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Mouth

Floating

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018
Besonderheiten/Stil: Krautrock; Psychedelic; Spacerock
Label: Tonzonen Records
Durchschnittswertung: 8.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Christian Koller guitars, keyboards, vocals, sitar
Gerald Kirsch bass
Nick Mavridis drums

Tracklist

Disc 1
1. Floating (Reprise) 2:46
2. Madbeth 2:32
3. Homagotago 9:00
4. Reversed 4:31
5. Sunrise 5:01
6. Distance 3:06
7. O.T.B. Field 2:55
8. Sunset 4:54
Gesamtlaufzeit34:45


Rezensionen


Von: Peter Meyer @ (Rezension 1 von 2)


Mastered by Eroc, das dürfte für eine kleine, aber umso begeisterungsfähigere Gemeinde schon allein das Argument sein, mal so richtig abzufloaten. Das floatet nämlich ordentlich, krautige Psychede-licks, eine schwere Hammond B3 in freundlichen Dur- und Major7-Akkorden, ratsche-kratsche Wah-Wah-Gitarren, ein Fuß immer auf dem Pedal wie beim BMW 1602, Verzerrer, alles fein vintage, das sind die ganz frühen Siebziger!

Chris, Gerry und Nick ( Nick mit c-k!) - haben sie die frühen Siebziger erlebt? Ich meine, so richtig, in dämmerigen Tanzschuppen (so hießen die damals noch) mit funky Discokugel und 3-Wege-Lichtorgel, nicht im Kinderkollektiv.
Hey, Leute, mono wäre noch eine Option gewesen, das schießt euch sogar weit in die 60er zurück. Na, wenigstens strikte Kanaltrennung mit Drums und Bass auf rechts, Hammond und Rhythmusgeschrackel auf links.

In Track 1 (Floating) weiß jedenfalls eine Sitar als Melodieinstrument (von halbrechts) zu erfreuen, George wäre zu Tränen gerührt! Madbeth, Reversed, Distance und O.T.B Field sind mit Gesang, man wartet auf die Leslie-Verzerrung der Vocals. Leslie-Effekt ist´s nicht, aber irgendwas haben die damit gemacht!

Nee, das ist stilecht, zeitweise sogar stilecht eintönig, da ist klangmäßig nichts drin, was nach Erfindung des Punk auf die Teller kam. Die Länge passt auch, 35 Minuten; habe ich anderswo gerade geschrieben: Interessant für Leute, die noch auf Cassette aufnehmen (deren Klang ist gemessen am toten Digitalsound durch den geringen Fremdspannungsabstand und die systembedingten Gleichlaufschwankungen sowas von lebendig).

35 Minuten Lauflänge, na ja, ärgerlich für Verfechter der C60, die sind eben weniger anfällig für Bandsalat. Ich empfehle daher immer Spulentonband. Und das Einfädeln von denen hat nachgewiesenermaßen beschwörend rituellen Charakter, diese spannenden Momente, man wartet ungeduldig, dass die Musik endlich losgeht. Und wartet - da hat´s die Schlaufe wieder rausgezogen ……. Wer will da widersprechen? Aber das sind technische Nebensächlichkeiten, hier soll es ja um die Musik gehen. Und die floatet……..

Anspieltipp(s): Hmm....
Vergleichbar mit: 1602 und bauähnlichen
Veröffentlicht am: 5.4.2018
Letzte Änderung: 5.4.2018
Wertung: 8/15
Float it!

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 2)


Mit "Floating" legen Mouth nach "Rhizome" (2009) und "Vortex" (2017) ihr erst drittes Studioalbum vor. Entstanden ist das Trio aus Köln schon im Jahre 2000, und man verortete die selbst erzeugte Musik irgendwo im Grenzgebiet von Prog, Krautrock, Hardrock, Glamrock und Psychedelischem, alles klanglich stark mit den späten 60er bzw. frühen 70er Jahren des letzten Jahrhunderts verbunden.

