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Intervals

The Way Forward

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: instrumental; Mathrock; Progmetal
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Aaron Marshall guitars

Gastmusiker

Cameron McLellan bass
Nathan Bulla drums, percussion
Owane Marshall keyboards, sound design

Tracklist

Disc 1
1. Touch and Go 4:21
2. Impulsively Responsible 3:53
3. A Different Light 4:35
4. By Far and Away 4:08
5. Belvedere 5:24
6. Rubicon Artist 4:39
7. The Waterfront 4:43
8. Leave No Stone 5:30
Gesamtlaufzeit37:13


Rezensionen


Von: Peter Meyer @


Was ist von den Intervals, die zur Zeit des ersten Albums „A Voice Within“ noch als Quartett antraten, auf der 2017er Veröffentlichung noch übrig geblieben? Der Bandgründer, Mastermind Aaron Marshall, die Einmannband!

Im Vorteil bist du, wenn du ein Tonstudio dein Eigen nennen kannst. Das ist in Zeiten von Apple, Krams, virtuellen Synthesizern und Effektgeräten und einer smarten Aufnahmetechnik nun nicht mehr so umfangreich zu bewältigen, vor allem finanziell, trotz des angebissenen Logos auf dem Schirm. Das dachte sich auch Aaron Marshall, und so hat er nach dem dritten auch den vierten Longplayer in Eigenregie aufgenommen. Das tat er mit Hilfe einiger amtlicher Groove-Metaller, die er als Studiomusiker buchte. Unerfreuliche Richtungsstreitigkeiten innerhalb der Band hatten zu Kreativitätsblockaden geführt. Die Musiker, die Marshall eigentlich nur an Bord geholt hatte, um sein Programm live präsentieren zu können, hatten einer nach dem anderen den Dienst quittiert und die Intervals verlassen.

Also, ob mit Streitern oder ohne, Aaron ist ziemlich gut in Form. Er spielt seine sicherlich am Computer ausgetüftelten instrumentalen Progmetal-Kompositionen erfrischend und ohne Konzessionen, impulsively responsible, Stücke wie aus einem Guss. Es ist eine wüst-schöne Musik, gut für die grauen Zellen aber auch zum umtriebigen Mitwippen, Vorsicht ist geboten bei Personen mit Herzrhythmusstörungen. Denn es geht im Opener Touch and Go, womit etwa so viel wie „äußerst riskant“ gemeint ist, gleich ordentlich zur Sache. Äußerst riskant ist das - bis auf die genannte Risikogruppe - weniger, denn Marshall hat seinen Angriff auf die Trommelfelle gut vorbereitet, seine Songs sind durchdacht und sauber konstruiert; sie gehen in Richtung Math-Rock, wobei die Melodiehaftigkeit an keiner Stelle zu kurz kommt und zum Teil kennzeichnend ist (The Waterfront). Die hardrockigen Kracher sind rhythmisch anspruchsvoll, stecken voller vertrackter Synkopen innerhalb schräger Taktarten und sind technisch brillant gespielt. Akustisch anmutende Parts wechseln mit Djent-Attacken (A Different Light u.a.). Die Songs mit dem hart angeschlagenen Riffing, den schnellen Läufen und dem variationsreichen Schlagzeugspiel (ein gar trefflich Geknüppel) ähneln sich ziemlich (v.a. Rubicon Artist, Leave No Stone, Impulsively Responsible) und sind daher zunächst schwer differenzierbar. Erst Belvedere (Track 5) nimmt etwas die Geschwindigkeit raus, ohne die rhythmischen Ambitionen einzubüßen.

Was gibt es zu bemängeln? Keyboards sind zwar in der Besetzungsliste neben einem ominösen „Sound Design“ aufgeführt (den Ausdruck gibt´s eigentlich hauptsächlich im Film-Editing), aber sie kommen nicht wesentlich zur Geltung. Einige perlende solistische Ausflüge auf dem einen oder anderen Tasteninstrument dürften Marshalls Konzept bereichern (vergleiche Arch Echo ). Der Kritiker von „It Djents“ nörgelte, allerdings auf hohem Niveau, über die fehlende “Identität“ einiger Songs, es gehe ihm, vor allem als Nachfolge von „The Shape of Colour“ (2015) zu wenig in eine progressivere Richtung (das altbekannte „more of the same“), ein anderer meinte, Intervals hätten inzwischen „ein paar Zähne verloren“.

Wenn einem der Vergleich mit der dental lupenreinen Vergangenheit nicht bissmindernd dazwischenfährt: „The Way Forward“ ist genau das Richtige für Liebhaber des technisch anspruchsvollen, gitarrenlastigen Hochgeschwindigkeits-Frickel-Progmetal; es klingt moderner als Liquid Tension Experiment, ist spannender als Animations, weniger sperrig als Blotted Science, virtuos wie Arch Echo und ebenso melodieorientiert.

Anspieltipp(s): A Different Light, The Waterfront
Vergleichbar mit: den oben genannten
Veröffentlicht am: 10.12.2017
Letzte Änderung: 10.12.2017
Wertung: 11/15

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