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Fuchs

Station Songs

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Neoprog; RetroProg
Label: Tempus Fugit
Durchschnittswertung: 8/15 (1 Rezension)

Besetzung

Hans-Jürgen Fuchs Keyboards, Klavier, Programmierung, Gitarre, Gesang
Ines Fuchs Keyboards, Klavier, Gesang

Gastmusiker

Andy Bartzik Gitarre, Bass
Florian Dittrich Schlagzeug
Ulbi Ulbricht Bass
Michael Wasilewski Gesang
Baggi Buchmann Gesang
Sven Heine Gesang
Harald Rieder Flügelhorn

Tracklist

Disc 1
1. The Invisible Man 11:20
2. Even If The Salary's Low 6:35
3. So Many Days / The Great Divide / Under Suburban Skies 10:46
4. Crowded Boats On Silent Sea 2:01
5. Why Me? 5:42
6. How Could I Just Ignore Him? / The Night And The Dark And The Pain 9:02
7. I'm On My Way Again 5:12
8. Sleepwalking Man 7:48
9. Will Come What May 7:13
Gesamtlaufzeit65:39


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Vier Jahre nach "The Unity Of Two" ist Fuchs zurück - als Band und diesmal auch als Ehepaar. "Station Songs" ist ähnlich groß angelegt wie seine beiden Vorgänger und natürlich ebenfalls ein Konzeptalbum, diesmal mit einem recht literarischen Topos: Die Begegnung von einander unbekannten Personen auf dem Bahnsteig wird als Wechselspiel von Selbst- und Fremdwahrnehmung dargestellt, mithin also einmal mehr als Gegensatz von Individuum und Gesellschaft. Natürlich gibt es hier keine durchgehende Handlung, dafür aber eben einen thematischen Zusammenhang zwischen einzelnen Episoden.

Die stilistische Ausrichtung unterscheidet sich natürlich nicht sehr von der auf "The Unity Of Two" und "Leaving Home". Einmal mehr ist vergleichsweise eingängiger, überwiegend schwelgerischer Retro- oder Neoprog das Maß der Dinge. Üblicherweise besteht die klangliche Substanz, aus der die Stücke zusammengesetzt werden, neben dem meist unauffälligen Schlagzeug und dem immerhin an einigen Punkten markant eingesetzten Bass aus mal lockerer, mal rockiger Gitarrenbegleitung und darüber geschichteten Keyboards einschließlich Mellotron-Beteiligung. Im Fokus steht vor diesem nicht allzu aufdringlichen Hintergrund entsprechend meist der Gesang, der üblicherweise souverän agiert und gelegentlich - man denke an das Konzept - auch mehrstimmig arrangiert wird (wo wir schon dabei sind: Einige recht alberne Reime wie "he will never leave / on a Christmas eve" ["Under Suburban Skies"] oder "there is little hope / on this boat" ["Why Me?"] sind leider vorhanden).

In Instrumental- und Solopassagen wird es dazwischen natürlich etwas bewegter. Hier lassen sich allerdings für einige der entsprechenden Keyboardeinsätze doch konkrete bekannte Vorbilder benennen: Bereits in "The Invisible Man" gibt's ab 3:25 einen solchen Abschnitt im 9/8-Takt, wozu die Hammondorgel perkussiv soliert und damit natürlich Genesis' "Apocalypse In 9/8" anklingen lässt. Weitere prominente Tony-Banks-Imitate finden sich u.a. in "Sleepwalking Man". Und überhaupt, Genesis: Ferner auf "Station Songs" versammelt sind hymnische Melodien zu zaghaft stampfenden Rhythmen (vergleiche "All In A Mouses's Night" oder "Aisle Of Plenty") sowie der burleske Country-Modus von "Counting Out Time" (beides in "So Many Dreams / The Great Divide"), der pumpende "In The Cage"-Bass ("The Invisible Man"), der akustisch-balladeske "The Cinema Show"-Anfang ("I'm On My Way Again"), zuletzt noch der maschinelle "Mama"-Rhythmus (jedoch gemischt mit Vangelis' "Chariots Of Fire"-Fanfaren und der Orgelbegleitung aus "Walk Of Life" von den Dire Straits) sowie einige originäre Phil-Collins-Melodielinien ("Driving The Last Spike") in "How Could I Just Ignore Him".

Ungeachtet all dieser Anklänge (wobei entfernt auch noch "Crowded Boats In Silent Sea" zu benennen wäre, beim Imitat von "Is There Anybody Out There?" bleibt's aber eher beim Versuch) sind diese Momente natürlich trotzdem unterhaltsam. Der eigentliche Haken an "Station Songs" ist ohnehin eher die Tatsache, dass sich auch hier einige Passagen zu sehr in die Länge ziehen. Um zu zählen, wie oft der schon erwähnte "Christmas Eve"-Reim in "Under Suburban Skies" wiederholt wird, braucht man schon beide Hände - sowas langweilt und nervt. Auch der beschriebene Einstieg in "I'm On My Way Again" verzögert minutenlang, sich andeutende Hektik bleibt bis kurz vor dem Ende aus, stattdessen kommt zwischenzeitlich sogar noch ein Dümpelrhythmus hinzu. Auch "Sleepwalking Man" gibt kompositorisch nicht viel her: Ein leicht nervöser Rhythmus (nach einem raffinierten mehrdeutigen Intro) und A-Gitarre sowie leichter Bombast zur Begleitung - viel weiter weg kommt man davon nicht. Lediglich Gesang und Harmoniefolgen taugen für ein paar schwelgerische Momente.

Besser geht es allerdings auch: "The Invisible Man" ist mit verschiedenen gegenläufigen, aber später wieder aufgegriffenen Parts einigermaßen abwechslungsreich und in sich geschlossen. Das im 7/8-Takt gehaltene "Why Me?" zieht mit eigenartigen Gitarrenmotiven, aktivem Bass, unheilstiftenden Streichern, guten Melodien sowie einem im Gegensatz zur sonstigen Stimmung ziemlich optimistischen Refrain ganz gut mit, und auch in den übrigen Songs sind zumindest die Stimmungen durchaus gediegen. Im Ganzen ist "Station Songs" damit zwar eine ausladende, engagierte und handwerklich gut gemachte Vorstellung, relativ oft passiert allerdings musikalisch weniger, als in diesem Rahmen eigentlich geboten wäre - somit ist insgesamt eher eine Art Light-Prog angesagt. Na ja, vielleicht ist ein Bahnhof auch nicht der spannendste denkbare Ort auf Erden.

Anspieltipp(s): Why Me?, Invisible Man
Vergleichbar mit: ...
Veröffentlicht am: 25.5.2018
Letzte Änderung: 25.5.2018
Wertung: 8/15
Längliche Songs, aber ganz nette Stimmungen und Instrumentalparts - auch wenn man die schon kennt ;)

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Fuchs

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2012 Leaving Home 10.00 1
2014 The Unity of Two 11.00 1

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