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Vuur

In This Moment We Are Free

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017 (VÖ 20.10.2017)
Besonderheiten/Stil: Metal; Progmetal
Label: Inside Out
Durchschnittswertung: 10/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Anneke van Giersbergen vocals
Jord Otto guitars
Ferry Duijsens guitars
Johan van Stratum bass
Ed Warby drums

Tracklist

Disc 1
1. My Champion - Berlin 7:36
2. Time - Rotterdam 6:40
3. The Martyr And The Saint - Beirut 5:35
4. The Fire - San Francisco 4:47
5. Freedom - Rio 6:06
6. Days Go By - London 6:30
7. Sail Away - Santiago 6:01
8. Valley Of Diamonds - Mexico City 6:25
9. Your Glorious Light Will Shine - Helsinki 5:32
10. Save Me - Istanbul 5:05
11. Reunite! - Paris 4:39
Gesamtlaufzeit64:56


Rezensionen


Von: Peter Meyer @ (Rezension 1 von 2)


In this moment we are free.
Wo? In Beirut? In Istanbul? Na denn. Die einzelnen Songs auf der neuen Veröffentlichung der ehemaligen The-Gathering-Sängerin Anneke van Giersbergen haben jeweils eine eigene „Städtepatenschaft“ mit einer Millionenmetropole. Ganz internationaal! Von Rio de Janeiro geht´s über Mexico City, Rotterdam, Berlin, usw. bis nach Beirut. Die smarte Niederländerin aus dem Noord-Brabantsegebied Sint-Michielsgestel (28400 bevolking) kommt vom Land und ist gern in den Metropolen der Welt unterwegs, wie sie unlängst verriet. „Oft entstehen in mir starke Gefühle für eine Stadt, in der ich auftrete, manchmal stelle ich mir eine Stadt als einen Menschen oder Charakter vor“, kommentierte sie das Debüt ihrer neu gegründeten Formation „Vuur“, was auf Hochdeutsch etwa die gleiche Bedeutung wie „Leidenschaft“ hat.

Habe ich jetzt zu viel ausgeplaudert? Es wurde doch eigens ein Wettbewerb ins Leben gerufen: Die Fans sollen mutmaßen, welche Stadt mit welchem Titel gemeint sein könnte. Zu gewinnen werde es natürlich auch etwas geben: Exklusive und seltene Merchandising-Artikel (wobei „Merchandising-Artikel“ und „selten“ schon ein Widerspruch an sich ist.) Die erste Singleauskopplung (dass es noch sowas gibt!) war mit Days Go By - London bereits im Juni 2017 rausgebracht worden. Also, London war jetzt schon verraten worden, blieben noch zehn weitere Rätsel. Irgendwie wurde es aber nichts mit diesem Wettbewerb, denn schon mit der nächsten Pressemitteilung wurden in der Tracklist des Albums die Städte preisgegeben.

And my champion is…: Berlin! Die Stadt, nicht der Song, der Berlin im Titel trägt. Anneke addiert bei dem Opener ihren Folksopran in lang gehaltenen Noten zum Teil mehrstimmig zu einem Fundament aus hart riffenden Gitarren, Double Bassdrum und Wummerbass.

Das Ergebnis des Projekts ist ein symphonischer Progmetal in einer insgesamt melancholischen Stimmung. Keyboardfans werden hier nicht auf ihre Kosten kommen: Tasteninstrumente fehlen weitestgehend; deren Harmonie - und Rhythmusarbeit wird von den beiden Gitarristen erledigt. Ist nicht schlimm, ist gitarrenorientiert.

Die Stücke sind fünf bis sieben Minuten lang, mit genug Platz für das eine oder andere amtliche Gitarrensolo, es gibt spannungsreiche Instrumentalbreaks, Abwechselung innerhalb der Songs ist kompositorisch wie rhythmisch gegeben. Mein Champion ist mit Days Go By der Song, zu dem van Giersbergens Gesang am besten passt. Harter, schneller Stoff mit durch Sekundenreibungen leicht dissonanten Passagen, die Diseuse setzt ihr Organ streckenweise wie ein Instrument ein. The Martyr And The Saint hat ein auffälliges Ostinato aus aufgelösten Majorakkorden, und Valley of Diamonds überzeugt mit eingängigen Gesangslinien und vertrackten Soli.

