bad Elephant Music
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Tom Luchies vocals, guitars
Wabe Wieringa guitars, producing & mixing
Rik van Honk keyboards, trumpet, flugelhorn, backing vocals
Guus van Mierlo bass
Christiaan Bruin drums, percussion, backing vocals

Tracklist

Disc 1
1. Wasteland 8:04
2. Endless Roads 11:21
3. Nomad 6:50
4. Dune 6:26
5. Sandwalker 9:30
6. Race To The Sun 5:29
7. Into Singularity 11:42
Gesamtlaufzeit59:22


Rezensionen


Von: Nik Brückner @


Vollkommen schockiert (und dann auch wieder nicht) von einem Auftritt Steven Wilsons im ZDF-Morgenmagazin (der ihm für immer den Stempel "Morgenmagazinprog" einbringen wird) und dem daraufen Wiederhören seines neuen Albums (das ich spätestens beim Stück "Permanating" weglegen muss), wende ich mich an die niederländische Band Sky Architect, hilfesuchend.

Und es geht auch anders: Auch Sky Architect wollten diesmal weniger kompliziertes, songorientiertes Material schreiben. Ist, im Gegensatz zu Wilson, voll danebengegangen: Je länger die Bandmitglieder zusammen waren, umso komplexer wurde die Musik. Wie schön! So bekommen wir, ausgehend von der gleichen Ursprungsidee, ein vollkommen anderes Album, ein Progalbum nämlich, ein starkes dazu, und eins, das mir genau die Hilfe bot, die ich nach dem Schock heute morgen brauchte.

Jazzrock sei das, liest man. Witzig, Leute wie Wilson oder CBP haben den Focus mittlerweile derart verschoben, dass "Nomad" in englischen Publikationen doch tatsächlich zum Jazzrock gerechnet wird. Vor ein paar Jahren noch war das einfach Progressive Rock. Einfach Progressive Rock. Heute ist dröger Atmopop Prog, so jedenfalls die gutgelaunten MoMa- - ähem - Journalisten, und damit muss normaler Progressive Rock natürlich automatisch in die nächstschrägere Kategorie rücken. Mach Platz, Hopp hopp, für den MoMaProg!

Um fair zu sein hier: Sky Architect hatten immer einen Schuss Jazz in ihrer Musik, 9er-und 11-er-Akkorde, sowas in der Richtung (nope, Jazz ist nicht, wenn's mit Sax ist), aber es bestand nie ein Zweifel daran, dass das eine moderne Progressive-Rock-Band ist. Auf dem Vorgänger "A Billion Years of Solitude" integrierten Sky Architect Space Rock, "Animals"-Pink Floyd, King Crimson, klassischen Kontrapunkt, straighten Acid-Rock, pathetischen Progressive Rock, technisch virtuose Polyrhythmik und Alternative/New Artrock zu einem nicht mehr entmisschbaren und genau darum überzeugenden Stilmix. Und damit war "A Billion Years of Solitude" Sky Architects bis dato bestes Album.

Und "Nomad" schließt nahtlos daran an: "Wasteland" eröffnet das Album stark, mit wilden Hardrockriffs, dennoch polyrhythmisch, und wer genau hinhört, kann bald eine Tonfolge entdecken, mit der die Band am Ende des Stücks ein kleines metrisches Labyrinth aufbaut: Eine 5/8-Figur, die von Christiaan Bruin spielerisch in immer neue metrische Kontexte gesetzt wird - mit so viel Spaß an der Freude habe ich das bisher nur von Mike Portnoys Dream Theater gehört. Es gibt später nochmal so eine Stelle, in "Sandwalker" glaube ich, ein großartiges Stück, in dem Sky Architect ebenfalls ihre instrumentale Meisterschaft ausfalten.

Damit ist klar: "Nomad" ist kein Album, dessen Urheber mit ihren technischen Fähigkeiten aus falsch verstandener Bescheidenheit hinterm Berg halten. Diese Jungs haben ordentlich was drauf, und das lassen sie uns auch hören. Aber sie lassen es eben ihrer Musik angedeihen, und darauf kommt es an. Anders als bei dem kalten technischen Gemuskel mancher Tech-Prog-Band geht es hier immer um den Song - so gesehen ist ihre Ausgangsidee, songdienliches Material zu schreiben, eigentlich gar nicht gescheitert: Jedes Stück ergibt für sich Sinn, ist stimmig, die Riffs sind eingängig, die Gesangsmelodien - meist - auch: Ein Album also, das man richtig hören kann, und nicht nur bestaunen.

So hörbar, dass es sich für's Morgenmagazin eignen würde, ist es allerdings auch wieder nicht.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 18.8.2017
Letzte Änderung: 18.8.2017
Wertung: 12/15
Das wohltuende Gegenteil von MoMaProg.

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Sky Architect

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2010 Excavation of The Mind 10.00 2
2011 A Dying Man's Hymn 7.50 2
2013 A Billion Years of Solitude 12.00 1

Zum Seitenanfang

© 1999-2017; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum