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Amorphis

My Kantele

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1997 (EP)
Besonderheiten/Stil: Folk; Psychedelic; Spacerock
Label: Relapse Records
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Pasi Koskinen Gesang
Esa Holopainen Gitarre
Tomi Koivusaari Gitarre, Gesang
Kim Rantala Keyboards
Olli-Pekka Laine Bass
Pekka Kasari Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. My Kantele (Acoustic Reprise) 5:57
2. The Brother-Slayer 3:37
3. The Lost Son (The Brother-Slayer Part II) 4:36
4. Levitation   (Hawkwind-Cover) 5:52
5. And I Hear You Call   (Kingston-Wall-Cover) 4:41
Gesamtlaufzeit24:43


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Rückblickend betrachtet mutet es in Amorphis' Werdegang beinahe seltsam an, dass zwischen "Elegy" und "Tuonela" einfach mal fast drei Jahre Pause lagen. In dieser Lücke erschien allerdings ein gutes Jahr nach "Elegy" diese EP, die rein formell allerdings selber ebenfalls heraussticht. Versammelt sind hier die "Acoustic Reprise" des Titeltracks, die in dieser Form schon den Abschluss von "Elegy" bildete, zwei Non-Album-Tracks und zwei Coverversionen. Die komischen Punkte daran: Bis heute wurde diese Form der Veröffentlichung von Amorphis nicht wieder aufgegriffen - es gab zwischen Alben, Liveaufnahmen und Compilations seither lediglich Singles - und Akustikversionen sowie weitere Coversongs sind in der ganzen Bandgeschichte ebenfalls ziemliche Ausnahmen (der Vollständigkeit halber: Vom "Far From The Sun"-Titelsong gab es mal eine Unplugged-Version, und auf Wiederveröffentlichungen von "Tales From The Thousand Lakes" findet sich eine Fassung des Doors-Klassikers "Light My Fire").

Sonst aber erst mal der Reihe nach: Zum Titeltrack wäre anzumerken, dass diese Fassung mit A-Gitarren, viel Hammondorgel, Akkordeon, Klargesang, an passenden Stellen Sitar und relativ präsentem, andererseits aber kaum greifbaren (Fretless?) Bass arrangiert ist und teils ziemlich verträumt wirkt. Klanglich ist das Original dabei kaum wiederzuerkennen, allerdings macht diese eher lockere, übersichtliche Gestaltung die Bezüge zwischen Riffing, Hauptthema und Gesangsmelodien umso deutlicher. Die beiden weiteren "eigenen" Songs setzen diesen Sound dann interessanterweise fort und stellen jeweils psychedelische Gitarren, Orgel und beschwörenden Gesang in den Mittelpunkt, wobei letzteres dem ersten Teil "The Brother-Slayer" vorbehalten bleibt. Diese Art des Gesangs ist von vielen Wiederholungen (in Melodien und Formulierungen) geprägt, was aber wohl am folkloristischen Sujet des Textes liegen dürfte. Hingegen stellt sich "The Lost Son" als Jam heraus, in dem Spacerock-artig Motive und Figuren aus dem Vorgänger rhythmisch-monoton eingesetzt werden, um die schmatzenden und zirpenden Soundeffekte von Gitarren und Keyboards erst so richtig in Szene zu setzen.

Das schlägt dann auch den Bogen zu den beiden Coverversionen: "Levitation" hält sich dabei ziemlich genau an das Hawkwind-Original, von dem es sich eigentlich nur durch etwas mehr Härte und einen anderen Umgang mit dem Keyboard unterscheidet - Kim Rantala scheint nicht die selbe Herangehensweise gehabt zu haben wie Tim Blake. Was das abschließende "And I Hear You Call" angeht, kann ich hingegen nur mutmaßen, da ich Kingston Wall nicht aus eigener Anschauung kenne. Allerdings fällt auf, dass diese Aufnahme hier wiederum den Bogen zurück zu "Elegy" zu schlagen scheint: Es gibt ein ausladendes, rhythmisch komplexes Hauptthema in orientalischer Harmonik, und im Refrain holt Tomi Koivusaari (seit dem Einstieg von Pasi Koskinen bekanntlich der Mann für sowas) sogar wieder mal Growls heraus. Auch der Aufbau ist kurios: Es gibt zwei Strophen, zwei Refrains, danach aber einen treibenden Part, auf den nur noch ein kurzer Anriss der Strophe folgt, ehe der Song disharmonisch ausklingt... was aber in die Irre führt, denn am tatsächlichen Schluss gibt es die Strophe noch einmal unverändert.

Alles in allem scheint "My Kantele" somit einen netten Ableger von "Elegy" darzustellen, auf dem insbesondere die psychedelischen Einflüsse weitergesponnen wurden - auf Kosten der hier nun mit Ausnahme der Coverversionen weitestgehend fehlenden Härte. Interessanterweise unterscheidet sich "My Kantele" aber zumindest dahingehend vom tatsächlich folgenden "Tuonela", dass auf rockige Elemente eigentlich verzichtet wurde - auch diese Aussage nimmt allerdings die Coversongs aus. Dass diese nun vorhanden sind, lässt sich schließlich wiederum in zweierlei Hinsicht deuten: Einerseits als Statement zu Einflüssen und Vorbildern - andererseits aber eben vielleicht doch als kleiner Ausblick auf die Ausrichtung auf die Alben von "Tuonela" bis "Far From The Sun". In dieser Hinsicht ist "My Kantele" wohl ein hübscher kleiner Stolperstein in der Banddiskografie.

Anspieltipp(s): The Lost Son, And I Hear You Call
Vergleichbar mit: Space-Folk-Psychedelic
Veröffentlicht am: 18.10.2017
Letzte Änderung: 18.10.2017
Wertung: 11/15
Interessante Zugabe!

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Amorphis

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1994 Tales From The Thousand Lakes 12.00 1
1996 Elegy 14.00 1
1999 Tuonela 10.00 1
2001 Am Universum 7.00 1
2003 Far From The Sun 11.00 1

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