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Arena

Double Vision

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018
Besonderheiten/Stil: Neoprog
Label: Verglas Music
Durchschnittswertung: 10.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Paul Manzi vocals
John Mitchell guitars, backing vocals
Clive Nolan keyboards, backing vocals
Kylan Amos bass
Mick Pointer drums

Tracklist

Disc 1
1. Zhivago Wolf 4:48
2. The Mirror Lies 6:57
3. Scars 5:16
4. Paradise of the Thieves 5:10
5. Red Eyes 6:40
6. Poisoned 4:27
7. The Legend of Elijah Shade 22:39
Gesamtlaufzeit55:57


Rezensionen


Von: Peter Meyer @ (Rezension 1 von 2)


Schon im Mai 2018 erschien das neue Werk von Arena, von den neoprogaffinen BBS´lern fast verschlafen, da musste schon ein Rezi-Wunsch kommen.

Die Neue von Arena, eine Scheibe im Digipack mit 16-seitigem Booklet, die als erstes durch ihr beklopptes Cover auffällt (jetzt mal ehrlich!), kam rechtzeitig zum 20-jährigen Jubiläum des Klassikers »The Visitor«. Eine Beziehung dazu ist ersichtlich, denn es gibt dort nämlich einen Song, der »Double Vision« heißt. Der Rezensent, der sich jetzt nicht zu den unverminderten Arena-Hardlinern zählt, hatte den Vorgänger in Dauerrotation im Player laufen, v.a. Time Runs Out - ein ungeheuer starkes Teil. 10 1/2 Points für´s Album sprechen eine klare Sprache, das ist hier schon eine ganze Menge für schnöden Neoprog. Und für Arena, das hat nach gegenwärtigem Stand noch nicht mal „Misplaced Childhood“ geschafft.

Die Briten bedienen nämlich die Erwartungen ihrer Fans, was man z.B. von Spock´s Beard nicht behaupten kann, die enttäuschten jetzt ein weiteres Mal. Die Frage wird gestellt werden, früher oder später: Was sind denn die Erwartungen der Arena-Fans? Nun, mal spontan geraten, man darf davon ausgehen, dass sie die Markenzeichen vernehmen wollen; sämige und opulente Synth-Flächen, durchzogen mit wohlfeilen Gitarrenlinien. Neoprog eben, nicht zu soft, nicht zu weinerlich, Neoprog mit einem Schuss metallener Unnachgiebigkeit. Es gibt sicher auch eine Minderheit, die erleben möchte, dass sich die Band „weiterentwickelt“. Aber wohin? Sollen sie härter werden, mehr in Richtung Progmetal gehen, um dann wie ein Threshold-Klon zu klingen? Oder weicher, sopraniger, als Konkurrenz von Bands wie Mystery, die Sänger mit Stimmen in Frauenlagen beschäftigten? Also, gefährlich, das. Arena sollten sich treu bleiben. Das ist nun mal der Fluch, wenn man sich einen bestimmten Status erarbeitet hat. Eine „Weiterentwicklung“ kann goutiert werden. Sie kann aber auch fürchterlich in die Hose gehen. So galt das hardrockig/AOR-lastige “Seventh Degree of Separation" von 2011 als uninspiriert und wurde in Kritiken verrissen.

„Double Vision“ hat Songs, die ziemlich schnell ins Ohr gehen (The Mirror Lies, Red Eyes, Paradise of the Thieves mit gefälligem 15/8-Intro), dafür aber eine etwas geringere Halbwertzeit haben als kantige, vertrackte, gar polyrhythmische Epen. Einzig Poisoned als poppige Quotenballade mit viel Akustikgezupfe kommt etwas flach daher, obwohl auch gut gesungen.

Was ist hier anders? Ein definitiver Mammutsong ist im Aufgebot, ein Track von 22 1/2 Minuten Dauer! The Legend of Elijah Shade ist tatsächlich der längste Song von Arena überhaupt. Der wird jetzt genauer unter die Lupe genommen: Das ambitionierte, in sieben Untertitel unterteilte Werk beginnt mit furchterregendem Gefauche und Geknurre. Das ist das in der folgenden Darstellung zu beschreibende Monster. Dann kommen ein Songteil im schunkeligen 3/4 Takt und ein dynamisch/melodischer Instrumentalpart, jeweils von Strophen unterbrochen. Es wird unter satten Gitarren und wuchtigen Keyboardsounds (Nolan at his best!) lebhafter, wobei die Klanglandschaft in stark unterschiedlichen Tempi vorbeirauscht. Es ist bei einem Stück dieser Dauer wohl unvermeidlich, dass zwischendrin die Intensität erlahmt, so dass auch die Konzentration des Hörers nachlässt. Das ist hier etwa bei Minute 9 der Fall. Zum Glück bekommt The Legend of Elijah Shade wieder die Kurve. Ab Minute 12 geht es noch einmal rund, und zwischen 14:10 und 15:52 sind es - Donnerwetter! - nicht mehr nur 15/8 sondern 15/16! Das erfreut dann spätestens den Freund des schrägen Metrums, der beste Abschnitt im Song. Nein, das Beste des Albums! Hervorzuheben wäre noch Nolans 70-sekündiges Kathedral-Organ-Solo im Anschluss und ein gelungenes Gitarrensolo (21:00). Der Longtrack endet nach einer Überblendung des Solos in den sphärischen Restteil (warum Überblendung, warum „reingemastert“?) bei 21:50 und einem abschließenden Sinuston.

