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Temple

Temple

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1997 (Reissue 2018, Mental Experience)
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog; Postrock; Psychedelic; sonstiges
Label: Psi-fi
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Besetzung

Poseidon Vocals
Pauline Fund Vocals, Tambourine
Zeus B. Held Hammond, Minimoog, Mellotron
Heinz Kramer Guitar
Rolf Föller Guitar
Joachim Weiss Bass
Otto Bretnacher Drums

Tracklist

Disc 1
1. Heathen 5:36
2. Leaves are falling / Black light 8:51
3. Age of ages 2:12
4. Ship of fire 4:29
5. Crazy hat / Kingdom of Gabriel 11:06
Gesamtlaufzeit32:14


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


"Temple" von Temple war das letzte Album mit angeblichem Krautrock aus den 70er-Jahren (siehe auch "Cozmic Corridors", "Galactic Explorers", "Golem", "The Nazgûl" und "Pyramid"), welches in den 90ern von Psi-fi veröffentlicht wurde (PSCD0006). 2018 wurde die schnell vergriffene Scheibe von Mental Experience (ein Unterlabel des Reissue-Spezialisten Guerssen Records) auf LP und CD wieder aufgelegt.

Wieder soll die hier zu hörende Musik Mitte der 70er-Jahre in Dieter Dierks’ Studio in Stommeln bei Köln aufgenommen worden sein, als Feierabend-Jam- bzw. Experimentierprojekt, und unter der Ägide des damals dort tätigen, inzwischen verstorbenen Toningenieurs Toby Robinson (alias Mad Twiddler bzw. Genius P. Orridge). Und wie die anderen oben genannten Alben soll auch "Temple" damals in kleiner Auflage auf dem Label Pyramid des Fluxus-Künstlers Robin Page (für mehr Details siehe "Cologne Curiosities") als LP erschienen sein. Bisher hat allerdings niemand eine Original-LP vorweisen können. Und auch sonst ist die Authentizität dieser Aufnahmen höchst zweifelhaft.

Diesmal gibt es recht umfangreiche Besetzungsangaben. Poseidon und Pauline Fund (ihr sind wir schon bei den Cozmic Corridors begegnet) haben gesungen und die Texte verzapft, während Rolf Föller, Heinz Kramer, Zeus B. Held, Mad Twiddler, Joachim Weiss und Otto Bretnacher die Musik gemacht haben. Zeus B. Held soll natürlich Bernd "Zeus" Held von Birth Control sein, und mit Föller könnte Peter Föller gemeint sein, Mitte der 70er Bassist bei Birth Control. Oder vielleicht sein Bruder (oder ein Cousin)? Bei Golem hat der übrigens auch gespielt.

Offenbar hat Held sogar bestätigt, dass er an den hier zu hörenden Aufnahmen beteiligt war, wie Alan Freeman im Beihefttext der Mental-Mind-CD schreibt. Oder, eigentlich steht da: "Apparently Zeus has confirmed his involvement in these sessions, although he didn’t recall a band name, nor knowledge of any release". An einer Stelle im Weltweiten Netz wird das weiter abgeschwächt, ist da doch zu lesen, dass Held Guerssen-Macher Alex Carretero gegenüber bestätigt hat, dass er Mitte der 70er an Sessions beteiligt war, die Robinson aufgenommen hat. War er auch. Robinson war nämlich 1975 der Toningenieur bei den Aufnahmen zum Birth Control Album "Plastic People", an denen übrigens auch Foeller beteiligt war.

Zur Musik! "Temple" ist von den Pyramid-Alben wohl das, welches am wenigsten nach Krautrock klingt. Einerseits gemahnt das Gebotene nach einer Gothic-Version der Edgar Broughton Band (mit recht ähnlichem Gesang), während immer dann wenn die Dame zu hören ist (mit einer Art Alt-Sprechgesang) das Ganze eher an Musik von Nico erinnert. Ein recht eigenartiges Gemenge, einerseits punkig-waveig, andererseits neofolkig-ätherisch, kommt hier aus den Boxen, angereichert mit elektronischem Fiepen und Mellotronschüben. Wie eine Kreuzung aus Hawkwind, Emtidi (siehe "Saat"), Velvet/Nico, US-Wavern und krautig-repetitivem Postrock a la Circle klingt das, versehen mit vollem, sehr detailliertem Sound. 1975/76? Neeee ... da fress ich lieber nen Besen.

Trotzdem ist "Temple" eine durchaus interessante Scheibe. Wer seltsame retro-psychedelisch-folkig-waveartig-spacige Exkurse schätzt, der sollte hier auf seine Kosten kommen. Wie bei den meisten der Psi-fi-CDs kann man feststellen, dass die Musik durchaus das Zeug dazu hätte auf eigenen Beinen zu stehen, ohne das alberne Krautrockmärchen. Aber, die Tatsache, dass die originalen Psi-fi-Alben lange vergriffen sind, und das Material inzwischen zum zweiten Mal auf CD und auch auf LP veröffentlicht wurde zeigt, dass da jemand durchaus die richtige Strategie gefahren ist. Es ist sogar gelungen spinnerten Krautadepten (wie der Rezensent einer ist) das Ganze wieder besseren Wissens anzudrehen. Aber, irgendwie ist dieser Hoax ja auch schon wieder kultig.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.6.2018
Letzte Änderung: 7.7.2018
Wertung: 9/15

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