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Holosud

Fijnewas Afpompen

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1998
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik; Krautrock
Label: A-Musik
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Schlammpeitziger Electronics, Sounds, Rhythms
F.X. Randomiz Electronics, Sounds, Rhythms

Tracklist

Disc 1
1. alaune 4:08
2. bastlochflug 4:51
3. schaufel 4:24
4. la backbrettspielerin brummtschi 5:31
5. kettsmarock 4:44
6. saftsocke im zimmergarten 5:26
7. zweizellking 5:55
8. wipp 3:45
9. schön schaaf geschnitten 6:01
10. wäsche 5:31
Gesamtlaufzeit50:16


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Holosud sind die Klangbastler Jo Zimmermann (alias Schlammpeitziger) und Felix Höfler (genannt F.X. Randomis) aus Köln, die sich irgendwann in der zweiten Hälfte der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts zum Musikmachen zusammen taten. 1997 erschien eine erste (unbetitelte) EP bei A-Musik, der 1998 das hier rezensierte "Fijnewas Afpompen" folgte.

Später produzierte das Duo offenbar vornehmlich Musik für Hörspiele, zuletzt im Jahre 2009 für Stefan Weigls "Moment mal, das wird Sie interessieren". Danach ward nicht mehr viel von Holosud gehört. Zimmermann ist in den letzten Jahren offenbar vornehmlich mit seinem Soloprojekt Schlammpeitziger beschäftigt. Vermutlich sind Holosud also nicht mehr aktiv.

"Fijnewas Afpompen" (ist das Kölsch? – irgendwas wird wohl mit Luft gefüllt) bietet recht eigenartige Musik irgendwo in der Nähe von Neo-Krautrock und Elektronischem, durchaus klangverwandt mit den zeitnahen Solo-Veröffentlichungen des Schlammpeitzigers (siehe z.B. "Spacerokkmountainrutschquartier"). Sehr rhythmisch und schwungvoll treibt die Musik voran, ohne in stumpfsinniges Wummern zu verfallen, bestimmt von diversem elektronischem Pulsieren und Klappern, bzw. repetitivem Knurren und Hupen, zu dem sich unzählige wiederum elektronische Klangerzeugnisse gesellen, als da sind luftiges Wabern, kosmisches Dröhnen, spaciges Schweben, mysteriöses Fiepen, sonores Rumoren, kerniges Plingen, wirres Zwitschern, gespenstisches Zischen und allerlei bizarre Klangsamples.

Die späteren Werke von Cluster, bzw. die Solo- und Gruppenprojekte von Dieter Moebius und Hans-Joachim Roedelius könnte man als Inspirationsquellen identifizieren, also farbig-verspielte Krautelektronik, die sich kurzweilig und abwechslungsreich voran arbeitet. Holosud sind aber eine Spur kantiger und vertrackter zu Gange, und rhythmischer. Manche Nummer, z.B. das treibend-maschinelle "kettsmarock", erinnern an die Musik von Kreidler. Man bearbeitet zumindest ein ähnliches Klangterrain wie die Kollegen aus Düsseldorf, ist aber alles in allem humorvoller und etwas exzentrischer am Elektrorocken (man höre z.B. die drollig-wirre Nummer mit dem herrlichen Titel "saftsocke im zimmergarten"). Mitunter wird die Musik fast wüst, und arbeitet sich ziemlich schief und angeschrägt aus den Boxen ("zweizellking" sei als Beispiel genannt, oder "wipp"), ohne dass man allerdings auf das gutgelaunte Augenzwinkern verzichten würde. Anderes gleitet eher entspannt, aber bestimmt voran, dominiert von schreitenden rhythmischen Linien, die den dazu erklingenden wirren elektronischen Geweben Form verleihen.

"Fijnewas Afpompen" bietet ein wirklich originelles, homogenes und progressives Gemenge an krautig-elektronischen Klängen, welches Liebhabern des Genres (und der Tonerzeugnisse der oben erwähnten Vergleichsbands bzw. -musiker) sehr zusagen sollte. Stark!

Schade, dass es nicht mehr Musik des Duos auf Tonträger gibt.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 22.4.2018
Letzte Änderung: 13.6.2018
Wertung: 12/15

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