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Sonar

Vortex

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018 (with David Torn)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Mathrock; Postrock; sonstiges
Label: RareNoise Records
Durchschnittswertung: 12/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Stephan Thelen Guitar
Bernhard Wagner Guitar
Christian Kuntner electric Bass
Manuel Pasquinelli Drums

Gastmusiker

David Torn electric Guitar, Live-Loopings & Manipulation

Tracklist

Disc 1
1. Part 44 9.58
2. Red Shift 10.31
3. Waves and Particles 7.49
4. Monolith 10.47
5. Vortex 9.37
6. Lookface! 7.13
Gesamtlaufzeit55:55


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 2)


Dem Schweizer Quartett Sonar um den Gitarristen Stephan Thelen eilt der Ruf voraus, eine kopflastige, leicht unterkühlte, mathematisch-repetitive Musik für zwei elektrische Gitarren und die Rhythmussektion zu machen. Nach drei Alben (eines bei Ronin Rhythm Records, zwei weitere bei Cuneiform Records erschienen) hat man sich mit dem vierten Album „Vortex“ auf eine kleine, aber bedeutende Änderung eingelassen.

Der Avantgarde-Gitarrist Henry Kaiser hatte die Idee, Sonar mit dem US-Gitarristen David Torn zusammenzubringen. Der letztere übernahm nicht nur die Aufgaben des Produzenten (was der ursprüngliche Vorschlag von Kaiser war), sondern steuerte gleich seine elektrische Gitarre bei mitsamt „Live-Looping & Manipulation“.

Als David Torn sich das 2015-er Album „Black Light“ anhörte, dachte er, dieser Musik würde ein rockiges und raues Element guttun. Mit diesem Ziel wollte Torn eine weitere Schicht in der Musik erschaffen, nicht zuletzt durch die Beiträge seiner Gitarre.

Statt der eigentlich geplanten Rolle des Produzenten und Gastmusikers wurde der Beitrag von Torn immer bedeutender, so dass er am Ende auf jedem Track mitspielte und so etwas wie fünftes Bandmitglied geworden ist. Die Kraft und Intensität seines Spiels hat das Quartett restlos überzeugt. Das brachte Torn wiederum zwei Composer-Credits ein. Währenddessen fungierte Stephan Thielen weiterhin als der wichtigste Stückeschreiber bei Sonar.

Also bekommt der Freund vom wahrhaftig progressivem Rock genau das, was auf dem Cover steht: Sonar trifft auf David Torn. Das bedeutet die mathematisch präzisen Einfälle von Thelen garniert mit Gitarrenbeiträgen von Torn, die zwischen melodischen und entrückten Solos, atmosphärischen Schleifen und experimentell-schrillen Klangeffekten variieren. Reichlich vorhanden sind Momente der unterschwelligen Anspannung, die sich als angejazzte, sphärische, oder ambientartige Meditationen zu tarnen versuchen.

Ich darf mal davon ausgehen, dass meine Zuordnung der gehörten Klänge korrekt ist. Das wäre zumindest naheliegend, wenn man die von Thelen stammende Beschreibung Torns Gitarrenspiels heranzieht. Thelen spricht nämlich von „Davids freiem und expressivem Stil“, der mit dem „klaren, disziplinierten und präzisen Herangehen“ der beiden anderen Gitarristen zugleich harmoniert und die reizvollen Kontraste möglich macht. Noch ein Zitat von Thelen sagt einiges über die beschriebenen Fragmente aus: „Davids Gitarre heult auf wie ein verwundetes Tier, über den kantigen (…) Rhythmen auf „Monolith“. Neben derartigen kurzen Ausbrüchen gibt es allerdings auch lange Passagen mit der gewohnt stoisch-präzisen und fast schon entspannend wirkenden Gitarrenarbeit von Thelen und Wagner. Meistens begleitet von den nicht minder unterkühlten und präzisen Beiträgen von der Bassgitarre und vom Schlagzeug. Mir als King Crimson- und Fripp-Hörer kommt einiges an solchen repetitiven Motiven ziemlich vertraut vor.

Wer also die durch die Mitarbeit von David Torn möglich gewordenen raueren und wilderen Töne in der Musik von Solar hören möchte, der sollte „Vortex“ nicht verpassen. Mathrock aus der Schweiz vom Feinsten! Neulich auch mit dem kleinen, aber feinen Wildheitsfaktor aus dem Land der unbegrenzten Gitarrenschleifen!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 29.3.2018
Letzte Änderung: 29.3.2018
Wertung: 11/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 2)


Ich denke es war wirklich eine prima Idee von Henry Kaiser Sonar und David Torn zusammen zu bringen. Warum? Na, man höre sich einfach "Vortex", das Ergebnis der Bemühungen, an.

Am Stil des Quartetts aus der Schweiz hat sich eigentlich wenig verändert. Ein komplexer Instrumentalprog wird weiterhin geboten, mechanisch-vertrackt, repetitiv und kantig, der eher stoisch voran schreitet, und bisweilen an rezentere Produktionen aus dem King-Crimson-Lager erinnert.

Wie man meiner Rezension zu "Black Light" entnehmen kann, empfand ich diese Musik zwar als beeindruckend und perfekt dargeboten, aber auch als etwas gleichförmig, ziellos und unterkühlt. Diese negativen Aspekte sind nun verschwunden, was ich einmal an der Präsenz Torns festmachen möchte.

Der amerikanische E-Gitarren- und Effekt-Wizzard sorgt mit seinen Einlagen nicht nur für mysteriös-schwebende bis jaulend-schneidende Eskapaden die das Klangspektrum und die Farbigkeit der Musik enorm erweitern, er steuert auch so allerlei Hintergrundklang und Nebentöne bei, elektronisch-wabernde Flächen, begleitendes Zirpen und Zwitschern, sonores Brummen und ausschmückendes Hallen, was in der Summe die Musik von Sonar um einiges interessanter, intensiver und dynamischer macht. Es gibt hier mehr Tempowechsel als auf den vorherigen Scheiben der Schweizer, und sich aufbauende Spannung wird nun entsprechend entladen. Stellen von schwebender Zerbrechlichkeit sind auszumachen, die sich mit sperrig-wüsten Ausbrüchen abwechseln, wobei die Musik meistenteils natürlich weiterhin treibend, rhythmisch-metronomhaft voran rockt. Auch Bass (der weitaus fetter im Mix steht) und Schlagzeug scheinen mir vielseitiger zum Einsatz zu kommen als auf den vorherigen Scheiben.

Ein moderner, intensiver, perfekt vorgetragener und voluminös und detailreich produzierter Instrumentalprog arbeitet sich hier durch die Gehörgänge, der einerseits die von der Band gewohnte minimalistisch-hypnotische Kraft verströmt, andererseits aber durch Torns Beiträge so abwechslungsreich und vielseitig ausgefallen ist, dass keine Langweile oder Atemnot aufkommt. "Vortex" ist ein ausgesprochen starkes Album, das Ergebnis einer wirklich gelungenen Kooperation, welches durchweg Spaß macht. Ich bin beeindruckt und begeistert.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.4.2018
Letzte Änderung: 22.4.2018
Wertung: 13/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Sonar

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2012 A Flaw Of Nature 12.00 1
2014 Static Motion 12.00 1
2015 Black Light 11.33 3

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