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Weedpecker

II

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2015
Besonderheiten/Stil: HardRock; Psychedelic; RetroProg; Spacerock; sonstiges
Label: Kraken Records/Pink Tank Records
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Besetzung

Piotr Dobry guitars, vocals
Bartek Dobry guitars, vocals
Grzegorz Pawlowski bass
Robert “Falon” Kułakowski drums

Tracklist

Disc 1
1. Reality Fades 7:46
2. Flowering Dimensions 4:45
3. Fat Karma 5:28
4. Nothingness 5:08
5. Into the Woods 8:14
6. The Vibe 6:25
7. Already Gone 9:12
Gesamtlaufzeit46:58


Rezensionen


Von: Peter Meyer @


Fiese Vögel und ein zäher Scherz

Mit „Weedpecker“ gelang dem gleichnamigen Quartett aus Polen ein Achtungserfolg. Auf dem zweiten Album, konsequenterweise mit „II“ betitelt, verfolgen die Musiker aus dem europäischen Osten, jetzt ohne spanische Bassunterstützung, den einmal betretenen Pfad unbeirrt weiter. So gibt es der Rezension zum Debut wenig hinzuzufügen. Dessen gefällige Jugendstilillustration wich einer unheimlichen und wenig zuversichtlichen Fantasydarstellung: Riesige vogelartige Wesen, die als gewaltige Klippen hoch über einem Flusslauf wachen, halten ihre scharfen Schnäbel in den Sonnenuntergang und starren den Betrachter aus leeren Augenhöhlen an, bereit ihn unmittelbar zu zerhacken. Man erwartet aufgrund dieses Eindrucks zunächst auch musikalisch furchterregende Dinge wie Grunts, Pig Squeals, atonales Geschepper und andere Hässlichkeiten.

Es ist kein Liederabend vom Mädchengesangverein, aber es wird doch noch ganz nett.
Durch den dichten Nebel unzähliger Joints (Weed!) dringen noch schroffere Gitarrenparts zum Konsumenten hindurch. Sie werden durch allerlei Effektgeräte modifiziert. Auf Keyboards wurde abermals verzichtet, Gesang ist nur phasenweise- gewissermaßen als verzierendes Attribut - zu hören, die Texte lassen sich kaum identifizieren.

Aufnahmetechnisch klingen die Songs verbessert, das beginnt schon bei einer saubereren Kanaltrennung. Was bleibt, ist die musikalische Litanei von repetierten Clustern aus dem Stoner/Grunge/Psychedelic Genre, was gegebenenfalls einen suggestiven Reiz auf den Hörer ausübt.

Already Gone hat eine eventuell unrühmliche Besonderheit aufzuweisen: Das Stück ist eigentlich nach knapp fünf Minuten vorbei, nach zweieinhalbminütiger Stille geht es dann aber wieder weiter. Es gibt also noch einen kleinen Bonus, bestehend aus ein paar verzerrten und mit Effekten angereicherten Klanggebilden. Anathema machen so etwas auch gerne, wenn die Kreativität zur Neige gegangen ist, sogar Shadow Gallery waren sich bei „Carved In Stone“ für diesen „ärgerlichen CD-Scherz“ (Henning Mangold) nicht zu schade. Während „Carved in Stone“ aber 71 Minuten lang ist, kommt der polnische Vierer mit Scherz nur auf 47 Minuten, da ist das musikalische Angebot insgesamt noch verbesserungsfähig.

Als bester Track ist dieses Mal Into the Woods mit interessanter Struktur und harmonischer Gefälligkeit, besonders in den atmosphärischen Songteilen, herauszuheben. Nach entspanntem Beginn tasten sich die Musiker an immer härtere Edges und wuchtigere Klänge heran, melodische Motive werden mit viel Delay verfremdet. Das groovt.

Auch „II“ ist eine Scheibe, die nicht nur headbangende und pfeiferauchende Freaks mit hochgereckter Faust erreicht, sondern auch genügsamen Fans des sechziger/siebziger Jahre Rock eine angemessene Alternative bietet. Unsere Droge der Wahl ist die Musik an sich.

Anspieltipp(s): Into the Woods
Vergleichbar mit: Weedpecker I
Veröffentlicht am: 15.1.2018
Letzte Änderung: 15.1.2018
Wertung: 9/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Weedpecker

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2013 Weedpecker 8.00 1
2018 III 10.00 1

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