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Karakorum

Karakorum

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016 (Demo, Name-Your-Price-Download, CD erhältlich)
Besonderheiten/Stil: HardRock; Jazzrock / Fusion; Krautrock; RetroProg; Spacerock
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 8/15 (1 Rezension)

Besetzung

Max Schörghuber Gitarre, Gesang, Percussion
Bernhard Huber Gitarre, Gesang, Percussion
Axel Hackner Keyboard, Synthesizer, Gesang
Jonas Kollenda Bass, Kontrabass, Gesang
Bastian Schuhbeck Schlagzeug, Percussion, Steelguitar, Schlaginstrumente, Gesang, Gesang

Tracklist

Disc 1
1. Phrygian Youth 7:28
2. Beteigeuze

1. Pt. I 15:41
2. Pt. II 9:05
3. Pt. III 17:11

3. Fairytales 14:26
Gesamtlaufzeit63:51


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Mit dem Karakorum hat sich die gleichnamige Band aus dem bayerischen Mühldorf einen ziemlich mächtigen Namenspaten erwählt, wenn auch das Quintett vom Inn sich über die genauen Hintergründe der Namensgebung ausschweigt. Was musikalisch vom im letzten Jahr veröffentlichten selbstbetitelten Demoalbum zu erwarten ist, drückt die Band hingegen recht selbstbewusst aus: Von "finest German underground Prog-Sound" ist dort (i.e. auf Bandcamp) die Rede, stilistisch beruft man sich dabei auf den "Kraut-Sound of the early 1970s", den man "directly in the present" zu beamen gedenke, um so "the listener on an intergalactic journey" mitzunehmen. Per Cover stellt man schon mal ein paar Raumschiffe bereit (die allerdings optisch an "Raumpatrouille" aus dem Vorgänger-Jahrzehnt erinnern), ergo steigen wir mal ein.

Nun, im Großen und Ganzen treffen Karakorum zumindest mit der Stilbeschreibung ziemlich ins Schwarze. "Phrygian Youth" eröffnet mit melodischen Gitarren- und Keyboardläufen über einem 7/8-Orgelriff, bietet später noch treibenden Orgelrock à la Uriah Heep ("Gypsy") samt passendem, an John Lawton erinnernden Gesang, die altbekannte Pink-Floyd-Gitarre, jazzige Abschnitte mit E-Piano und kompositorisch eine ganz nette Reise durch verschiedene wiederkehrende Parts. Hier fallen einschlägige (deutsche) Bands wie Eloy, Frumpy oder Birth Control ein, aber das ist noch nicht alles. In den drei "Beteigeuze"-Teilen gibt es beispielsweise noch ein Cembalo-In- und -Outro, Walzertakte, burleske Marschtrommeln, sich gelegentlich verschärfende Jazz-Tendenzen, Stereospielereien mit beiden Gitarren, sogar mal ("Pt. III") auf die Keith-Emerson-Tour technoide Keyboardeinsätze, ein avantgardistisches Stimmengewirr und ein paar Anklänge an Deep Purples "Child In Time". Mit dem abschließenden "Fairytales" holt man dann schließlich auch noch ebenso zeittypische Orientalismen ins Boot, ehe man aufs Neue floyd'sch dahinjamt.

Ihren Retrosound hat die Band somit also unter Kontrolle und lotet damit bereits fast alle Möglichkeiten des Instrumentariums aus. Zu den Kompositionen lässt sich dieses Urteil hingegen nur eingeschränkt fällen. "Phrygian Youth" ist wie erwähnt relativ schlüssig, alle weiteren Stücke haben dagegen stärkere und schwächere Momente. Im ersten "Beteigeuze"-Teil beginnt man spannend, indem man ruhige, harmonische und spacig-verträumte Passagen mit härteren Breaks durchsetzt. In den anschließenden Jam-Instrumentalparts wird der rote Faden aber schlichtweg abgeschnitten, wenn auch einzelne markante Riff-Passagen immer wieder mal auftauchen. "Pt. II" präzisiert diesen Missstand weiter: Obwohl die Band instrumental launig und gefällig agiert, laufen entsprechende Passagen immer wieder mal ins Leere, denn dramaturgische Höhepunkte steuern Karakorum kaum an - auf diese Weise zieht man die Songs in die Länge, statt sie zu bereichern, und dünnt jegliche Spannung bis zum Ende weitestgehend aus.

Auch die letzten beiden Stücke auf "Karakorum" sind auf diese Weise durchwachsen. "Beteigeuze Pt. III" fängt mit Hardprog und ein paar "Heart Of The Sunrise"-Momenten verheißungsvoll an, und zwischen Wishbone-Ash-artige ruhigere Passagen schiebt man diesen Block immer wieder ein. Das anschließende, um ca. 6:00 beginnende und oben bereits erwähnte Stimmengewirr unterbricht aber auch hier wieder die musikalische Kühlkette, ehe ein kräftiger 9/8-Part wieder für Stimmung sorgt - bis um 10:00 herum leider wieder gejamt wird. Immerhin bekommt man den Schluss (mit den angesprochenen "Child In Time"-Referenzen) als ruhige Nachbearbeitung mit Hinwendung zu hymnischeren Motiven wieder einigermaßen hin. "Fairytales" schließlich wirft die orientalischen Stimmungen nach gut fünf Minuten einfach über Bord und klingt mit den (oben ebenfalls aufgeführten) Floyd-Spielereien nur noch lau, und die Reprise des Intros in den letzten anderthalb Minuten wirkt ebenso wie der neuerliche Anflug von Härte nach gut zehn Minuten gezwungen.

Vielleicht sollte ich es folgendermaßen auf den Punkt bringen: Karakorums Stärken liegen im spielerischen Können und dem geschmackvoll abgerundeten Retrosound. Die Songs können allerdings noch eine gute Portion Zusammenhalt vertragen, insbesondere was die Motivation, Einbettung und Ausgestaltung von Instrumentalpassagen angeht. Nur allzuoft wirkt es, als würden Karakorum dort im luftleeren Raum und ohne Bindung zu den sie umgebenden Songpassagen musizieren - was angesichts der zweifelsohne vorhandenen Vitalität an den Instrumenten befremdlich wirkt. Das scheinen wohl die Risiken dieser intergalactic journey zu sein... und ob die Band hier Abhilfe geschaffen hat, wird sich sehr bald feststellen lassen, denn die drei "Beteigeuze"-Teile wurden unlängst in erweiterter Form von Tonzonen Records als LP veröffentlicht.

Anspieltipp(s): Phrygian Youth, Beteigeuze Pt. III
Vergleichbar mit: Birth Control, Uriah Heep, Pink Floyd
Veröffentlicht am: 13.9.2017
Letzte Änderung: 13.9.2017
Wertung: 8/15
Jetzt noch die Instrumentalparts besser einbinden...

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