SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
20.8.2018
Mkwaju Ensemble - KI-Motion
19.8.2018
Shingetsu - The Best Of Album Outtakes 1976-1981
Expo '70 - America Here & Now Sessions
18.8.2018
Space Machine - 3
The Flaming Lips - At War With The Mystics
17.8.2018
Nathan - Era
Between the Buried and Me - Automata II
15.8.2018
Fabio Frizzi - Manhattan Baby
Goad - Landor
14.8.2018
The Muffins - Secret Signals 2
Node - Node Live
Anubis - Different Stories
13.8.2018
Visitor 2035 - Visitor 2035
12.8.2018
Thunkfish - Renegades
11.8.2018
Malady - Toinen toista
Douze Alfonso - Under
The Muffins - Secret Signals 1
Eugen Mihăescu - Guitaromania Part Two
ARCHIV
STATISTIK
24844 Rezensionen zu 17019 Alben von 6634 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

The Grandmothers of Invention

Live in Bremen

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018
Besonderheiten/Stil: live; Jazzrock / Fusion; Zappaeskes
Label: Sireena Records
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Don Preston Lead vocals,keyboards,electronics,I-phon
Bunk Gardner Saxophon,flute
Max Kuttner Guitar,vocals
Erick Klerks Bass,vocals
Christopher Garcia drums,percussion,vocals

Tracklist

Disc 1
1. Introduction 2.25
2. Pound for a Brown 9.58
3. Absolutely Free (Part 1)   (laut CD-Cover:Call any vegetable) 2.14
4. Absolutely Free (Part 2) 3.23
5. Flower Punk (Bunk)(Hey Joe Excerpt) 6.16
6. Who needs the Peace corps? 6.39
7. I'm the Slime 8.40
Gesamtlaufzeit39:35
Disc 2
1. Uncle Meat (Main Theme)-Drum Solo 12.15
2. Let's make the Water turn black/Oh no 7.20
3. The Orange County Lumber Truck/Synthesizer(IPhone)Solo/Trouble Every Day 17.17
4. Montana 9.02
5. Stratus (excerpt) 5.59
Gesamtlaufzeit51:53


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @


Die Idee, die Musik wieder auf die Bühne zu bringen, die mal von Frank Zappa und den frühen Besetzungen von The Mothers of Invention gespielt wurde, kam den ehemaligen Mothers-Musikern bereits 1980 in den Sinn. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten damals noch vier der „Mothers“.

2002 sollen Bunk Gardner (Sax) und Don Preston (Keyboards) beschlossen haben, das Grandmothers-Projekt unter der eigenen Leitung zu starten, oder fortzuführen. Die sehen es offenbar als unproblematisch an, dass auch Zappa-Stücke bei den Konzerten gespielt werden, die auf seinen späteren Alben zu finden sind. Aus der Zeit also, als keiner mehr glauben mochte, dass Zappa und „seine Mothers“ noch eine Art Musikerkollektiv bilden würden.

So wurden 2014 bei dem besagten Konzert in Bremen neben den Stücken aus den „klassischen“ Zappa & Mothers-Alben „Uncle Meat“, „We’re only in it for the money“, „Weasels Ripped my Flesh“ und „Freak Out!“ auch zwei Stücke von „Over-Nite Sensation“ (1973) gespielt.

Es ist sehr interessant, die zwei Zappa-Stücke von 1973 in der (Grand)Mothers-Interpretation zu hören. Für mich sind es die interessantesten Momente des Konzertes. Schließlich kann man sich bei den älteren Stücken ungefähr vorstellen, wie die Grandmothers die Mothers nachspielen würden. Wie allerdings die Stücke von „Over-Nite Sensation“ in der Mothers-Version klingen würden, muss man aber erst gehört haben. Lange noch nicht perfekt, aber irgendwie charmant.