Die Mischung aus glockenheller Folkstimme und bissigem Metal ist ein sicherlich interessantes Experiment. Anneke van Giersbergen ist jedoch keine Ann Wilson. Obwohl die beiden Gegenpole jeder für sich beachtliches Potential besitzen - immerhin sind „die besten Instrumentalisten des Landes vertreten“ (van Giersbergen) - erachtet der unmaßgebliche Rezensent nach drei bis vier Durchgängen die Symbiose als nicht zweckmäßig. Van Giersbergens Stimme ist für sich gesehen hervorragend und ihre Band über jeden Zweifel erhaben. Das Ganze hingegen ist nicht besser als die Summe seiner Teile. Der Gesang, vor allem in den Registern mit Kopfstimme (Save Me, Istanbul nervt so richtig), passt nicht so recht zur Heavy-Metal-Attitüde.

Edit: Beim Soloalbum Everything Is Changing (2013, Slow Me Down, Stay, You Want To Be Free) gelingt die Kombination besser. Trotzdem ist größte Vorsicht geboten: Es handelt sich um Poprock, das ist für den treuen Progger so etwas wie das Kruzifix für den Vampir.

Anspieltipp(s): Days Go By-London
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 25.9.2017
Letzte Änderung: 27.9.2017
Wertung: 9/15

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Von: Christian Rode @ (Rezension 2 von 2)


Die ratternden Riffs machen sofort klar, woher der Wind weht. Anneke van Giersbergen ist nach einigen poppigen Alben mit Agua de Annique und der üppig gestalteten Kooperation mit Arjen Lucassen wieder zu ihren metallischen Wurzeln zurück gekehrt. Während die ehemaligen Kollegen von The Gathering zuletzt auf post- und newartrockigen Pfaden wandelten, zeigt Anneke mit ihrer neuen Band Vuur viel Leder.

Sie kehrt damit auch zu ihrer alten Erfolgsformel von vor 20 Jahren zurück, als sie damals mit The Gathering eine der Ikonen des Gothic Rocks war: Powersirenengesang kombiniert mit druckvollen Metalriffs und fetter Rhythmusbasis. Mit Vuur entwickelt sie gleichwohl mehr Hitze und Dampf als zu Zeiten von Mandylion und Nighttime Birds. Dabei lotet sowohl die Band im instrumentalen Bereich wie auch Anneke als Sängerin das Spektrum von filigran bis bombastisch voll aus. Meist hämmert allerdings der Fuß ordentlich auf dem Gaspedal.

So gut Anneke mit ihrer Band kontrastvoll harmoniert, so glänzend steht sie als Sängerin da: sie bestreitet die ganze Skala von zart über angenehm melodisch bis hin zu überragend kraftvoll mit Bravour. Ich liebe ihren Gesang seit über 20 Jahren (Mandylion!) und mit „In this Moment we are free - Cities“ legt sie nach meinem Empfinden eine ihrer Glanzleistungen hin.

Jeder Song des Albums, bei dem es immer wieder um das Thema „Freiheit“ geht, ist einer Stadt auf der Welt gewidmet. Nicht immer wird mir der Bezug deutlich. Es mögen private Erinnerungen sein, die hier zum Ausdruck kommen. Manchmal liegt die Verbindung nahe (orientalischer Sound und Soldaten - Istanbul), meist fehlt mir aber der Zusammenhang. Egal, das ist Ornament.

Anneke van Giersbergen hat ihre Erfolgsformel von vor 20 Jahren wieder aufgefrischt und präsentiert mit adäquaten Musikern ein mitreißendes Album, das so viel frischen Druck entwickelt, dass es auch schon mal wie dahingerotzt klingt. Und in ihrer schwarzen Lederkluft steht sie umringt von ihrer Schlägertruppe so aufreizend und herausfordernd da, dass es eine Freude ist.

Anspieltipp(s): My Champion – Berlin, Freedom – Rio, Save me - Istanbul
Vergleichbar mit: The Gathering
Veröffentlicht am: 6.12.2017
Letzte Änderung: 6.12.2017
Wertung: 11/15

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© 1999-2017; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
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