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Sons of Apollo

Psychotic Symphony

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: HardRock; Klassischer Prog; Melodic Rock / AOR; Progmetal
Label: InsideOut
Durchschnittswertung: 11/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Mike Portnoy drums and vocals
Derek Sherinian keyboards
Billy Sheehan bass
Ron “Bumblefoot” Thal guitar and vocals
Jeff Scott Soto vocals

Tracklist

Disc 1
1. God of The Sun 11:11
2. Coming Home 4:23
3. Signs of The Time 7:17
4. Labyrinth 9:11
5. Alive 5:10
6. Lost In Oblivion 4:38
7. Figaro's Whore 1:00
8. Divine Addiction 4:48
9. Opus Maximus 10:37
Gesamtlaufzeit58:15


Rezensionen


Von: Nik Brückner @ (Rezension 1 von 3)


Ich steh' ja voll auf Nickelback. Ganz im Ernst. Finde die geil. Jaja, ich gehöre nicht zu denen, die ihren Geschmack mit Qualität verwechseln.

So, jetzt kommt's: Stellt Euch vor, Nickelback, aber die spielen Prog. Habter? Okay. Jetzt weiter: Stellt Euch vor, Nickelback spielen guten Prog. Schwierig, geb's zu. Jetzt stellt Euch noch vor, Nickelback spielen guten, geilen Prog! Das ist wieder nicht so schwer, nicht für mich jedenphalls, ich finde die schließlich geil.

Nee, im Ernst, schaut Euch mal diese Liste an! Wer da nicht ins Speicheln gerät:

* Jeff Scott Soto (Trans Siberian Orchestra, Talisman, ex-Journey, ex-Yngwie Malmsteen, ex-Axel Rudi Pell) – Gesang
* Ron "Bumblefoot" Thal (Art of Anarchy, ex-Guns N' Roses) – Doppelaxt
* Billy Sheehan (The Winery Dogs, Mr. Big, ex-David Lee Roth) – Bass
* Derek Sherinian (Black Country Communion, ex-Dream Theater, ex-Alice Cooper, ex-Platypus, ex-Yngwie Malmsteen, ex-Kiss) – Keyboards
* Mike Portnoy (The Winery Dogs, Transatlantic, Flying Colors, Neal Morse Band, ex-Dream Theater, ex-Adrenaline Mob, ex-Avenged Sevenfold) – Drums

Oder?

Was noch? Erinnert Ihr Euch an das Nova Collective? Nee? Ist erst ein paar Wochen her. Richard Henshall von Haken und Dan Briggs von Between the Buried and Me und Trioscapes, zusammen mit Pete Jones (ex-Haken) und Matt Lynch (auch Trioscapes, und Cynic). Noch ne Supergroup. Und was für eine. Hat bloß keiner mitbekommen. Einer meiner persönlichen Tipps des Jahres. "Psychotic Symphony" ist der nächste.

Also, zwei Supergruppen, zweimal Progmetal. Während das das Nova Collective aber heiße Progfusion macht, klanglich mit hohem, aber immer gut hörbarem Metal-Anteil, kompositorisch und technisch komplex, mit fein und präzise gespielten polyphonen und kontrapunktischen Staccatopassagen, mit verwirrenden polymetrischen Parts, sind die Sons of Apollo stärker auf der Seite kraftigen, verschwitzen, breitbeinigen, heterosexuellen Männerrocks. Zwar gibt es hier auch Staccatopassagen und polymetrische Parts, das Ganze ist aber weitaus saftiger, amerikanischer, kraftvoller, rockt klassischer und ist mit ordentlich Zwiebeln und BBQ-Sauce. Geil!

Die Sons verbinden das aber nicht nur klanglich, es gibt auch beide Stile separat. Grob gesagt: Die kürzeren Songs repräsentieren schweißnassen Hardrock ("Divine Addiction", "Lost in Oblivion", "Coming Home" klingt eben wie Nickelback), die längeren sind ganz genauso hart rockende Progperlen ("God of the Sun", "Labyrinth"). Es gibt erdige Rocker, angetrieben von einer ölig-schmierigen Maschine aus Drums und Gitarre, ebenso wie mehrteilige Progmonster vom Allerfeinsten, komplett mit teils grandiosen Soli von Sherinian und Bumblefoot. So gesehen sind die Sons of Apollo vielleicht mit den Flying Colors vergleichbar, sie rocken halt härter und sind ohne die typische Morse-Melodik.

Die ist hier ersetzt durch klassisch amerikanisches Songwriting und klassisch amerikanischen Hardrock-Gesang. Dieser sehr klassische Stil ebenso wie seine fast schon beängstigende Eingängigkeit, verbunden mit der wahrhaft beängstigenden Virtuosität dieser fünf Männer sorgen bei mir für ein Dauergrinsen. Das hier ist richtig geil.

