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Ringhausen

Lumen

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik; Krautrock
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Hans-Ulrich Günther Elektronik

Gastmusiker

Rainer Neeff Gitarre ("Lumen")

Tracklist

Disc 1
1. Lumen 5:12
2. Düsselstrand 5:27
3. Harmonic Random 6:18
4. Die grüne Reise nach Wuppertal 6:16
5. The Witches From The Fir Way 4:39
6. Open D 4:35
7. Morning Jam 4:45
8. The Heavenly Gladness Of Digital Distortion 5:53
Gesamtlaufzeit43:05


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Es wäre dann endlich wieder soweit: Hans-Ulrich Günther alias Ringhausen hat ein neues Album aufgenommen, das auf den Namen "Lumen" hört und diesmal nicht über irgendein Netlabel, sondern im Selbstverlag über Bandcamp erscheint. Bekannt sein könnte eventuell schon der Track "The Heavenly Gladness Of Digital Distortion", der Anfang dieses Jahres auf der "There Is More..."-Compilation zu hören war. Eine weitere Neuheit dürfte eventuell noch darin bestehen, dass Pancakes-Gitarrist Rainer Neeff hier gastiert. Was wiederum etwas merkwürdig ist, denn einerseits wird Neeff zwar nur für den Titeltrack von "Lumen" benannt, andererseits sind auch in anderen Tracks immer wieder mal Gitarrenklänge zu hören. Wurde hier gesamplet bzw. synthetisiert, oder hat Ringhausen selber in die Saiten gegriffen?

Dass überhaupt Saiteninstrumente zum Einsatz kommen, grenzt "Lumen" in stilistischer Hinsicht natürlich wiederum von seinen Vorgängern ab, auch wenn die Art und Weise dieser Einsätze wiederum auf einige historische Vorbilder verweist. Solche verträumt-verspielten Gitarrenlinien wie in "Lumen", "Die grüne Reise nach Wuppertal", "Open D" oder eben "The Heavenly Gladness Of Digital Distortion" scheinen in der Tradition von krautigen Bands wie Ash Ra Tempel, Popol Vuh oder - zumal der Titel ja direkt zitiert wird - A.R. & Machines zu stehen. Zu Ringhausens vergleichsweise bedächtiger, einfach strukturierter Elektronik passt dieses Element aber natürlich ebenso.

Zumal auch hier wieder eigentlich ein zumindest zeitlich recht weiter Rahmen abgedeckt wird. Einerseits gibt es klassische Sequencer-Elektronik wie in in "The Witches Far From The Fir Way", die auf zugkräftige Motive und mysteriöse Harmonien setzt, oder eben relativ freiformige Ambient-Klangflächen wie in "Open D" (wenn auch sich hier gegen Ende noisige Klänge einfügen). Dem gegenüber stehen dann minimalistische, kühle und moderne Sounds wie in "Morning Jam", das mit basslastigem Klang und geradlinigem Rhythmus bereits am Rande des Dance liegt. Ähnliches gab es ja bereits auf "More" in Form von "Slick Reactor", und auch "Düsselstrand" setzt auf einen wummernd-wabernden Rhythmus, spacige Soundeffekte und dazu einen Drumcomputer.

Klanglich ist "Lumen" somit also wieder eine relativ lockere, erheiternde Angelegenheit. Damit einher geht aber auch erneut die Tatsache, dass die Musik im Wesentlichen von ihrem Sound lebt. Kompositorisch ist dagegen nicht so viel an Substanz vorzufinden, gerade Stücke wie "Lumen", "Die grüne Reise nach Wuppertal" oder "The Heavenly Gladness Of Digital Distortion" laufen mehr oder weniger konturarm vor sich hin. Spannender in dieser Hinsicht sind "Düsselstrand", das zuerst seinen Rhythmus nach und nach offenlegt und später im Laufe der Zeit immer stärker ein markantes Drei-Ton-Motiv pflegt, sowie "Harmonic Random", das treibende Synthie-Riffs mit melodischen Läufen unterbricht, die sich zwar ähneln, aber nur punktuell wiederholen. Auf das Ende von "The Witches Far From The Fir Way" ist mit düsteren Tonfolgen dramaturgisch gelungen, und "Open D" wechselt wie erwähnt Ambient, Gitarren, einen langsamen Bassrhythmus und Noise-Einschübe ab. Unterm Strich geht "Lumen" somit also in Ordnung, zumal wie erwähnt mit den Gitarren durchaus spannende neue Elemente eingeflossen sind. Dennoch wäre es natürlich wünschenswert gewesen, diese Innovation auch mit einem kompositorischen Fortschritt kombiniert zu hören.

Anspieltipp(s): The Witches From The Fir Away, Harmonic Random, Open D
Vergleichbar mit: steht alles im Text...
Veröffentlicht am: 15.12.2017
Letzte Änderung: 15.12.2017
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Ringhausen

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2009 Sequenced 11.00 1
2011 More 12.00 1
2014 Harmonic Xtortion 9.00 1

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