Was bleibt zu sagen? Der letzte Track macht den Unterschied, dieses Album braucht sich vor dem großen Vorbild „The Visitor“ nicht zu verstecken. Also, Neoprogfans: Zugreifen!

Anspieltipp(s): The Legend of Eljah Shade
Vergleichbar mit: The Unquiet Sky
Veröffentlicht am: 21.6.2018
Letzte Änderung: 21.6.2018
Wertung: 10/15

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Von: Jürgen Wissing @ (Rezension 2 von 2)


Massenmörder, Monster und Werwölfe – in dieser bösen Welt scheint sich Song- und Musicalschreiber Clive Nolan besonders wohl zu fühlen. Naja, irgendwie gehört die Grundform dieses Genres in Britannien schließlich auch zum literarischen Erbe. „Double Vision“ ist mehr als nur eine Referenz an das seinerzeit zu Recht gelobte „The Visitor“, das ja bekanntlich fast zeitgleich mit dem neuen Album nach 20 Jahren in aufgefrischter Form wieder veröffentlicht wurde. Neben dem Albumtitel, der vor 20 Jahren ein Track bei „The Visitor“ war, stolpert man auch im Booklet über farblich abgesetzte Buchstaben in den Songtiteln, die, einem Puzzle gleich, das Wort „Visitor“ ergeben; in den Lyrics wiederum lassen sich in gleicher Weise die Namen der Bandmitglieder finden. Nette Idee, mal was anderes. Aber zur Musik: der NeoProg-affine Hörer bekommt typische Arena-Ware geboten, allerdings diesmal der besseren Sorte. Das liegt zum einen wohl daran, dass immer wieder flüssige und „catchy“ Melodien zu hören sind, und andererseits deutliche Anleihen bei den wohl besten Scheiben, eben „The Visitor“ und „Pepper’s Ghost“ unverkennbar sind. Auch wenn die Qualität dieser beiden Alben nicht ganz erreicht wird, muss man Arena dennoch für „Double Vision“ insgesamt ein ordentliches Lob aussprechen. Nach zuletzt wenig überzeugenden Outputs nun wieder ein sehr hörenswertes Produkt.

Es ist guter NeoProg mit gutem Tempo, einem ordentlichen Schuss Drama – insbesondere interpretiert von Sänger Paul Manzi – und ansehnlichen Instrumentalteilen von John Mitchell und Nolan selbst.

Im Long Track treten Nolan’s Opern- und Musicalattitüden deutlich hervor, was aber keineswegs schadet. Zu meckern gibt es diesmal recht wenig, sieht man davon ab, dass „Double Vision“ absolut nichts Neues bietet, sondern mehr wie eine „Best Of Arena“ – Ware wirkt. Die Ballade „Poisoned“ glaubt man bereits auf dem Vorgängeralbum gehört zu haben, dort hieß sie „How did it come to this“. Und in einigen Stücken (v.a. "Paradise of Thieves" und "Poisoned") wird uns der Refrain einige Male zu oft in die Ohren geschraubt. Unnötig, die Songs gehen auch so bestens hinein.

Insgesamt eine reife Leistung einer routinierten Band mit clever agierenden Komponisten und Musikern. Mir gefällt’s!

Anspieltipp(s): Scars, Red Eyes, The Legend...
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.8.2018
Letzte Änderung: 10.8.2018
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Arena

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1995 Songs From the Lions Cage 10.50 2
1996 Pride (Let Your Conscience Decide) 10.50 2
1996 Edits - 1
1997 Welcome to the stage 10.00 1
1997 Welcome Back! To The Stage - 1
1997 The Cry 3.00 2
1998 The Visitor 9.75 4
1999 The visitor - revisited - 1
2000 Immortal? 6.25 4
2001 Breakfast In Biarritz 6.00 1
2001 Unlocking The Cage - 1
2002 Radiance - 1
2003 Caught in the act (DVD) 9.00 1
2003 Contagium - 1
2003 Contagious - 1
2003 Contagion 8.00 3
2004 Live & Life (The Contagion Tour 2003) 9.00 1
2005 Pepper's Ghost (7 Stories Of Mystery And Imagination) 11.00 5
2006 Smoke & Mirrors (DVD) 9.50 2
2011 The Seventh Degree Of Separation 8.00 2
2013 Rapture (DVD) 9.00 1
2015 The Unquiet Sky 10.50 2
2016 XX 10.00 1

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