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Rinotopía

Rinotopía I

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017 (bislang nur digital erhältlich)
Besonderheiten/Stil: Blues; Jazzrock / Fusion; Psychedelic; RetroProg
Label: La Isla de los Náufragos
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Besetzung

Andrés Guerrero Gesang, Gitarre
Iván Meluk Keyboards, Gesang
Renzo Brusco Bass, Gesang
Franco Lanzillota Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. La Cura 3:05
2. Asesina 4:48
3. Despega 7:34
4. Un Adios 8:59
5. Punto Muerto 8:24
6. Mar de Cromo 9:57
7. Piedra (No se deja enamorar) 6:53
8. Canción para el fin de los tiempos 7:29
9. Vos y el Cielo / Bardo 9:45
Gesamtlaufzeit66:54


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Doch, es gibt bisweilen Bands, die sich einen zu ihrer Musik passenden Namen geben. Panzerballett sind so ein Fall, aber auch Rinotopía (Akzent auf dem zweiten i, nirgends sonst!) aus Buenos Aires haben es nicht schlecht getroffen. Das Nashorn, welches das Quartett auf seinem Debüt "Rinotopía I" farblich minimalistisch zersägt, taugt in seiner Mischung aus gutmütiger Trägheit und dennoch stets angedeuteter Aggression ebenso als Aufhänger, um die Musik auf diesem Album attributiv zu konnotieren. Dabei verwundert es wenig, dass hier ebenfalls eine ganze Portion Jazz im Spiel ist. Für diese Komponente dürfte hauptsächlich Keyboarder Iván Meluk verantwortlich sein, der auf dieser Platte oft und gerne zu E-Piano und Orgel greift und seine Läufe und Riffs öfters in dieser Art gestaltet.

Aber auch das zumeist lockere Spiel der übrigen Band kommt dieser Ausrichtung entgegen - denn zumeist geht es hier tatsächlich ruhig zu, wobei diese "Ruhe" sich üblicherweise aber auch als sehr streng kontrollierte Aggression entpuppt. Entsprechende kraftvolle Ausbrüche folgen dabei zwischenzeitlich immer wieder auf dem Fuße, dominieren die Stücke aber nicht. Zudem stellt sich noch heraus, dass Rinotopía gerne mal auch zum Blues greifen, was beispielsweise in "Despega" relativ klar an Pain Of Salvations "Road Salt"-Alben denken lässt - umgekehrt allerdings wiederholen sich entsprechend der Genre-Konventionen die Akkordfolgen dabei regelmäßig, was hier teils etwas länglich wirkt. Zuletzt kommt noch eine gewisse Psychedelic-Komponente ins Spiel, die wiederum hauptsächlich auf entsprechenden Verfremdungen von Gitarrist und Frontmann Andrés Guerrero fußt und sich weitergehend lediglich in diversen Jam-Passagen erschöpft.

Die jeweiligen Ausprägungen dieser Mischung fallen dabei je nach Song unterschiedlich aus. In den besten Momenten - beispielsweise im flotten Opener "Asesina", in dem der Rhythmus immer wieder von den unkonventionellen Gesangslinien mitgerissen wird, dem wohlstrukturierten "Mar de Cromo" mit seinen Hardprog-Anklängen und dem zusehends beatlesken "Canción para el fin de los tiempos" (das "Magical Mystery Tour"-Album schimmert durch) - ist diese Musik sofort greifbar und klingt mit ihren gut abgestimmten Klangfarben sehr vital. Auf der anderen Seite allerdings gibt es wie erwähnt eben langwierigere Stücke wie "Despega" und "Un Adios", die daran kranken, dass kurze Strophen minutenlang wiederholt werden und man sich nach Abwechslung förmlich sehnt - die gibt es dann zwar in Form von ausladenden, schön arrangierten Refrains und kurzen instrumentalen Ausbrüchen jeweils, aber insgesamt überwiegt doch marternde Lethargie, was dann doch eher Skepsis erweckt.

Natürlich postieren sich die übrigen Stücke dazwischen. "Punto Muerto" stellt zwar in seinem Verlauf nur wenige verschiedene Parts gegeneinander, diese sind jedoch ebenso ausgewogen wie unterschiedlich - Western-Melancholie trifft auf optimistische Aufbruchsstimmung à la Sigur Rós' "Viðar vel tl loftárasa", und vor allem agiert der Gesang in den Strophen wesentlich freier und weniger repetetiv. Das wiederum bluesigere "Piedra (No se deja enamorar)" ist relativ vorhersehbar und arm an Überraschungen, kann dafür aber immer wieder auf zugkräftigere und voller arangierte Passagen zurückgreifen, und "Vos y el Cielo / Bardo" wiederum steuert die ersten vier Minuten stringent einem Höhepunkt entgegen, den es auch tatsächlich gibt, verflacht dann aber über ein bluesiges Basssolo erst mal, ehe es für die letzten zwei Minuten noch mit gediegenem Schwelger-Rock samt Mellotron-Streichern ein feierliches Ende gibt.

Ganz ins Schwarze getroffen haben Rinotopía mit ihrem Debütalbum also nicht - immer wieder sind es in den langen Songs eben solche Durststrecken, die den Eindruck trüben. Hiervon abgesehen schaffen es die Südamerikaner aber definitiv, eine spannende, eigenständige Klangsprache zu finden, die zugleich leichtfüßig und doch gewichtig klingt, und die spannendsten Momente von "Rinotopía I" machen die dahinter steckende musikalische Kraft dieser Nashorn-Charakteristik mehr als deutlich. Hier wäre also für die Zukunft Konzentration und Verdichtung das Mittel der Wahl. So bleibt ein nicht rundum gelungenes, aber fast immer vielversprechendes Debütwerk.

Anspieltipp(s): Asesina, Canción para el fin de los tiempos
Vergleichbar mit: den "Road Salt"-Alben, Beatles, jazzigem New Artrock
Veröffentlicht am: 15.3.2018
Letzte Änderung: 15.3.2018
Wertung: 9/15
Trotz Längen in einigen Songs recht sympathisch

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