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radio massacre international

zabriskie point

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2000
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik
Label: Centaur Discs
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Steve Dinsdale Electronics, Keyboards, Devices
Duncan Goddard Electronics, Keyboards, Devices
Gary Houghton Guitars, Devices

Tracklist

Disc 1
1. ha'penny bridge 7:28
2. dante's view 52:33
3. zabriskie point 10:57
Gesamtlaufzeit70:58


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Der Zabriskie Point ist ein Aussichtspunkt im Death-Valley-Nationalpark in Kalifornien, der für seine grandiosen Erosionslandschaften bekannt ist, gebildet von den Ablagerungen einstiger, vor einigen Millionen Jahren ausgetrockneter Seen. Benannt wurde der Ort nach einem gewissen Christian Brevoort Zabriskie, Anfang des 20sten Jahrhunderts Chef der Pacific Coast Borax Company, die damals in dem Gebiet Natriumborat abbaute.

Bekannt wurde die Gegend aber vor allem durch Michelangelo Antonionis gleichnamigen Film, an dessen Soundtrack auch Pink Floyd beteiligt waren (siehe "Zabriskie Point"). Im Jahre 2000 wählten radio massacre international, beeindruckt von der Lokalität (es gibt keine Bezüge zum Film), den Namen als Titel für ihr fünftes Studioalbum.

Zweierlei ist auf dem bei Centaur Discs erschienen "zabriskie point" zu hören. Bei "ha’penny bridge" und "dante’s view" handelt es sich um im Mai 1996 aufgenommene Improvisationen, während das Titelstück schon im Jahre 1980 entstanden ist. Dinsdale, Goddard und Houghton machen nämlich schon seit dem Ende der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts gemeinsam Musik, zuerst in einem Projekt namens DAS (gegründet von den Klassenkameraden Dinsdale und Goddard), dem sich zeitweise auch Houghton anschloss. 1980 erschien sogar eine Tonbandkassette ("DAS I"). Der Rest des von DAS eingespielten Materials ist bis heute unveröffentlicht. Bis auf "zabriskie point". Irgendwann 1980 aufgenommen, bietet die Nummer ein dichtes, freiformatig-kosmisch dahingleitendes, recht klangvoll-voluminöses Gemenge aus Synthesizer- und E-Gitarrenklängen. Offenbar (so kann man zumindest den knappen Beihefttext des hier rezensierten Albums interpretieren) hatte Dinsdale das Stück auf einer Kassette dabei, als er irgendwann den Zabriskie Point besuchte. Der Klang verschmolz mit der Landschaft, und so hatte die Nummer ihren Titel weg.

Die beiden 16 Jahre später entstandenen Stücke bieten Verwandtes. Eher knappe ("ha’penny bridge") bis ausgesprochen ausladende ("dante’s view") Trio-Improvisationen, eingespielt vornehmlich mit authentisch nach den 70ern klingenden Keyboards, Synthesizern, Mellotronartigem, E-Piano und E-Gitarre, gibt es da zu hören, die stilistisch gut zu dem sehr viel älteren Track passen. Rhythmen oder Sequenzermuster gibt es hier keine. Frei klangmalend webt das Trio dichte, getragen bis bewegter dahin mäandernde Soundgebilde im Geiste der Berliner Schule, kosmisch-sphärisch gleitend, versehen mit Floydig jaulenden Gitarreneinlagen, schwebenden Synthesizergeflechten, und kernig hallenden E-Pianolinien. Viel passiert nicht, doch verändert sich das Gebotene ständig, wird sehr farbig dargeboten, und arbeitet sich hypnotisch und voluminös durch die Gehörgänge.

"zabriskie point" ist sicher eine der eigenartigsten Scheiben von radio massacre international, die vorwiegend frei improvisierte, formlos dahin gleitende, spacige Tongewebe bietet. Die meisten musikkonsumierenden Zeitgenossen werden das vermutlich schnell als langweilig empfinden. Wer aber solcherlei krautig-elektronisch-kosmische Klänge schätzt, und das Album noch irgendwo zu einem annehmbaren Preis findet (was zugegebenermaßen nicht einfach ist), sollte dringend zuschlagen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.4.2018
Letzte Änderung: 21.4.2018
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von radio massacre international

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1995 frozen north 11.00 1
1996 republic 11.00 1
1997 organ harvest 9.00 1
1998 borrowed atoms 11.00 1
2000 the god of electricity 12.00 1
2003 people would really like space rock if they would only give it a try 11.00 1
2005 emissaries 10.00 2
2007 rain falls in gray 10.00 1
2010 time & motion 11.00 2

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