SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
16.12.2017
Lynhood - Septembre
15.12.2017
Mind Enemies - Revenge
Ringhausen - Lumen
Kaipa - In the Wake of Evolution
White Mountain - The Delta Sessions
Status Minor - Three Faces of Antoine
Trinity Xperiment - Anaesthesia
14.12.2017
Isproject - The Archinauts
Isildurs Bane - Off the Radar
PuzzleWood - Gates of Loki
13.12.2017
World Trade - Unify
Squartet - Adplicatio Minima
12.12.2017
Acqua Fragile - A New Chant
Spock's Beard - Snow Live
Opeth - Opeth/Enslaved Split EP
11.12.2017
Syd Barrett - The Madcap Laughs
The Perc Meets The Hidden Gentleman & The Lavender Orchestra - Praha
Lesoir - Latitude
ARCHIV
STATISTIK
24183 Rezensionen zu 16530 Alben von 6438 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Hällas

Hällas

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2015
Besonderheiten/Stil: HardRock; Psychedelic; RetroProg; Spacerock
Label: The Sign Records
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Tommy Alexandersson Gesang, Bass
Alexander Moraitis Gitarre
Marcus Petersson Gitarre
Nicklas Malmqvist Orgel, Synthesizer
Kasper Eriksson Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. Autumn In Space 4:42
2. Insomnia 5:34
3. Tale Of A Tyrant 6:18
4. Hällas 7:26
Gesamtlaufzeit24:00


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


In Schweden und mittlerweile auch anderswo grassiert seit ein paar Jahren ein Trend zu Retro-Hardrock im Stile der 70er, und wie bei allen Trends hat sich auch hier mittlerweile herausgestellt, dass die ursprüngliche Idee längst abgegrast wurde und Weiterentwicklungen für Bands zwingend erforderlich sind, um noch Stiche machen zu können. Hällas aus Jönköping scheinen sich dessen von Anfang an bewusst gewesen zu sein, weshalb schon die vor knapp zwei Jahren erschienene selbstbetitelte Debüt-EP eigene Stilelemente wesentlich höher hält als das konsequente Befolgen alter Black-Sabbath-Blaupausen. Im Live-Set covert die Band übrigens gerne mal "Anthem" von Rush, was nicht das verkehrteste Stichwort wäre, um den "äventyrsrock" (Abenteuer-Rock) auf "Hällas" mit einem bekannten Namen in Verbindung zu bringen.

Klanglich prägend für die Musik der EP ist neben den beiden Gitarren vor allem der Einsatz archaischer Synthesizer. Spacige Minimoog- und VCS-3-Sounds gibt es hier zuhauf, was einerseits eine interessante retrofuturistische Nuance erzeugt, andererseits aber auch weitere musikalische Möglichkeiten ergibt. So wird beispielsweise am Ende des Openers "Autumn In Space" das Hauptriff von diesen Tasteninstrumenten in variierter Form aufgegriffen, und in "Hällas" leitet der Synthesizer gleich mehrmals Breaks ein. Hiervon abgesehen bleiben Hällas allerdings natürlich eine eher locker spielende Gitarrenband, die die ganzen einschlägigen Helden der 70er (Wishbone Ash, Judas Priest, Kansas, Thin Lizzy) verinnerlicht haben. Auffällig wäre noch der eher gesprochene als tatsächlich so zu nennende Gesang von Tommy Alexandersson - das ist schlimmstenfalls ein Makel, bestenfalls Geschmackssache, wiegt sich allerdings durch einige Aaah-Aaah-Aaah-Chöre wieder auf.

Kompositorisch dagegen ist "Hällas" überraschend abwechslungsreich ausgefallen. "Autumn In Space" verwendet zwar das lockere Hauptmotiv von Uriah Heeps "Blind Eye", setzt allerdings wieder mal kurze Soli zwischen den Strophen an die Stelle des Refrains und bietet abschließend wie oben bereits angedeutet eine Variation von Strophe und Hauptmotiv. "Insomnia" dagegen geht noch mal vom Hauptriff über die Phrasierung des Gesangs bis hin zum Stop-And-Go-Refrain voll in die eingangs genannte Black-Sabbath-Richtung und löst sich von diesem Vorbild erst in der dritten Strophe durch Variation der Melodie, Chorgesang und einen anschließenden Psych-Blues-Part, gefolgt von einer kurzzeitigen Beschleunigung.

Per se spannender, weil verschachtelter sind dagegen die letzten beiden Stücke: "Tale Of A Tyrant" überrascht bereits im Intro mit einem 9/4-Riff, betont später den Stampf-Rhythmus zur Strophe überraschend schräg und verzichtet dann erneut auf einen Refrain. In der Mitte gibt's einen ruhigeren (wenn auch abrupt eingeführten) Space-Part, der anschließend über ein paar schnellere 7/8-Läufe zu Hauptriff, Strophe und offenem Ende führt. "Hällas", der Song, schließlich setzt zwar zunächst auf einen etwas kruden mittelschnellen Boogie à la UFO, unterbricht diesen aber einem mit einem Synth-Break und einem balladesken Psychedelic-Part, nur um danach die Strophe hymnisch mit dem Keyboard zu begleiten. Mit einem Pseudo-Refrain ("Beware of the mighty Hällas!" - taucht nur hier auf) führt man dann in die Irre, ehe eine Kansas-artige Reise durch verschiedene, wenn auch etwas willkürlich aneinander gereihte Gitarrenpassagen folgt und zum Chor-zu-VCS-3-Outro führt.

Gänzlich stringent komponieren Hällas auf ihrem Debüt also nicht, aber der Stil macht schon einiges her und klingt ausgesprochen originell. So entstehen Charme und damit Sympathien von Seiten des Hörers, und das wäre auch der Grund, dieser EP doch mal eine Chance zu geben. Falls das nicht reicht, erscheint Mitte Oktober mit einem Album namens "Excerpts From A Future Past" das Vollzeit-Debüt.

Anspieltipp(s): Hällas, Autumn In Space
Vergleichbar mit: Black Bonzo, Horisont, Kansas
Veröffentlicht am: 19.9.2017
Letzte Änderung: 19.9.2017
Wertung: 10/15
Die angesprochen Sympathie verursacht hier einen kleinen Bonuspunkt

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Hällas

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2017 Excerpts From A Future Past 10.00 2

Zum Seitenanfang

© 1999-2017; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum