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['ramp]

no sleep 'till wilmersdorf

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik
Label: Doombient Music
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Stephen Parsick Synthesizers, Sequencers, Keyboards, E-Piano, Mellotron

Tracklist

Disc 1
1. compact phasing a 11:27
2. no sleep 'till wilmersdorf 16:51
3. clouds should say 4:36
4. haunted hills 8:02
5. salomons road 11:23
6. oedipus 8:45
7. orphelia 10:44
8. the last one to leave is to turn off the lights 4:09
Gesamtlaufzeit75:57


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Wilmersdorf, 1293 erstmals urkundlich erwähnt, im 18. Jahrhundert ein Dorf in dem reiche Berliner Sommerhäuser bauten, dann im 19. Jahrhundert Stadt (als Deutsch Wilmersdorf - zur Unterscheidung von Märkisch Wilmersdorf und Wendisch Wilmersdorf), die 1920 zu Gross-Berlin eingemeindet wurde, ist heute ein Ortsteil von Berlin im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf. Aus Babyblauer Sicht ist Wilmersdorf wohl deshalb bedeutsam, weil sich dort einst das Beat Studio von Thomas Kessler befand, in dem Ash Ra Tempel ihre ersten Aufnahmen machten, der junge Edgar Froese Tonbandexperimente unternahm, und das Agitation Free als Probenraum nutzten. Außerdem hielt sich der 6-jährige Stephen Parsick dort Ende der 70er Jahre für einige Zeit dort auf.

Es war wohl eine Urlaubsreise, oder ein besuch bei Verwandten, der Parsick mit seinen Eltern nach Berlin brachte. Beeindruckt hat den kleinen Stephen das Ganze so sehr, dass er sich nun, gut 40 Jahre später, für das 11te Album von ['ramp] von den damaligen Geschehnissen hat inspirieren lassen. Klanglich und stilistisch begeben wir uns hier nämlich zurück in die zweite Hälfte der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts, nach Berlin natürlich, vielleicht in Peter Baumanns Paragon Studio (das auch nicht so weit weg von Wilmersdorf liegt). Klassische Retroelektronik im Geiste der Berliner Schule ist nämlich auf "no sleep 'till wilmersdorf" zu finden. Diverse analoge Synthesizersounds bestimmen das Klanggeschehen, oft ergänzt um pulsierende Sequzermuster, kernige E-Pianolinien und dichte Mellotron-Wogen. Dazu kommen noch einige voluminöse Aufnahmen von Umweltgeräuschen (vor allem in "haunted hills"), und authentisches LP-Knistern am Anfang und am Ende des Albums.

Kenner des Genres werden nun sicher nicht viel ihrer Phantasie benötigen, um sich die auf "no sleep 'till wilmersdorf" vorzufindende Musik vorzustellen. Die Soloalben des oben schon erwähnten Edgar Froese sind z.B. klanglich-stilistisch nicht so weit weg. Eine originelle und mit allerlei Eigenem versehene Hommage an die klassische Berliner Elektronik der späteren 70er stellt die Scheibe dar, druckvoll und dynamisch im Geiste der Zeit produziert, und sehr farbig und durchaus abwechslungsreich (soweit es sich mit den Vorgaben des Genres verträgt) instrumentiert. Vom Charakter her ist die Musik meistenteils eher friedlich und gutgelaunt, bisweilen fast munter ausgefallen (man höre "salomons road"), ehe sich gegen Ende der Scheibe die Klänge mit "oedipus" und "orphelia" in etwas düstererer Gefilde begeben. Mit "the last one to leave is to turn off the lights" geht das Album dann aber entspannt zu Ende.

"no sleep 'till wilmersdorf" ist ein weiteres hervorragendes Album von ['ramp], das alldenjenigen sehr zusagen sollte, die gerne in klangvoller Retro-Krautelektronik baden. Also zugreifen! Es soll nur 222 Exemplare davon geben. Also, unter der Annahme, dass Menschen die solche Retrosounds lieben auch so altmodisch sind, dass sie einen physischen Tonträger davon ihr eigen nennen wollen. Herunterladen kann man sich das Ganze natürlich auch (siehe den Labellink oben), ganz unlimitiert.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.5.2018
Letzte Änderung: 13.5.2018
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von ['ramp]

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1998 nodular 12.00 1
2000 frozen radios 11.00 1
2005 Oughtibridge 11.00 1
2011 steel and steam 12.00 1
2017 synchronize or die 12.00 1

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