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Hildegard von Binge Drinking

Hildegard von Binge Drinking

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016 (Download, LP vergriffen)
Besonderheiten/Stil: Elektronische Musik; Krautrock; Punk; Spacerock
Label: Eigenproduktion, LP über Unbreakmyheart
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Daniel "Dany" Gehret Synthesizer, Keyboard, Gesang
Matthias "Labse" Labus Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. Falling 5:12
2. Sigma Bands 2:12
3. Slow Wave 4:34
4. Night Terror 4:22
5. Fantasy 4:41
6. Read-Only Memories 5:23
7. Death 3:58
Gesamtlaufzeit30:22


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Hildegard von Binge Drinking aus Würzburg haben's drauf: Das Duo firmiert nicht nur unter einem üblen Wortspiel als Projektnamen, sondern ist auch sonst für allerlei Späße zu haben: Auf Fotos posiert man in Ordenstracht, für den Digital-Download der Tracks, mit denen man 2014 auf einer Split-EP debütierte, ruft man auf Bandcamp einen Preis von 666 € ab - diese Stücke sind aber auch Teil Compilation "Present, Past And Future", die dort wiederum für umsonst angeboten wird. Oder als CD in selbst gestalteter DVD-Hülle sowie als Kassette, wobei der Käufer als Draufgabe auch noch ein Videospiel nach Wahl für die Sega-Master-System-Konsole erhält. Äh, ja. Es verwundert somit nicht, dass das selbstbetitelte Debütalbum aus dem Jahr 2016 mit einer gelungenen Persiflage von Jean Michel Jarres "Equinoxe" auf dem Cover die Blicke auf sich zieht (und die für Ende des Monats angekündigte "Tour de Farce Soundtracks"-EP sieht dann auch genau so aus, wie der Titel erahnen lässt).

Na ja, ganz so lustig wie das Drumherum ist die Musik der Herren Gehret und Labus nicht - zumindest nicht ganz. Denn einen Unterhaltungswert hat das auf "Hildegard von Binge Drinking" zu hörende Material definitiv. Die grobe stilistische Orientierung umreißt schon einmal die Rollenverteilung: Gehret bedient allerlei Elektronik (laut Rider kommt sogar ein Nintendo DS zum Einsatz) und Labus trommelt dazu - ganz ähnlich haben es Zombi gemacht und damit eine interessante Mischung aus treibenden Rock und Retro-Elektronik erzeugt. Das hatte Kollege Achim hier konsequenterweise mal "Zombiprog" genannt, und auch HvBD fallen ohne Vorbehalte in diese Kategorie. Ein bisschen anders ist es dabei freilich aber doch, denn die Würzburger konzentrieren sich stärker auf die Rhythmik und lassen dafür elektronische Schwelgerei in den Hintergrund treten. Das hat allerdings auch seinen Effekt, denn mit teils stampfigen Beats wie in "Fantasy" oder "Read-Only Memories" erzeugt man eine ungleich spacigere und hypnotische Note.

Weiteres Unterscheidungsmerkmal ist der allenthalben zu hörende Gesang, oder wie man die in fast allen Tracks enthaltene Vocoder-verfremdete rhythmisierte Sprache oder wortloses Sampling wie in "Night Terror" sonst nennen soll. Die Ausnahme bildet allerdings "Slow Wave", in dem Gehret hysterisch brüllt, was Assoziationen an Punk, gerne auch in der elektrisierten Form à la Atari Teenage Riot weckt. In jedem Fall fügen diese Elemente dem Sound von HvBD eine interessante, eigene Note hinzu, wobei dieser Umgang mit den instrumentalen Gegebenheiten ein bisschen an die personell wie instrumentel sehr ähnlich aufgestellten Sankt Otten erinnert. Den großen Reiz der Musik auf "Hildegard von Binge Drinking" unterstützt dieses Element ebenfalls: Sämtliche Stücke sind lebhaft, verspielt und daher mit Interesse anzuhören, wozu beide Musiker beitragen. Das Schlagzeug groovt und stampft, während an der Elektronik schmatzende Sequenzen mit ausladenden Melodien verknüpft werden, und beides im Zusammenspiel trägt die Songs.

Natürlich bleiben diverse Wiederholungen nicht aus, und bei "Night Terror" sowie "Fantasy" fällt auf, dass diese Stücke in der Mitte jeweils kurz einen teils bombastisch ausgestalteten Höhepunkt ansteuern und danach quasi wieder von vorne beginnen. Das scheint aber bei einer Rhythmus-orientierten Musik wie dieser hier eher programmatisch zu sein, und für sich genommen zieht die Substanz ja. Überdies machen gerade Stücke wie "Falling" oder "Sigma Bands" deutlich, dass es HvBD bestens verstehen, ihre Musik knackig zu spielen und auf den Punkt zu bringen. Anzumerken wäre noch, dass "Night Terror" und "Death" mit schleppendem Tempo und getragenen bis elegischen Motiven eher schwer ausgefallen sind, hiermit aber natürlich logische Gegenpole zum ansonsten ziemlich bewegten Material bilden. Was eben dazu beiträgt, dass "Hildegard von Binge Drinking" ein ziemlich kurzweiliges Album zwischen Elektronik, Zombiprog und krautigem Punk geworden ist. Weiter so!

Anspieltipp(s): Sigma Bands, Read-Only Memories
Vergleichbar mit: Zombi, Sankt Otten, Voyag3r
Veröffentlicht am: 9.3.2018
Letzte Änderung: 10.3.2018
Wertung: 11/15
Elektronik der kraftvollen Art - sehr erheiternd!

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2018 Tour de Farce Soundtracks 10.00 1

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