Anspieltipp(s): Jede Band, die einen Song hat, der "Figaro's Whore" heißt, sollte man antesten.
Vergleichbar mit: Dream Theater, Ayreon, Devin Townsend, Haken, Nova Collective, Journey - tja, und eben auch Nickelback.
Veröffentlicht am: 6.10.2017
Letzte Änderung: 27.10.2017
Wertung: 13/15
Geile Scheiße! All american Powerprog!

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Von: Peter Meyer @ (Rezension 2 von 3)


Hier kommt mal eine ganze Menge Metal- und Stadionrockerfahrung zusammen, von Dream Theater über Journey bis zu Guns´n´Roses. Gitarrist Ron Thal (Ex-Guns), zum Beispiel, gründete seine erste Metalband im Alter von sieben Jahren und nannte sich später „Bumblefoot“, nach einer bakteriellen Infektion bei Meerschweinchen. Darauf muss man auch erst einmal kommen! Das kreative Potential der versammelten Musiker ist zu reichhaltig, um das künstlerische Dasein in nur einer einzigen Band zu fristen.

Es sei bei Psychotic Symphony für „jeden etwas dabei“, so sprach jüngst Drummer´s Mike in das Mic eines berufsbedingt wissbegierigen Journalisten, Klassikrock, Metal, Prog, Eingängiges, Vertracktes. Das hat er - mit einer etwas anderen musikalischen Gewichtung - schon einmal gesagt, man erinnere sich an Transatlantic, Flying Colours und Avenged Sevenfold - mindestens.

Die versierten Metalsöhne verabreichen, siehe oben, "heterosexuellen Männerrock, verschwitzt und breitbeinig", vermutlich sogar „testosterongeschwängert“ - also, ähem, wohl eher nichts für die „anderen“ Jungs, oder? Das ist hier zwar nicht der Eurovision Song Contest, bei dem wir vor Begeisterung regelmäßig abquietschen, aber warum nicht auch mal hart reinhören? Und, sowieso, Mädels, ran an die Boxen! Einem Kritiker, der sich das neulich alles mal ganz genau anhörte, gefällt nicht, dass dieses Album so klingt, wie man es bei dieser illustren Besetzung erwarten würde. Was soll man dazu noch sagen? Es klingt also sehr überraschungsarm nach Drumgewittern auf dem "Albino Monster" oder einem seiner Nachfolger (Portnoy), pfeilschnellen Soli von Keyboard und Gitarre bei den erwartungsgemäß ausufernden Instrumentalparts (Sherinian, Thal) und rauhen Metal-Vocals (Soto). Es klingt also, wie man es von einer American Allstar-Band, deren Personal jahrelang in den einschlägigen Fahrrinnen unterwegs gewesen ist, annehmen würde. Alle diese Wägbarkeiten nehmen sich durchaus positiv aus.

Der fernöstlich angehauchte Longtrack zu Beginn (God Of The Sun) fährt noch mit (vergleichsweise) angezogener Handbremse in Richtung „getragener Stadionrock“ und offenbart großspurigen Bombastrefrain (wie war das nochmal mit Journey?) und lässige Spielereien zwischendrin. Mit dem brachialgroovigen Coming Home geht dann die Post ab, einem veritablen Rocker, der die Ensemblequalitäten in rund viereinhalb Minuten gradlinig auf den Punkt bringt, ohne rumzueiern. Signs Of The Time ist clever gemacht und erinnert an Hardrockvorbilder wie Rainbow, Led Zeppelin oder vielleicht auch Heaven And Hell (Eating The Cannibals), wobei die Instrumentalpassagen aufrichtigerweise wesentlich komplexer angelegt sind. Das ist Prog Metal! Hier wird dann auch „Bumblefoot“ von der Leine gelassen und kann sich an seinem Doppelbalken fachmännisch austoben.

Die progressiven Teile sind schon wegen der handwerklichen Qualität der Skalenritter respekteinflößend (v. a. God of the Sun, Lost In Oblivion), das kurze Figaro's Whore ist ein wahres Keyboard-Kleinod, das athletische Divine Addiction klingt am ehesten nach modernisierten Deep Purple (eine Generalüberholung erscheint hier ohnehin überfällig). In der Mischung ergibt sich aus dem insgesamt klar strukturierten Songwriting und den eingängigen Melodien einerseits, den opulenten Biotopen vom harmonischen und rhythmischen Abenteuerspielplatz andererseits, eine ausgewogene und sehr annehmliche Mischung; energetisch, wärmend, stimulierend, etwas, das man dem kalten Herbstnebel entgegenhalten kann. Einzig die etwas zu verspielten Labyrinth und der „Rausschmeißer“ Opus Maximus verhindern eine höhere Wertung.

Anspieltipp(s): Figaros´s Whore, Signs of the Time
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 22.10.2017
Letzte Änderung: 22.10.2017
Wertung: 12/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 3 von 3)


Es gibt anno 2017 vermutlich originellere Sachen als Supergroups unter Beteiligung von Mike Portnoy, Billy Sheehan und Derek Sherinian. Das Urteil der geschätzten Kollegen hat mich dann aber doch aufhorchen und "Psychotic Symphony" nicht einfach links liegen lassen. Und was muss ich feststellen? Ich hätte auch genausogut zuhause bleiben können, aber mal der Reihe nach.

