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HeKz

Invicta

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018
Besonderheiten/Stil: HardRock; Progmetal; RetroProg
Label: BMH Audio / Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 7/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Matt Young Gesang, Bass
Al Beveridge Gitarre, Gesang
Tom Smith Gitarre, Gesang
James Messenger Keyboards
Kirk Brandham Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. Quetzalcoatl 6:01
2. For Our Lives 4:12
3. The Light Fantastic 4:42
4. To The Lions 5:07
5. Ultimatum 6:04
6. Line In The Sand 9:38
7. Trecena 4:46
8. Pariah 4:09
9. The Devil's Coin 15:03
10. Victorious 5:35
Gesamtlaufzeit65:17


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 1 von 2)


Auch HeKz treten derzeit wieder in Erscheinung. "Invicta" als Albentitel ist natürlich eine Ansage - und den letzten Track dann noch "Victorious" zu nennen, fügt dieser vor Selbstbewusstsein nur so strotzenden Namensgebung noch eine Steigerung hinzu: HeKz bleiben nicht nur ungeschlagen, sondern triumphieren auch noch. Tja, dann wäre doch mal zu klären, ob die auf "Invicta" zu hörende Musik diese Behauptung auch bestätigen kann, oder ob die Briten hier den Mund etwas zu voll nehmen.

Zunächst einmal der Stil: Da prangt auf der Homepage gleich nach der Begrüßung das Verdikt des Prog Magazine: "These Bedford boys aren’t afraid to take the inspiration of Iron Maiden the rationale of Dream Theater and make the combination work for them." Das klingt doch nach Progmetal, oder? Aber diese Erwartung wird auf "Invicta" enttäuscht, denn tatsächlich agieren HeKz für meine Ohren durchgehend eher hardrockig. Üblicherweise bolzen dabei die Gitarren mittelschnell und werden beim Riffing auch von Orgelsounds unterstützt, haben aber dennoch immerhin einen Hang zu krummen Takten. Das ist bezogen auf das rhythmische Fundament also recht genau der Stil, den vor allem US-Bands von Kansas (a propos: "For Our Lives" ist ein direktes Abziehbild von "Carry On Wayward Son") über Presto Ballet bis hin zu jüngst Sons Of Apollo draufhatten und -haben.

Weitere signfifikante Merkmale sind natürlich noch beim Gesang zu finden, der üblicherweise klar, entschieden und hoch, wenn nicht gar im Bee-Gees-verdächtigen Falsett ertönt und zumeist harmonisiert wird (was ebenfalls wieder typisch "amerikanisch" klingt). Die Ausnahme von der Regel bildet hier das Madhatter-lastige und folglich überdrehte "The Light Fantastic"; davon abgesehen wirkt es eigenartig, dass in der abschließenden Bombast-Ballade "Victorious" viele Wörter doch nicht in die Länge gezogen, sondern eher abgehackt intoniert werden. Ebenfalls noch prägnant, wenn auch auf eine leider eher unschöne Weise sind die Keyboardsounds. Neben dem passablen Georgel gibt es öfters einige künstlich und schroff zirpende Klänge, die angesichts des Drumherums ziemlich deplatziert wirken und - als wäre das nicht genug - auch noch eher dünn produziert sind. Umgekehrt lassen allerdings Ostinato- und Loop-Passagen mit diesem Sound verschiedentlich an 80er-Rush (in "Quetzalcoatl") oder Galahad ("Line In The Sand") denken.

Trotz dieser gelegentlichen Fehlgriffe ist der Gesamtstil von HeKz natürlich mindestens passabel. Eher kommt es da schon auf die Songs an... aber hier gibt "Invicta" ebenfalls ein merkwürdiges Bild ab. Die Vier- bis Sechsminüter, aus denen "Invicta" zum Großteil besteht, sind nämlich allesamt ziemlich vorhersehbar: Intro, Strophe, Refrain, Strophe, Ruhepause, Instrumentalteil, Refrain. Abweichungen von diesem Schema sind selten vorhanden und bestehen wenn überhaupt lediglich in einer Variation der Strophe (so in "The Light Fantastic": Erst mehrstimmig gesungen, in der zweiten dann alleine, dafür aber im Falsett) oder darin, im Schlussteil neben dem Refrain auch Motive aus dem Mittelteil zu zitieren (so geschehen in "Pariah" mit dem offenbar obligatorischen "fire"-"desire"-"higher"-Reim). Leider sind auch die Instrumentalpassagen nicht wirklich toll: Die Soli von Gitarren und Keyboards sind bestenfalls Standard und können kaum mitreißen, aber immerhin demonstriert die Band im Zusammenspiel Stärken und kann optimalerweise wie in "To The Lions" dem Gegensatz des Alleinigen und des Gemeinsamen Spannung abgewinnen.

