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Tiger Moth Tales

The Depths of Winter

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: Neoprog; RetroProg
Label: White Knight
Durchschnittswertung: 12/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Pete Jones vocals, keyboards, drum programming, guitars, clarinet, recorder, ukulele, percussion

Gastmusiker

Luke Machin guitar solo (2)
Emma Friend flute (1, 2, 7)
Jamie Ambler voice (4, 8)
Sara Baldwin flugelhorn (2, 4)
Sarah Wardle tenor horn (2, 4)
Joe Heartfield tenor trombone (2, 4)
Andy Baldwin euphonium (2, 4)
Steve Bottomley BBb bass

Tracklist

Disc 1
1. Winter is coming 0.31
2. Winter Maker 10.50
3. Exposure 13.34
4. The Ballad of Longshanks John 6.58
5. Migration 2.58
6. Take the Memory 7.10
7. Sleigh Ride 6.40
8. The Tears of Frigga 11.42
9. Hygge 9.12
10. Winter's End 1.32
Gesamtlaufzeit71:07


Rezensionen


Von: Marc Colling @ (Rezension 1 von 2)


Pete Jones benutzt für sein Progprojekt den Namen Tiger Moth Tales, was dem in früher Kindheit erblindeten Multiinstrumentalisten die Freiheit lässt unter anderen Namen auch mal Pop-lastige Musik zu produzieren. Musikexperten halten Jones schon seit längerem für außergewöhnlich talentiert und was er hier an Arrangements und Kompositionen zaubert ist in der Tat bemerkenswert. „The Depths of Winter“ klingt erwachsen und wird fast im Alleingang, nur mit Hilfe von einigen wenigen Freunden/Gastmusikern, eingespielt. Dabei bedient er sich oft reduzierter und minimalistischer Techniken, programmiert seine Drumparts selbst was mich entgegen meiner sonstigen Gewohnheit hier nicht stört.

Schon die Texte sind beachtenswert. Sie erzählen allesamt kleine Geschichten und klagen auch mal kritisch den Wahnsinn des Krieges an. Dann seine Stimme. Zerbrechlich und emotional, hoher Wiedererkennungswert. Seine Instrumentation, Klasse. Neben den üblichen Rockinstrumenten hört man auch diverse Glocken Klarinette, Flöte, Horn, Tuba oder auch mal eine Ukulele.

Mit 4 von 10 Songs um oder über 10 Minuten lässt Tiger Moth Tales seiner Musik Zeit um sich frei zu entfalten. Tatsächlich sind die intelligent ausgearbeiteten langen Tracks die wirklichen Glanzlichter, denn mit TAKE THE MEMORY (etwas zu zahm, aber noch gerade so akzeptabel durch die schöne Klarinette) und dem Instrumental SLEIGH RIDE (rhythmisch einfältig-simpel und keine Bindung zum Album) sind nur 2 schwächere und zum Glück etwas kürzere Tracks zu hören. Dummerweise sind diese in der Mitte des Albums hintereinander platziert, was den Fluss leider stört. Skip, Skip, Hurra.

Genug Mecker. Der Rest der CD ist exzellent. Da hört man in WINTER MAKER ein ergreifendes Tuba, Hörner und ein tolles Gitarrensolo von Luke Machin, eine unfassbar geile Gesangslinie die an Joe Cocker in seiner progressiven Phase erinnert erklingt in THE BALLAD OF LONGSHANKS JOHN, gepaart mit orientalischen Rhythmen und viel Dramatik. Dann das verträumt-romantische HYGGE, das souverän zum Ende des Albums leitet.

Die wahren Perlen aber sind das beklemmend düstere und anklagende EXPOSURE das sich wie ein Monolith aufbaut und vor allem THE TEARS OF FRIGGA. Hier ist der Musiker kompositorisch auf einem Niveau mit den größten Kompositionen der Hochprogphase in den 70'ern. Das bietet Abwechslung, Geschlossenheit und Spannung.

Tiger Moth Tales überzeugt. Das Album hat Hirn und Verstand, ist flüssig geschrieben und bietet tolle Melodiebögen. Ein kräftiger Schuss Komplexität hält die Aufmerksamkeit jederzeit hoch, denn Pete Jones wechselt auch mal unvermittelt die Themen, tänzelt gerne zwischen den flauschigen und den kratzigen Passagen. Hörer mit einer Vorliebe für ruhige und dennoch fordernde Musik dürfen gerne rein hören.

Anspieltipp(s): The Ballad of Longshanks John
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 8.1.2018
Letzte Änderung: 10.1.2018
Wertung: 12/15
nur 12 wegen der blöden Skipperei, wobei für Vinylfreunde......

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Von: Jürgen Wissing @ (Rezension 2 von 2)


Wer erinnert sich? An einen kurzen Winterspaziergang durch frisch gefallenen Schnee, an die gedämpfte Stimmung, an das Gefühl, alles um sich herum sei wie in Watte verpackt? So oder so ähnlich müssen wohl auch die Erinnerungen von Pete Jones an winterliche Erlebnisse sein, die er für sein neues Album so trefflich vertont hat. Gesehen hat er die Winterlandschaft bekanntlich nicht, umso intensiver muss er seine Wahrnehmungen gespürt haben. Und die Art und Weise, wie er dem Hörer musikalisch diese Wahrnehmungen vermittelt, nötigt Respekt ab.

So fließt das Album harmonisch und sehr schlüssig, gelegentlich etwas betulich, mal etwas floydig („Exposure“), mal mit übertriebenem Kuschelfaktor („Take the Memory“), wie ein ruhiger Strom im winterlichen Eismeer. Süßliche Hackett’sche Anleihen sind wieder vorhanden („Sleigh Ride“), aber auch nach The Enid klingen die Keyboards schon mal. Und in „Tears of Frigga“ erinnert irgendetwas irgendwie an Big Big Train. „Hygge“ schließlich ist doch eh‘ ein Stück von Genesis, oder etwa nicht?

Nun, das Album stellt eindeutig einen großen Fortschritt im musikalischen Schaffen von Pete Jones dar, der hier sein bisher eindeutig bestes und reifstes Werk vorlegt, welches rundum zu gefallen vermag. Auch wenn der Stimmungstransfer bisweilen zu Lasten einer sanft progressiven Ausrichtung geht.

Halten wir uns doch schnell noch einmal an den Rat von Pete Jones – bevor es richtig Frühling wird: „Light the fire, pour the coffee, and lose yourself in a wintery world.“ Also zurücklehnen und einem schönen Album lauschen…

Anspieltipp(s): Exposure
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 13.3.2018
Letzte Änderung: 13.3.2018
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Tiger Moth Tales

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2015 Cocoon 11.00 2
2015 Storytellers - Part One 8.00 2

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