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Carl Palmer's ELP Legacy

Live

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018 (CD+DVD)
Besonderheiten/Stil: live; DVD; Klassikrock / Adaptionen; Klassischer Prog
Label: BMG
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Carl Palmer Drums
Paul Bielatowicz Lead Guitar
Simon Fitzpatrick Bass,Chapman Stick
Steve Hackett (DVD) Guitar,Harmonica on Fanfare & Nutrocker
Mark Stein (DVD) Keyboards,Vocals on Karn Evil & Knife Edge
David Frangioni (DVD) Drums on Nutrocker

Tracklist

Disc 1
1. Rondeau Des Indes Galantes / Ride of the Valkyries   (CD) 4.12
2. Toccata and Fugue in D Minor 5.27
3. Mars, The God of War / 21st Century Schizoid Man 7.09
4. Tarkus (Full version) 14.25
5. America 3.41
6. Knife Edge 5.39
7. Trilogy (Short Version) 6.41
Gesamtlaufzeit47:14
Disc 2
1. Introduction   (DVD)
2. Peter Gunn
3. Karn Evil 9 (Welcome Back my Friends)
4. The Barbarian
5. Bitches Crystal
6. Jerusalem
7. Romeo & Juliet
8. 21st Century Schizoid Man
9. Clear de Lune
10. Knife Edge
11. Hoedown
12. Take a Pebble
13. Carmina Burana
14. Pictures at an Exhibition
15. Fanfare for the Common Man/Drums Solo
16. Nutrocker
17. Behind the Scenes at The Tribute For Keith Emerson   (bonus footage)


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 2)


Wie wir (fast) alle wissen betreibt der ex-ELP-Schlagzeuger Carl Palmer seit spätestens 2001 seine Emerson, Lake & Palmer-Tribute-Band (oder ist das eher eine Cover-Band?). Was den genauen Namen des Projekts anbelangt, trifft man verwirrenderweise auf verschiedene Meinungen. Je nach Quelle soll Palmer unter dem Projektnamen Palmer!, Carl Palmer’s ELP Legacy (zum Beispiel 2015) oder Carl Palmer Band getourt haben. Gleichzeitig war auf den Covers der „Working Live“-Serie nur noch „Carl Palmer“ zu lesen.

Wie auch immer, 2018 wird eindeutig als Carl Palmer’s ELP Legacy getourt und unter diesem Projektnamen erscheint auch die vorliegende CD+DVD-Veröffentlichung, die sehr einleuchtend mit „Live“ betitelt wurde. Carl Palmer’s ELP Legacy trifft es als Projektbezeichnung viel besser, als etwa Carl Palmer. Es ist schließlich ein Projekt, das ohne die Kompositionen von Emerson, Lake & Palmer und ohne die beiden virtuosen Mistreiter am Bass und der elektrischen Gitarre nicht möglich wäre.

Seit Jahren tourt Carl Palmer’s ELP Legacy mit mehr oder weniger den gleichen ELP-Kompositionen, die von den meisten wohl als die wichtigsten Stücke von Emerson, Lake & Palmer angesehen werden. Meistens ist auch „21st Century Schizoid Man“ von King Crimson in einer instrumentalen Version mit dabei. Die instrumentalen und dazu noch die gitarrenorientierten Versionen der Stücke zu hören, die teilweise von dem charismatischen Gesang von Greg Lake und sehr oft von den Synthesizer-Fanfaren eines Keith Emerson lebten, ist schon etwas besonders. Ich bin nur nicht immer sicher, ob ich diese Erfahrung unkritisch zu den positiven zählen soll. Aber ELP-Musik mit Gesang und mit Keyboards nachzuspielen würde aus der Palmer Band wahrscheinlich nur eine bessere Coverband machen. ELP-Musik für ein normalerweise gesangloses Trio mit Gitarre und Bass ist dagegen für alle eine Herausforderung. Auch für den virtuosen Bassisten, der in einigen Stücken die beeindruckenden Möglichkeiten des Chapman Stick erforschen und präsentieren darf.

