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Revolutionary Army of the Infant Jesus

The Gift of Tears

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1987
Besonderheiten/Stil: Folk; RIO / Avant; sonstiges
Label: Probe Plus
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Tracklist

Disc 1
1. Come holy spirit 9:31
2. Tales from Europe 4:06
3. The miller 4:09
4. De profundis 3:38
5. The singing ringing tree 2:06
6. Beauty after the fall 9:16
7. Dream 4:48
8. Lament 3:12
9. Transfiguration 5:31
10. Communion 3:15
Gesamtlaufzeit49:32


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Die Revolutionary Army of the Infant Jesus kommt aus Liverpool. 1985 formierten Sue und Paul Boyce, Leslie Hampson und Jon Egan die Band, und man benannte sich offenbar nach einer in Luis Buñuels Film "Dieses obskure Objekt der Begierde" (1977) vorkommenden fiktiven Terroristengruppe. 1987 legte die Formation mit dem hier rezensierten "The Gift of Tears" ihr Debütalbum vor. Dasselbe wurde schon einige Male wieder veröffentlicht, mit Bonusmaterial auf CD, als Twofer zusammen mit dem Zweitling der Band ("Mirror" aus dem Jahre 1991), als Teil der Anthology "After The End", und zuletzt 2015 als LP. Mir liegt die "After The End"-Box vor, die auf 3 CDs das Gesamtwerk der Formation aus dem letzten Jahrhundert enthält. Alle diese Tonträger sind wohl inzwischen selten geworden.

Ein recht eigenes Gemenge an Klang hat das Quartett aus Liverpool hier am Start. Oder, wer hier was spielt wird auf dem mir vorliegenden Reissue nirgends verraten (und auch sonst ist im Weltweiten Netz nicht viel diesbezüglich Erhellendes zu finden), aber ich vermute, dass das oben angegebene Quartett für Musik und Gesang verantwortlich war. Überhaupt umgab die Formation schon immer eine gewisse mysteriöse Aura, gab es kaum Aufnahmen der Band, und keine Interviews oder Berichte in den einschlägigen Zeitschriften. Entweder nahm man sich als Band nicht allzu wichtig, oder man war einfach medienscheu. Oder, vermutlich gehörte das zum Konzept, trat die Gruppe doch meist hinter großen Pergamentpapierbögen verborgen auf.

Wie auch immer, etwas mysteriös ist auch die auf "The Gift of Tears" zu findende Musik. Recht viel klangvolles elektrisches oder elektronisch verstärktes Instrumentarium kommt zum Einsatz, diverse Keyboards und Synthesizer, Streicherverwandtes, Tastenflächen, allerlei Folkiges (Akustikgitarre, Flöte, Handperkussion, Trötendes, Drehleierartiges), ein knurriger Bass, hallende und schallende Perkussion, Glockenartiges, aber kein Schlagzeug und keine E-Gitarren. Dazu wird recht viel Gesungen, wieder eher im Folk-Modus, von Damen und Herren, oder im Duktus eines alten englischen Liedes.

Als "apocalyptic folk" habe ich die Musik beschrieben gefunden, versehen mit Vergleichen zu Dead Can Dance, Godspeed You! Black Emperor, Henryk Górecki und Arvo Pärt, bzw. zum britischen Neofolk a la Current 93 und Death in June. Das kann man teilweise nachvollziehen, aber eigentlich erschafft die Revolutionary Army of the Infant Jesus eine ganz eigene Klangwelt, die nicht sonderlich düster oder unheimlich-gotisch daherkommt, und vielleicht am ehesten wie eine elektronisch-elektrifizierte Version des ersten Comus-Albums (siehe "First Utterance"), bzw. der Third Ear Band klingt. Dabei hat die Musik einen luftig-hymnischen, folkig-medievalen Charakter, wirkt gleichzeitig aber auch seltsam schamanenhaft, anderweltig und paganisch. Trotzdem sieht sich die Formation wohl eher in der christlichen Tradition, inspiriert von orthodoxen Riten, wie man z.B. in "Tales from Europe" hören kann, in das allerlei sakral-russische Fragmente eingewoben wurden. Nicht selten ergeht man sich auch in ambientartigem, oder freiformatigem Klangbasteln.

Eine Art von experimentellem (progressivem) Elektro-Folk gibt es auf "The Gift of Tears" zu hören, klangvoll, elegisch-sakral, von seltsam mysteriös-ätherischem Charakter, abwechslungsreich instrumentiert und dynamisch vorgetragen. Wer Folkig-Sakrales in einem Symphonisch-Elektronischen Gewand schätzt, der sollte sich dieses Album dringend zulegen, so er es denn noch irgendwo in einer seiner Inkarnationen finden kann.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.6.2018
Letzte Änderung: 23.6.2018
Wertung: 12/15

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