Tatsache ist: Das Sons-Of-Apollo-Debüt überspannt, was angesichts der beteiligten Musiker kaum überraschen dürfte, den Bereich zwischen Progmetal und Hardrock. Letztere Kategorie ist hier naturgemäß etwas einfacher zu greifen, und einige der Songs passen sich ziemlich genau den Genre-Konventionen an. Das wären das recht moderne "Coming Home" mit seinem Keyboardmotiv und monströs klingendem Bass (okay, Sheehan halt...), das mittendrin um noch ein ruhiges Break aufbietet, in dem der Sound aufklart und mit Delay-Gitarre und Fourt-to-the-Floor-Basedrum eigenartigerweise auf AC/DCs "Thunderstruck" verweist. Merkwürdig ist auch der Doppelpack "Figaro's Whore"/"Divine Addiction": Ersteres Orgelsolo gibt sogleich den Vibe für den eigentlichen Song vor... und dieser entpuppt sich dann als exakte Kopie von Deep Purples "Perfect Strangers", wenn auch mit zuckrigem Instrumental-Part vor dem Fadeout. An sich handwerklich solide, aber diesen Song gibt es doch schon?!

Immerhin gehen die übrigen Songs etwas eigenständigere Wege: "Signs Of The Time" bietet zwar weiterhin harmonisierten Gesang in der Art von Ian Gillan seit 1984 und einen Kansas-artigen Mainstream-Refrain, ist dafür aber mit einem auf dem letzten Taktschlag systematisch verwackelten 4/4 sowie einer diesbezüglich komplexen Bridge rhythmisch variabler und enthält zudem gegen Ende noch klassische DT-Spielerei der Mitt-90er, was jazziger Klavierakkorde und ein paar Portnoy-Selbstzitaten einschließt, und verknüpft diese Elemente recht schlüssig. "Lost In Oblivion" wiederum bietet schönen Melodic Metal, der allerdings im Riffing (samt nervenzehrender Sirenensounds dazu) eine gewisse Pantera-Aggressivität einstreut - was bis auf das überhastete Ende aber ganz gut zieht. Die Halbballade "Alive" schließlich gibt sich einigermaßen unprätentiös und fügt zudem noch einen abgefahrenen Instrumentalpart in der Mitte ein.

Leider ist aber das andere Ende des Spektrums, i.e. der Progmetal, dann wiederum ebenfalls durchwachsen. "God Of The Sun" ist im Grunde genommen ein mit Intro und einer durch ein unpassendes Break bei 5:00 eingeschobenen Ruhepassage (auf die dann eine Reprise des Intros folgt) in die Länge gezogener Song, dessen Hauptsubstanz wiederum bei Deep Purple um 1990 herum ("The Battle Rages On") wurzelt. "Labyrinth" dagegen fängt zwar ganz gut und neckisch an, verschleppt aber das an sich schon gemächliche Tempo nach dem Refrain erst mal, macht zwar anschließend mit einem Wechsel aus Soli und Anklängen an "The Glass Prison" Druck, verrennt sich in der zweiten Hälfte aber spannungsarm und ziellos in Instrumentalpassagen - immerhin passt der Titel, denn Apollons Söhne haben sich hier buchstäblich verlaufen. Immerhin ist "Opus Maximus" am Ende durchaus gelungen - versierte Polyrhythmik, eher dezenter und konzentrierter Keyboardbombast, schlüssige Übergänge und eine Steigerung zum Ende - gar nicht mal übel, auch wenn der Sound ein bisschen an die alten Mastermind-Scheiben und deren ELP-Lastigkeit erinnert.

Insgesamt betrachtet stellt mich "Psychotic Symphony" damit aber maximal mittelmäßig zufrieden. Die Hardrock-Songs hören sich beliebig an und bieten nichts, was es nicht schon anderswo in originellerer Form gegeben hätte, und der Progmetal kommt - mit Ausnahme von "Opus Maximus" - kaum auf den Punkt. Sons Of Apollo wären angesichts der in ihren Bandmitgliedern versammelten Fähigkeiten und Erfahrungen an den Instrumenten und im Songwriting in jederlei Hinsicht zu (viel!) mehr in der Lage als zu so einem mal mittelmäßigen, mal sebstreferentiellen, mal beinahe plagiatorischen Pastiche.

Anspieltipp(s): Signs Of The Time, Opus Maximus
Vergleichbar mit: Deep Purple, Kansas, Mastermind, Dream Theater der 90er
Veröffentlicht am: 18.11.2017
Letzte Änderung: 18.11.2017
Wertung: 8/15
Größtenteils solide, gemessen am Niveau der Musiker aber enttäuschend

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