Auch "Floating" passt in diese stilistische Umschreibung, wobei inzwischen allerdings nicht mehr allzu viel Hardrock und eigentlich kein Glamrock mehr auszumachen ist. Einen sehr authentischen Retrorock haben die drei Köllner hier im Angebot, der seine Vorbilder weiterhin bei Bands sucht, die im oben umrissenen zeitlichen Rahmen tätige waren.

Das einleitende Titelstück (schon versteckt auf dem Vorgänger "Vortex" zu finden) erinnert mit seinen Sitareinlagen und dem sattem Georgel an die späten 60er, arbeitet sich dabei recht rund und klangvoll voran, und gemahnt fast an eine Mancini-Soundtracknummer ("The Party"). Das anschließende "Madbeth" ist dann etwas aggressiver ausgefallen, rockt zwar auch eher 70er-lastig, hat aber gleichzeitig ein gewisses Indie-Flair. Oder, ist das das Glamrock-Rudiment?

In den etwas längeren Nummern wird dann krautig-rockig, und instrumental gejammt. Die E-Gitarre steht dabei klanglich im Vordergrund, von der Rhythmusabteilung begleitet, und verziert meist mit dezenteren Tasteneinlagen und Elektronischem. Bei einigen Stücken wird dazu auch gesungen, und Kollers Organ erinnert dabei bisweilen an Ozzy – vor allem in "Reversed" und "Distance" (die Musik natürlich nicht). Im abschließenden "Sunset" wird dann ausgiebig getragen georgelt, während sich die Gitarre jaulend von der Sonne und dem Zuhörer verabschiedet.

Retrorock gibt es auf "Floating" also zu hören, der durchaus farbig und voluminös, aber auch eher geradlinig, unaufgeregt und rund aus den Boxen gleitet. Allzu progressiv oder motorisch-krautig geht es hier nicht zu. Um das Jahr 1970 herum wäre diese Musik wohl als Protoprog durchgegangen. Oder, man würde sie heute wohl als solchen bezeichnen, wäre sie 1970 erschienen. Und natürlich gab es damals deutsche Bands, die (teilweise) ganz ähnlich klangen. Also doch irgendwie Krautrock.

Historische Vergleiche? Na, bleiben wir doch beim Albumtitel. "Floating" von Eloy ist nicht so weit weg, und auch zu den frühen Alben von z.B. Eela Craig, Abacus, Birth Control und auch Nektar könnte man Bezüge herstellen. Mouth sind aber weniger hardrockig bzw. blueslastig zu Gange, setzen weniger Tasten ein, und rocken psychedelischer. Ach ja, die Basslinie in "Homagotago" hat man offenhörlich bei Cans "Halleluhwah" entlehnt. Eine Hommage? Der Titel der Nummer deutet sowas ja an. Ansonsten ist die Musik auf "Floating" aber deutlich weniger kantig und experimentell ausgefallen als bei den einstigen Stadtkollegen.

Dass die Scheibe nicht mal 35 Minuten lang ist, ist natürlich ärgerlich. Zwar waren damals LPs oft auch nicht länger, haben aber auch deutlich weniger gekostet. Retro-LP-Freaks wird es nicht stören, und der Großteil der potentiellen Kundschaft wird eh günstig runterladen wollen. Und wer sich heutzutage noch CDs kauft, der ist offenbar selbst schuld.

Mouth machen auf "Floating" also recht typischen Stoner-Retrorock, wie er seit ein paar Jahren gar nicht so selten zu finden ist (siehe z.B. Causa Sui oder Space Debris, Knall, Electric Moon, oder Karakorum). Natürlich hat die Band ihren ganz individuellen Sound, und sehr gut gemacht ist das Ganze auch. Aber letztlich ist solche Musik nicht furchtbar originell (zumindest wenn man schon einem etwas älteren Semester angehört wie der Rezensent). Überraschungen gibt es keine. Gut hören kann man das alles natürlich trotzdem, so man denn solche Retrosounds mag, und mehr von ihnen braucht.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 14.4.2018
Letzte Änderung: 22.4.2018
Wertung: 9/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Mouth

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2009 Rhizome 11.00 1
2017 Vortex 10.00 1

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