Es kann nur in seltensten Fällen behauptet werden, dass ein im fortgeschrittenen Alten unternommener Versuch, die Musik aus der eigenen Jugend zu reproduzieren, ohne Abstriche und als voller Erfolg gelungen ist. Nach meiner bescheidenen Ansicht ist das Anarchistisch-Amateurhafte und das Humorvolle, das die Mothers of Invention bis 1969 auszeichnete, auch im hohen Alter durchaus erreichbar, wie man an dem vorliegenden Tonträger sehen kann. In diesen Punkten und bei den Versuchen, die gesellschaftliche Kritik den alten Mothers ins Jahr 2014 herüberzuretten, schlagen sich die Grandmothers also ganz tapfer.

Auf der gesanglichen Ebene muss man allerdings sehr viel Toleranz und Verständnis mitbringen, wenn man „Live in Bremen“ genießen möchte. Mir macht es jedenfalls keinen Spaß zu verfolgen, was die bei dem Auftritt 2014 im Bremen singenden Musiker (ich möchte das Wort Sänger bewusst vermeiden) aus den unvergleichlichen Gesangsmelodien von Frank Zappa stellenweise gemacht hatten. Vielleicht hätten sich die Musiker hier auf die instrumentalen Stücke beschränken, oder sich auf die instrumentale Umsetzung der ursprünglichen Gesangsmelodien konzentrieren sollen (wie es bei "Let's make the Water turn black/Oh no" glücklicherweise passiert ist). Vielleicht hätte man auch einfach einen Sänger anheuern können.

Na gut, den strengen Kriterien eines perfektionistischen musikalischen Leiters, wie Zappa einer war, würde diese Darbietung auch nicht unbedingt standhalten. Aber ich möchte mal gnädig sein und mir einreden, dieser Auftritt entspricht dem frühen anarchistischen Geist der Mothers of Invention.

Es gelingt aber wie schon angedeutet ganz gut, die Elemente des Happenings zu reproduzieren, wie es auch Ende der 60er stattgefunden haben könnte. Weitere Höhepunkte sind für mich außerdem noch die indischen Sprechgesang-Einwürfe in Verbindung mit einem Drum-Solo, die witzige Einbindung einer „Hey Joe“-Coverversion in eine Zappa-Komposition sowie die schlicht interessanten gesangsfreien Interpretation mehrerer Zappa-Themen. Auch zeigten die Grandmothers 2014 eine immer noch ausgeprägte Neigung zu den erstklassigen Jams und Improvisationen. Ganz besonders darf sich Don Preston auf seinen Synthesizern austoben. Aber auch der Gitarrist und der Saxplayer zeigen, was sie draufhaben.

Warum jemand, der für die Herstellung der CD verantwortlich war, den Song „Absolutely Free“ auf der CD und auf dem Cover zweigeteilt und den ersten Teil davon „Call any Vegetable“ genannt hat, bleibt für mich ein Rätsel. Die Themen der letztgenannten Komposition konnte ich auf der CD bisher nicht ausmachen. Auf der zwei zweiten CD geht es mit dem Beschriftungsdurcheinander weiter: während „Let’s make the Water turn Black/Oh No“ auf dem CD-Cover unter Track 1b. zu finden ist, zeigt uns ein CD-Player an, dass dieses als Track Nummer 2 abgespielt wird. Auch ist das Synthesizer-Solo in Wirklichkeit unter der Tracknummer 3 – und nicht unter der Nummer 2 wie auf dem Cover – zu finden. Der anarchistische Geist der alten Mothers lebt! Und hat sich offenbar auch auf einige Vorgänge bei der CD-Produktion ausgewirkt. Ganz oben habe ich versucht, die Tracklist an die von mir vorgefundenen musikalischen Tatsachen anzupassen.

Wenn man die gesanglichen Defizite der Band mal außer Acht lässt, kann der Auftritt der Grandmothers insgesamt als hörenswert für die Zappa-Fans bezeichnet werden und dieser seltsamen Hörergruppe auch Spaß bereiten. Die Grandmothers bieten hier kreative Jams und interessante Interpretationen einiger der besten Themen aus dem umfangreichen Schaffen des unvergessenen Frank Zappa. Stellenweise scheint der Geist der alten Mothers wieder zum Leben erweckt worden zu sein.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 19.4.2018
Letzte Änderung: 19.4.2018
Wertung: 10/15

Zum Seitenanfang

© 1999-2018; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Datenschutzerklärung - Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum