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PuzzleWood

Gates of Loki

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: HardRock; Independent / Alternative; Psychedelic; Worldmusic / Ethno
Label:
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Tony Legatov electric guitars, acoustic guitars, vocals
Nikita Lipatov bass, keyboards, synthesizers, backing vocals
Eugen Semenov drums

Gastmusiker

Kirill Rossolimo percussion
Dmitry Ignatov bouzuki (7)
Basem Al-Ashkar arabic oud (10), violin (9)
Olga Scotland flute (3)
Anastasia Lipatova backing vocals

Tracklist

Disc 1
1. Intro (Gates of Loki) 3:40
2. Remember my Name 4:29
3. Obsessed 5:36
4. Come back Home 3:18
5. Tyrant who fall in Love 5:44
6. Твой дом / Your House 5:28
7. To the Void 5:57
8. Hollow 6:51
9. Jerusalem 7:20
10. Road will lead 6:46
Gesamtlaufzeit55:09


Rezensionen


Von: Christian Rode @


Russland war noch nie eine Proghochburg. Anders als bei anderen osteuropäischen Ländern sind mir keine russischen Progbands aus den 70ern geläufig und auch in den folgenden Jahrzehnten sieht es dort eher mau aus. Jedes Jahr erscheint gleichwohl etwas mehr als eine handvoll Alben, die für Leser dieser Seiten von Interesse sind. Und es stoßen immer mal wieder neue Namen hinzu.

PuzzleWood kommen aus Moskau und sehen sich selbst als eigenbrötlerische Vertreter eines meditativen post-progressive Rocks in der Tradition von King Crimson und Pink Floyd, hin- und hergerissen zwischen Psychedelic und Electronic. Diese Assoziationen kamen mir beim Hören des Debuts „Gates of Loki“ allerdings nur bedingt. Müsste ich die Musik auf einen Nenner bringen, würde ich sagen, dass PuzzleWood stark percussioninfiziert spielen. Der Drummer wird recht häufig von einem quirligen Percussionisten unterstützt, der lockeren Drive in die Stücke bringt. Die Band vermengt stilistisch Folk und Hardrock mit orientalischem wie asiatischem Kolorit. Die Melodien gehen meist gut ins Ohr, manchmal klingt es aber auch russisch („Your House“, das einzige Stück mit einem russischen Titel). Die Band ist durch Tony Legatov mit einem ausdrucksstarken, volltönenden Sänger in mittlerer Tonlage gesegnet, der mich hin und wieder an John Wetton erinnert.

Aber PuzzleWood liebt es anscheinend auch mit Erwartungshaltungen zu spielen. Nach einem schwebenden Intro mit Soundcollageelementen fetzt „Remember my Name“ mit orientalischem Einschlag los, der ein wenig Richtung Tea Party geht. Dieser orientalisierende Hardrock kehrt immer wieder, wird jedoch immer wieder – auch innerhalb eines Stückes – von gegensätzlichen Elementen abgelöst. Bei „Remember my Name“ ist es ein fulminantes Synthiesolo, bei „Tyrant who fall in Love“ jazzige Percussions mit anschließendem jazzrockigen Gitarrensolo. So richtig exotisch geht es bei „Obsessed“, „Your House“ und am Ende des Albums zu. Besonders eindrucksvoll ist bei „Obsessed“ der Kontrast zwischen fuzziger E-Gitarre und pastoraler Flöte.

„Jerusalem“ beginnt zaghaft und versponnen, verbreitet mit traumhaftem Gesang mystische Stimmung, um zu eruptiver Härte zu führen. „Road will lead“ lebt von einer strangen Mischung aus oud-untermalten, sophiehungernahen Strophen und einem floydigen Instrumentalteil. Und dazwischen gestreut sind auch noch zwei gut ins Ohr gehende entspannt groovende, relativ poppige Nummern („Come back Home“, „Hollow“). PuzzleWood versteht es immer wieder zu überraschen. Grenzen zwischen Eingängigkeit und Komplexheit existieren kaum.

Es hat ein Weilchen gedauert, bis ich den richtigen Zugang zum Album gefunden hatte. Wer ein offenes Ohr für musikalische Kombinationen hat, die dem mitteleuropäischen Hörer zuweilen etwas fremd erscheinen können, sollte sich ruhig einmal PuzzleWood widmen. Russland ist immer mal wieder für eine kleine Überraschung gut.

Anspieltipp(s): Obsessed, Come back Home, To the Void, Road will Lead
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 14.12.2017
Letzte Änderung: 14.12.2017
Wertung: 11/15

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