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Johannes Luley

Qitara

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: Jazzrock / Fusion; RetroProg; Worldmusic / Ethno
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Johannes Luley Gitarre, Bass, Keyboards

Gastmusiker

Ryan Downe Gesang
Robin Hathaway Gesang
Katisse Buckingham Saxofon
Michael Hunter Flügelhorn
Christian Hammer Blechblasinstrumente
Morten Kier E-Piano, Gesang
Scott Kinsey Keyboards, Orgel
Otmaro Ruiz Keyboards
Jason Lobell Bass
Dicki Fliszar Schlagzeug
Edoardo Talenti Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. The Door 5:10
2. Upness 6:27
3. Seconds 1:42
4. Sister Six 5:33
5. Soliloquist 2:58
6. Moonlight Mesa 4:40
7. Red And Orange 5:25
8. Faces In Reflection 3:38
9. Hot Sands 3:53
10. The White City 3:23
11. Agni Rahasya 4:49
Gesamtlaufzeit47:38


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


"Qitara" ist die Transliteration einer arabischen Vokabel, die wiederum auf das griechische "Kithara" zurückgeht und nichts anderes als die Herkunft des Wortes "Gitarre" markiert. Kein unpassender Titel also für das zweite Soloalbum des vielgeachteten Gitarristen von Moth Vellum und Perfect Beings, Johannes Luley, denn zwei Dinge zu dieser Platte nimmt die Namensgebung bereits vorweg: Natürlich die instrumentale Ausrichtung, andererseits aber auch den einen oder anderen orientalischen bis weltmusikalischen Einfluss, der sich gelegentlich in den Stücken finden lässt. Beides irritiert unterm Strich aber auch, denn ganz so dominant sind diese beiden Komponenten eigentlich gar nicht. Zwar liegen die Löwenanteile der Soli klar bei Luley, aber seine Gäste an Keyboards, Blasinstrumenten, Bass und Schlagzeug bekommen trotzdem ihre Aufmerksamkeit. Und Weltmusik wiederum ist streng genommen auch nur eine Facette, die dieses Album zu bieten hat - konkret bleiben derartige Elemente in Gestalt von orientalischer Harmonik oder entsprechender Percussion eigentlich nur in "The Door", "Upness" und "Sister Six" im Gedächtnis.

Viel häufiger hingegen werden die Verbindungen zu anderen Genres gepflegt. Sehr häufig sind das Jazzrock und Fusion. So gibt es schöne Wendungen wie in "Seconds", in ihren Einsätzen ganz typisch aufeinander abgestimmte Soli wie in "Soliloquist", einschlägige Riffs in "Red And Orange" und schließlich sogar noch mit "Agni Rahasya" eine waschechte Mahavishnu-Verbeugung - es klingt angesichts von Rhythmik und die markanten Klavier- und Gitarrenmotiven markanten Vorbildern wie "The Dance Of Maya" sehr ähnlich ("Red And Orange" ist übrigens, wie mir unser Leser Roland mitteilte, tatsächlich ein Jan-Hammer-Cover). Zugleich pflegt Luley wieder einmal auch die Brücke zum Retroprog, gestaltet aber auch diesen Aspekt farbenfroh und abwechslungsreich. Angesichts der gefühlvollen melodischen Läufe auf der Gitarre und den verspielten Keyboards im Hintergrund (mit Hang zum E-Piano) scheinen immer wieder Jan Akkerman und Focus als Vorbilder durch, beispielsweise in "Upness" oder noch deutlicher in "Faces In Reflection", das direkt an die sebstbetitelten Markenzeichen-Instrumentals der Niederländer denken lässt.

Der Yes-Fan wird aber ebenso fündig - und das auf überraschende Weise. "Red And Orange" eröffnet mit einem sehr nervösen einschlägigen Rhythmus samt Morsecode-artiger Staccati auf Gitarre und Bass, wohingegen das bereits genannte "Soliloquist" anfangs mit Rückwärts-Gitarre, Retro-Keyboards und rühriger Orgel eher an die frühe Phase mit Peter Banks und/oder Tony Kaye erinnert. Daneben gibt es noch kurze Fingerzeige auf Genesis (so ein Schreit-Rhythmus mit eingeworfenen Krummtakten und Keyboard-Motiven aus Akkorden in "Moonlight Mesa"), King Crimson (unterschwellige Härte und Dissonanzen in "Hot Sands") und sanfte A- und E-Gitarren zwischen Steve Hackett und David Gilmour in "The White City", wobei ersterer angesichts von Tapping-Harmonien diesen Wettkampf wohl für sich entscheiden dürfte.

Klanglich also ist "Qitara" eine durchaus runde Angelegenheit. Fragt sich noch, ob dieser Klang auch einigermaßen schlüssige Stücke ausfüllt wie - nun, bald ist Weihnachten - Kuchenteig eine Backform. Das wiederum lässt sich größtenteils bejahen. Zwar ließe sich in eingen Fällen wie beispielsweise "Upness" eine gewisse Einförmigkeit der Rhythmen bemängeln, die abwechselnde Verschiebung der Schwerpunkte (oder des Fokus, hrhr...) auf Klavier, Gitarre und Saxofon macht aber Laune. In "Sister Six" wird es sogar trotz der lockeren Rhythmik am Ende regelrecht bedrohlich, und "Faces In Reflection" kann auch in langsamem Tempo mit Melodien und Variationen überraschenden Zug entwickeln. Nicht ganz so gelungen sind lediglich die wenig zielführenden "Moonlight Mesa" und "Hot Sands", die leider eher beliebig tönen und mit der eifrigen Instrumentalarbeit keine Höhepunkte ansteuern. "The White City" wiederum überrascht dadurch negativ, dass ein zwischenzeitlich eingesetzter nervöser Becken-Rhythmus einen Ausbruch anzukündigen scheint... der dann aber ausbleibt. Hm.

Wie erwähnt - der Großteil des auf "Qitara" Gebotenen gibt aber ein schlüssiges Bild ab. Hier kommt es dem anspruchsvollen Hörer insbesondere entgegen, dass Luley sich wie erwähnt nicht alleine auf die Gitarre versteigt, sondern den Klang durch die Hinzunahme der Gastmusiker wesentlich auflockert und umgekehrt auch die Rhythmik immer wieder durch Einwürfe von Krummtakten vor dem Abgleiten in die Beliebigkeit bewahrt. Das ist schon recht stark. Ah ja, und ein Wort noch zur Entwicklung auf diesem Album: Zum großen Wohlklang, der dem Solodebüt "Tales From The Sheepfather's Grove" vor vier Jahren jede Menge Jon-Anderson- und Yes-Vergleiche einbrachte, hat sich Luley angesichts der verstärkten Jazzeinflüsse teilweise distanziert. Das geschieht hier allerdings nicht zum Schlechtesten für die Musik.

Anspieltipp(s): Red And Orange, Faces In Reflection
Vergleichbar mit: Focus, Yes, Mahavishnu Orchestra, Genesis - alles drin!
Veröffentlicht am: 6.12.2017
Letzte Änderung: 10.12.2017
Wertung: 11/15
Größtenteils sehr gut, nur ein paar kleinere Hänger gibt's

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Johannes Luley

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2013 Tales from the Sheepfather's Grove 10.50 4

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