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VagusNerve

Lo Pan

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2009
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik; RIO / Avant
Label: Utech Records
Durchschnittswertung: 13/15 (1 Rezension)

Besetzung

Li Jianhong Guitars, Effects
Vavabond Electronics, Laptop, Sounds

Tracklist

Disc 1
1. In the summer of 2006, Li made a dream about lo pan and an UFO 8:21
2. Vavabond felt some magical power hiding between the symbols, numbers and text on the lo pan 21:04
3. No doubt. The lo pan is a universe 28:27
Gesamtlaufzeit57:52


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Krach aus China!

Und ein ziemlich grandioser noch dazu. VagusNerve entstanden 2006 als Duo aus dem Gitarristen Li Jianhong und der Elektronikbastlerin Wei Wei (alias Vavabond). 2009 legten beide das Debütalbum "Lo Pan" vor, dem 2012 die CD "Go Back To The Sirius" folgte (beide erschienen bei Utech Records). Irgendwann schlossen sich offenbar ein Schlagzeuger und ein Saxophonist der Formation an, und vor einigen Jahren wurde berichtet dass ein drittes Album in Arbeit wäre. Dieses ist bis dato allerdings nicht erschienen (Herbst 2017). Es ist daher etwas unklar, ob die Gruppe noch besteht.

Das auf dem hier rezensierten Erstling zu hörende Duo bezeichnet sich als große Liebhaber der psychedelischen Musik der 60er und 70er Jahre des letzten Jahrhunderts. Zudem sei man sehr an Kosmos, Geistern, UFOs und allerlei weiteren mysteriösen Erscheinungen interessiert. Beides spiegele sich in der Musik von VagusNerve wieder, die auf einen Punkt gebracht "psychedelic noise from outer space" darstellen würde. Und in der Tat ist auf "Lo Pan" ein recht derber, psychedelisch-kosmischer Elektroniklärm zu hören.

Lo Pan ist übrigens die Bezeichnung des Geomanten-Kompasses des Feng Shui mit dem Meister dieser fernöstlichen Harmonielehre Orte und Häuser vermessen, um die energetische Qualität der Lokalität zu bestimmen. VagusNerve führen dazu aus, dass für sie das Lo Pan ein Gerät sei um die Balance zischen dem Individuum und dem Kosmos zu messen, ein Platzhalter für das Universum und seine Geheimnisse, mit dem man die persönliche Energie mit der des Kosmos in Einklang bringt, und auch mit UFOs und Außerirdischen Kontakt aufnehmen kann. Äh ... ja. Zur Musik!

Dieselbe ist meist ziemlich heftig. Zu sehr freien, mal klangvoll gleitenden, mal angeschrägt knurrenden, mal apokalyptisch-industriell lärmenden Elektronikgeweben, ergänzt um allerlei fast klassisches elektronisches Zischen, Fiepen, Blubbern und Zirpen, klangvolles Wogen, Plingen und Gongen, perkussives Klappern und Klimpern, und kosmischem Rauschen und Schweben (alles erzeugt von Vagabond), lässt Jianhong seine E-Gitarre jaulen, ausladend hallen und spacig wabern. Das klangliche Ergebnis ist ein dichte, ausgesprochen vielschichtiges und expressives Klanggemenge, eine Art psychedelische Avantgardeelektronik, oder ein krautig-elektronischer Noiseprog, der sicher dazu geeignet ist um mit Außerirdischen oder Geistern Kontakt aufzunehmen.

Am ehesten vergleichbar ist diese Musik wohl mit den Klangschöpfungen von Richard Pinhas, an denen Masami Akita (alias Merzbow) bzw. Oren Ambarchi beteiligt sind (siehe z.B. "Keio Line" oder "Tikkun"). Allerdings sind VagusNerve kosmischer, psychedelischer und vielleicht noch voluminöser zu Gange. Eine elektronische Version des Acid Mothers Temple, ohne Schlagzeug, und frei klangmalend, würde vielleicht ähnlich klingen. Dabei ist die Musik von VagusNerve erstaunlich kohärent ausgefallen, gut ausgewogen und aufeinander abgestimmt, wogen die Klänge durchaus nicht struktur- und ziellos durcheinander, nehmen den Hörer gefangen und schicken ihn auf eine intensive Reise in fremde und verstörende Klangwelten.

"Lo Pan" ist ein ausgesprochen mächtiges Album mit einer bizarren, stellenweise aber fast erhabenen, alles in allem sehr beeindruckenden Vermengung von prozessierten bzw. psychedelisch-jaulenden E-Gitarrenexzessen und sehr farbigem elektronischem Lärmen, welches Liebhaber schroffer und wirklich progressiver Klanglandschaften unbedingt antesten sollten. Welch wunderbarer Krach!

Ach ja, es scheint da eine ziemlich aktive und kreative (rock)musikalische Avantgardeszene in China zu geben. Es ist zu befürchten (der Blick des Rezensenten streift seinen Geldbeuten), dass es da noch das eine oder andere zu entdecken gibt.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.9.2017
Letzte Änderung: 1.10.2017
Wertung: 13/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von VagusNerve

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2012 Go Back To The Sirius 12.00 1

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