Die eigentliche Stärke von HeKz liegt allerdings auch weniger in der Struktur der Songs, sondern darin, dass die erhoffte Dynamik auf niedrigerer Ebene stattfindet. So versteht es die Band recht gut, Stimmungen innerhalb der Strophen zuzuspitzen oder dabei die Rhythmik zu transformieren - was natürlich auch für die jeweiligen Übergänge zwischen den verschiedenen Passagen gilt - Songs wie "To The Lions" oder das gelungene "Trecena" leben regelrecht davon. Die beiden Longtracks sind angesichts dessen aber leider auch eher Spezialfälle dieser Rubrik: "Line In The Sand" ist eigentlich gar keiner, sondern wird - man hätte es ahnen können - lediglich durch das floydige Intro und einen balladesken Zwischenpart in die Länge gezogen. "The Devil's Coin" wiederum legt zwar ganz ordentlich und Threshold-artig los, zieht sich in der Mitte durch eine Art Jam-Part über bisherige Motive ebenfalls hin, steigert sich dabei zwar, aber abgesehen von einem gesanglichen Durcheinanderwerfen des Titels um 12:30 herum und der auf den vorübergehenden Ausklang folgenden bombastischen Rückkehr des Refrains gibt's hier keine weitere Geschlossenheit, was für eine Viertelstunde Dauer schon arg dünn ist.

Alles in allem bin ich damit von "Invicta" nicht wirklich überzeugt: Zu ähnlich sind sich die meisten Songs, zu beliebig die Instrumentalpassagen und zu abgegriffen die meisten mit dem Gesang beschworenen Gesten, als dass HeKz hiermit über solides Mittelmaß hinauskämen. Um die stets auf Komplexität getrimmte Rhythmik ist es natürlich ein bisschen schade, aber es gibt nun mal sehr vieles an "Invicta", das davon nennenswert profitieren könnte. Kurzum: Auch hier ginge es in komprimierter, konzentrierter Form wesentlich besser. Die eingangs genannte Nomenklatur bleibt damit für meine Begriffe leider bloße Behauptung.

Anspieltipp(s): Trecena, To The Lions
Vergleichbar mit: Kansas, Presto Ballet, Sons Of Apollo, Threshold, Touchstone, Galahad
Veröffentlicht am: 20.4.2018
Letzte Änderung: 27.4.2018
Wertung: 7/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 2 von 2)


"Die Vier- bis Sechsminüter, aus denen "Invicta" zum Großteil besteht, sind allesamt ziemlich vorhersehbar: Intro, Strophe, Refrain, Strophe, Ruhepause, Instrumentalteil, Refrain." schreibt Gunnar. Jou. Ist halt AOR/Melo-Hardrock. Ich weiß nicht, ob man solchen Bands einen großen Gefallen tut, wenn man ihre Platten uns zum besprechen gibt. Wir bemühen uns dann zwar redlich, sind am Ende als Progrezensenten aber doch nicht wirklich so richtig kompetent. Und dann vergeben wir entweder keine Wertung, oder, wie Gunnar, sieben Punkte, weil's, durch die Progbrille gesehen, die wir als Progrezensenten notwendigerweise aufhaben, als Prog einfach nicht trägt.

Das bewirkt dann, dass Gunnar sich anstrengen muss, z. B. "For Our Lives" mit Kansas' "Carry On Wayward Son" zu vergleichen, obwohl es im 80er-AOR dutzende Songs gibt, die "For Our Lives" näher verwandt sind. Auch der Vergleich mit Dream Theater, den das "Prog"-Magazin macht, scheint mir ein bisschen weit hergeholt. In "The Devil's Coin" gibt's eine Instrumentalpassage, die ich mir auch auf einem Dream-Theater-Album vorstellen könnte, abseits davon aber nur spärliche Gemeinsamkeiten. Dream Theater ist eine Progband, die klangliche Stilelemente des Metal verwendet, HeKz ist eine AOR/Powermetal-Band, die stellenweise kompositorische Elemente des Progressive Rock einsetzt. So wie das viele solcher Bands machen. Dry River zum Beispiel, von denen hatten wir's hier neulich.

Einige Stücke hier gehen naturgemäß stärker in die Progrichtung als andere. "The Devil's Coin" etwa, oder "The Light Fantastic". Und was die angeht, da liegt Gunnar mit seinem Sons-Of-Apollo-Vergleich goldrichtig. Gerade letzteres könnte gut und gern auch auf einem ihrer Alben erklingen. Ein kraftvoller Rocker im Übergangsbereich zwischen Powermetal und Prog.

Das Album hat einige Charakteristika hemmungslosen 80er-Rocks, und wenn es damals Queen und Asia nicht geschafft hätten, mich auf die Spur des Progressive Rocks zu setzen, hätten es Alben wie dieses sein können. Es hat andererseits einige Charakteristika des Progressive Rock, und die sind zwar punktuell, aber sehr effektvoll eingesetzt. Wer Bands mag, die sich in diesem Übergangsbereich tummeln, also (von links nach rechts) Bands wie Journey, Jono, Dry River oder die Sons Of Apollo, dem sei HeKz wärmstens empfohlen. Ich finde die Scheibe ziemlich stark, sie macht viel Spaß - einer Note enthalte ich mich aber, weil so ein Album einfach ein bisschen quer liegt zu dem, was wir sonst so hier besprechen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.5.2018
Letzte Änderung: 4.5.2018
Wertung: keine Kraftvolle Scheibe zwischen Powermetal und Prog, reinhören lohnt durchaus!

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von HeKz

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2014 Caerus 10.00 1

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