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7C

Compartment C

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017 (29.9.)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Konzeptalbum; Jazzrock / Fusion; Metal; RIO / Avant
Label: DeAmbula Records
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Tony "Death" Berardinucci Gitarre, Noise
Giuseppe Iubatti Kontrabass, Noise
Davide di Virgilio Schlagzeug, Loopstation, Synthesizer, Noise

Tracklist

Disc 1
1. Intro 0:45
2. Approaching A City 4:54
3. Eleven A.M. 4:41
4. Eye & Ear Control 7:40
5. Yonkers 6:07
6. Depression 4:15
7. The End of the Day 9:26
8. Outro 0:50
Gesamtlaufzeit38:38


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @


7C wurden 2011 in der mittelitalienischen Region Abruzzen gegründet. Die Gründungsformation bestand aus Giuseppe Iubatti (Kontrabass), Davide Di Virgilio (Schlagzeug) und Claudio Carozza (Noise). Ihre ersten beiden Alben “Discopatia” (2012) und “Red Spider” (2013) verbanden Weltmusik, Free Jazz und Noise. Mit dem Einstieg des Gitarristen Tony “Death” Berardinucci Ende 2015 bewegte sich die Musik deutlich in Richtung Avant-Rock, wie auf dem Ende September erscheinenden dritten Album der Band, Compartment C, zu hören ist.

Benannt ist das Album nach einem Gemälde von Edward Hopper, das 1938 entstand. Hoppers Thema war ja stets die Einsamkeit des modernen Menschen, und das ist auch das Thema dieses Albums. Da könnte man nun an schwermütige Musik in langsamem Tempo denken, aber damit läge man im Falle von 7C völlig daneben. Zunächst aber noch etwas mehr zum Albumkonzept: die Musik beschreibt den Tagesablauf eines Menschen vom Aufstehen (Intro) über den Weg zur Arbeit (Approaching a City), den Arbeitsalltag (Eleven A.M.), das Pulsieren der Großstadt (Eye and War Control), die Heimfahrt durch das Verkehrschaos (Yonkers), bis er schließlich zu Hause in Depressionen verfällt, aus denen ihn letztendlich nur der Tod befreien kann (The End of the Day). Im gleichen Moment wird ein neuer Mensch geboren (Outro), dem das gleiche Schicksal bevorsteht.

Ein recht düsteres, geradezu deprimierendes Bild modernen Lebens also. Wie schon erwähnt, wird dies jedoch keineswegs mit typischer „Depri-Musik“ vertont; die Musik ist vielmehr hart, dissonant, kantig, dabei von geradezu aggressivem Charakter, ein Abbild von Hektik und Brutalität. Scharfe, dissonante Gitarren geben den Ton an, kratzen und sägen permanent in verqueren Windungen, als würden die Glitzerfassaden der Bürotürme in scharfkantige Scherben zerfallen und sich ins Gehirn bohren. Angetrieben wird das Ganze von hyperaktivem, nervösem Schlagzeug und knarzendem Kontrabass, dazu kommen diverse elektronische Klang- und Noise-Effekte.

Das kann sich zu wahrlich wüsten Lärmorgien steigern wie in Yonkers, in dem die Dissonanzen bis an die Schmerzgrenze gehen; ein Höhepunkt des Albums und eine adäquate Darstellung des chaotischen Großstadtverkehrs (auch wenn der sich normalerweise nicht mit solcher Geschwindigkeit bewegt wie das Stück). Bisweilen hat die Musik auch eher den Charakter freier Klangcollagen (Depression). Auf jeden Fall kann dieses Album ganz schön an den Nerven zehren, ebenso wie das Großstadtleben - im Gegensatz zu letzterem jedoch auf reinigende Art. Großartige Musik. die allerdings auch abgebrühte Hörer schweißgebadet zurücklässt. Als grober Vergleich bieten sich die Landsleute von Zu an. Wer nun neugierig geworden ist, kann sich das Video zu Approaching a City zu Gemüte führen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.9.2017
Letzte Änderung: 1.2.2018
Wertung: 12/15

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