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Eat Ghosts

An Ti E Go

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: HardRock; Independent / Alternative; Jazzrock / Fusion; Mathrock; Psychedelic; sonstiges
Label: Noisolution
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Enny Bass, Vocals
Jan Guitar, Vocals
Martin Drums
Benny Saxophone

Tracklist

Disc 1
1. Wal 1.22
2. Talk To The Sea 6.05
3. Fancy Free 6.10
4. An Ti E Go 5.53
5. Rattel, Shatter, Creak 7.11
6. EchoEcho 8.08
7. Hold On 6.37
Gesamtlaufzeit41:26


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @


Eat Ghosts hießen noch vor wenigen Jahren Minerva. Als sie ihren alten Namen noch verwendeten, sollen sie unter Verwendung von Postrock- und Canterbury-Anleihen „verkopften Prog-Konzepten“ nachgeeifert haben, so der Infozettel. „Minerva- progressive rock's not dead“ heißt es immer noch auf der Bandcamp-Webseite von Minerva.

Und siehe da, was nur vier Jahre später mit Minerva (freiwillig) passiert ist. Meine Auslegung der Vorgänge: nach dem Motto „Progressive rock’s not dead, but it smells funny“, musste ein anderer Bandname und ein neues Konzept her.

Die offizielle Version lautet wie folgt: weil man sich von den oben genannten Konzepten lösen und zum „Fokus des persönlichen Sounds“ finden wollte, gab man der gleichen Besetzung einen neuen Bandnamen und der lautete Eat Ghosts. Und während man die (alten) Geister verspeist, möchte man „psychedelisch, komplex und auf den Punkt“ musizieren.

So radikal wie ein Wechsel des Bandnamens finde ich die Unterschiede zwischen Minerva‘s „Germinal“ (2013) und Eat Ghosts‘ „AN TI E GO“ (2017) nun auch wieder nicht. Nur Prog-Folk mit Blockflöten und Rezitationen, wie in „Der Gläserne Käfig“ würde man bei Eat Ghosts vergebens suchen. Ach ja, und die regelmäßig auf „Germinal“ auftauchenden Rezitationen zur Musik gibt es bei Eat Ghosts auch nicht mehr.

Bis auf wenige Ausnahmen vermischte das Potsdamer Quartett schon auf „Germinal“ Elemente von Canterbury, Jazz, Crimson-Prog, Retro-, Hard- Kraut- Post- und Jam-Rock zu einem eigenständigen Ganzen. Dieses alles mit einer ordentlichen Prise Komplexität versehen.

Lässt man das folkige „Der Gläserne Käfig“ und die Rezitationen weg, halte ich die rein musikalischen Unterschiede zwischen Minerva und Eat Ghosts für nicht wirklich riesig. Na gut, man gibt sich meist rockiger, riffbetonter aber die Zutaten wurden meines Erachtens eher neu gewichtet als durchgehend ausgetauscht. Eat Ghosts klingen für meine Lauscher sehr oft wie eine jazz-rockig angehauchte Version von Mastodon, schön rockig und trotz der krummen Rhythmen richtig treibend.

Alternative und Hard Rock-Geriffe spielen bei der neu orientierten Truppe eine bedeutendere Rolle und der Sound wirkt immer noch so lebendig und rotzig, als stünden die Vier gerade auf der Bühne und nicht im Studio. In „EchoEcho“ konnte man nicht anders, als ausgiebig zu jammen und kopflastig zu proggen, statt etwa (wie angekündigt) hart zu rocken und auf den Punkt zu kommen. Und es ist auch gut so. Die alten Geister sollte man vielleicht doch nicht ganz vertreiben.

Eat Ghosts wollen also weg vom Konzept-Prog, hin zur komplexer heavyness. Der Sprung zwischen Minerva und Eat Ghosts mag zwar nicht riesig sein, dafür zeigt er die vier Potsdamer in neuer rockig-komplexer Frische.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 13.9.2017
Letzte Änderung: 13.9.2017
Wertung: 11/15

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