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Atlantropa

Project

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Neoprog; Rock / Pop / Mainstream
Label: Progressive Promotion Records
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Lothar Krell keyboards, sound design, lead vocal (15), backing vocals
Heinz Kühne acoustic and electric guitars, lead vocals in bridge (6), backing vocals
Michael Wollesky bass, backing vocals
Ralph Brandmüller acoustic guitar, 12 string (2,13)
Michael Wolff lead vocals, backing vocals
Elinor Pongracz lead vocals (6,8,11), backing vocals
Wahrmut Sobainsky drums, cayon, backing vocals

Gastmusiker

Ralf Hübner violin (13)
Juliet Wolff backing vocals (10)
Jasper Wolff backing vocals (10)
Tony Clark narrator (1,4,7,9,12,14), mandolin (2,11)
Richard Kersten reporter (6,10,13,15,16), acoustic guitar (11)

Tracklist

Disc 1
1. A Continent of Joy 2.43
2. The great Maker 5,53
3. New Sky: The Plan 3.26
4. New Sky: The Bridge 0.58
5. New Sky: Atlantropa 2.52
6. Now is always Past 1.32
7. Time to bid Goddbye: A Key for Peace 3.03
8. Time to bid Goddbye: Unknown Waters 1.44
9. Time to bid Goddbye: Last Goodbye 2.41
10. They want to steal the Ocean 6.56
11. Thinking further than a Generation's Life 1.21
12. Gotta stem the greedy Water 4.52
13. A the Mercy of Progress 1.42
14. Walk across the Sea 6.18
15. Mare Nostrum Dream 3.07
16. To understand what Understanding means 1.07
17. When we all speak Atlantropan 9.00
18. It's Time for new Dreams 1.34
19. Dream my Dream 6.58
20. Star Atlantropa: Look to the West 3.08
21. Star Atlantropa: We still have a lot to learn 5.03
22. Star Atlantropa: 1.44
23. Reprise 1.14
Gesamtlaufzeit78:56


Rezensionen


Von: Marc Colling @


Herrmann Sörgel (1885-1952) war Ingenieur und seine Idee das Mittelmeer mittels Staudämmen um 100 m abzusenken war vielleicht verrückt, wäre aber auch eine interessante und herausfordernde technische Leistung für das Bauwesen der 30'er Jahre gewesen. Er hätte damit eine direkte Verbindung zwischen Berlin über Rom und Tunis erschaffen, sowie zusätzlich noch 575.000 qkm fruchtbares Land gewonnen. Das entspricht der Fläche von Frankreich und Belgien! Er glaubte als überzeugter Pazifist an das friedliche Zusammenleben der Afrikaner und Europäer, sobald eine Landbrücke bestehen würde. Die meteorologischen Veränderungen oder das geflutete Kongobecken schien er aber außer Acht gelassen zu haben. Er war halt mehr Visionär als Realist.

Nun denn, hier geht es jetzt musikalisch um diese mittlerweile fast vergessene, aber interessante Geschichte. Umgesetzt von 8 erfahrenen Musikern aus diversen anderen Bands. Teils gesungen, teils wunderbar erzählt von Tony Clark was eine echte Bereicherung des Konzeptes darstellt. Die Geschichte mit ihren Ideen, Visionen, Ängsten, Rückschlägen und Träumen ist textlich ein Volltreffer. Dabei ist die Musik stets angepasst an die Texte, was dem Album eine teils theatralische Note verleiht.

Stilistisch ist die Musik schwer einzuordnen, aber es muss ja nicht immer alles in Schubladen gesteckt werden. Um dem Leser trotzdem einen gewissen Anhaltspunkt zu geben, würde ich sie als melodischen Neoprog, manchmal anziehend, aber meist ruhig, einfühlsam und sphärisch bezeichnen. Das dürfte einigen nicht gefallen, denn es fehlt dann doch in längeren Momenten das, was die meisten von uns unter Prog verstehen. Mal unvorhergesehene Tempo- und Taktwechsel, Agilität neben Atmosphäre. Dafür entschädigt die Band aber in diesen fließenden Phasen mit erstaunlichen, aber keinesfalls anbiedernden Melodien die dich nach ein paar Mal anhören trotzdem nie mehr verlassen. Lothar Krell an den Keyboards zaubert dazu absolut spannende Soundscapes, die mich in manchen Momenten regelrecht erstaunt aufhorchen lassen. Jedenfalls gewinnt die Musik merklich an Spannung durch seine phonetischen Farbtupfer.

Ein weiterer Pluspunkt ist die tolle, leicht rauchige Stimme von Elinor Pongracz. Sie verleiht den Songs einen Hauch von Coolness und der Einsatz einer zusätzlichen Harmonika macht aus einer recht einfachen Ballade wie MARE NOSTRUM DREAM im Endeffekt einen ziemlich ansprechenden Song. Für Liebhaber des melodischen Prog natürlich, aber das hatte ich ja schon erwähnt. GOTTA STEM THE GREEDY WATER erinnert mich an Renaissance, WHEN WE ALL SPEAK ATLANTROPAN dann wieder an IQ.

So zieht ein Album am Rezensenten vorbei das ihn irgendwie gefangen nimmt, vielleicht wegen der abstrusen Idee, vielleicht aber auch wegen der gelungen musikalischen Umsetzung zu diesem Stoff. Es ist die perfekte Symbiose, die mich fasziniert. Trotzdem hätten die Progelemente für mich persönlich etwas mehr Platz verdient gehabt, ohne dass dadurch das Gesamtbild gestört worden wäre. Deshalb nur 10 Punkte für die Musik. Wegen der wunderbaren Texte leg ich dann aber trotzdem noch 1 Punkt drauf.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Kaprekar's Constant, IQ, Big Big Train
Veröffentlicht am: 24.11.2017
Letzte Änderung: 24.11.2017
Wertung: 11/15
MelodicProg Fans sollten sich das Werk unbedingt anhören. Hält locker mit allen derzeit populären Bands dieses Genres mit

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