Am mutigsten erschien mir noch die Auswahl der Stücke auf „Working Live – Volume 1“ von 2003. Das meiste aus „Trilogy“, dem hervorragenden dritten Studioalbum von ELP, wird von Palmer, oder von seinen Musikern nach wie vor gemieden. Immerhin, es gibt hier eine nette, verkürzte und jazzige Version des Titeltracks von „Trilogy“, mit einem für meine Begriffe überflüssigen Schlagzeugbesen-Solo von Palmer hinten dran. Außerdem meint Carl Palmer im CD-Heft zu „Live“, dass sein Projekt die Musik von ELP auch der neuen Generation vorstellen soll. Vielleicht lässt sich so die inzwischen konservative Auswahl der Stücke erklären.

Die CD von „Live“ präsentiert ein reguläres Konzert von Carl Palmer’s ELP Legacy, das 2014 in New York stattfand. Das Besondere daran ist vermutlich die rund fünfzehnminütige Version von „Tarkus“, die auf dem Cover sogar als „Full version“ bezeichnet wird. Auch „Mars“ von Gustav Holst habe ich von Palmer’s Legacy bisher nicht gehört. Zudem gibt es die eigenen, von dem Palmer-Trio entwickelten Klassik-Adaptationen auf die Ohren, darunter „Ride of the Valkyries“ von Wagner und „Toccata und Fugue in D Minor“ von Bach. Zu den wenigen ELP-Stücken, die man wirklich für einige Zeit ruhen lassen könnte, gehört für mich ganz sicher „Knife Edge“, ob instrumental oder nicht. Keine Chance, Carl Palmer und seine Jungs lieben dieses Stück offenbar.

Das zweite, auf der DVD zu findende Konzert von Carl Palmer’s ELP Legacy darf man als die bewegten, mit mehreren Kameras gefilmten Bilder bestaunen. Man bekommt die Möglichkeit zwischen dem Stereo- und dem Surround-Sound zu wählen und man kann sich an der sympathisch wirkenden Ansagen von Carl Palmer erfreuen. Das Event fand am 24. Juni 2016 im Olympia Theater zu Miami (USA) statt. Keith Emerson war als einer der Gäste vorgesehen. Nach seinem unterwarteten Tod wurde daraus ein Tribute-Konzert für Keith Emerson. Und es wurde bei dem Event ständig zum Prog getanzt! Und zwar von The Center for Contemporary Dance Ensemble.

Unter den Gästen finden sich der mit seinen fast siebzig Jahren enorm fit wirkende Keyboarder und Sänger Mark Stein (bekannt durch Vanilla Fudge) sowie ein Damenchor (bei „Jerusalem“) und Steve Hackett, der während „Fanfare for the Common Man“ mittels Mundharmonika zeigen kann, was für ein Bluesman in ihm steckt. (Wäre er doch bei seinem gewohnt erstklassigen Gitarrenspiel geblieben…)

Wer als ELP- und Prog-Fan zwei virtuose Saitenakrobaten und einen fast siebzigjährigen Drummer erleben möchte, der besser spielt, als viele Zwanzigjährigen, der sollte „Live“ nicht verpassen. Zumal es auch noch sehr preiswert zu erwerben ist, zumindest für eine CD+DVD-Veröffentlichung.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.6.2018
Letzte Änderung: 25.6.2018
Wertung: 10/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 2 von 2)


Tja - bis die lange angekündigte DVD des Emerson-Tribute-Konzerts vom Mai 2016 erscheint, ist dieses Release der Carl Palmer Band wohl das, was einem Emerson-Tribute am nächsten kommt. Was der Grund für den andauernden Aufschub sein mag, muss Spekulation bleiben. Aber Namen wie Rachel Flowers, Eddie Jobson, Jordan Rudess, Vinnie Colaiuta, Steve Lukather und Steve Porcaro, Brian Auger, Philippe Saisse, Gregg Bissonette, C. J. Vanston (Spinal Tap), Jonathan Sindelman (Alan White Band), Jeff “Skunk” Baxter (Steely Dan/Doobie Bros., und mit Emerson zusammen in der Band "The Best"), Joe Travers (im "Boy's Club" mit Keith Emerson) sowie Marc Bonilla und Travis Davis von der Keith Emerson Band und Terje Mikkelsen und Troy Luccketta vom Three Fates Project lassen ein ziemliches Ereignis vermuten - und schwierige Verhandlungen, was die Rechte angeht.

Einstweilen gibt es also diese CD/DVD mit Palmers zum Emerson-Tribute kurzerhand umfunktioniertem 50th-Anniversary-Konzert. Man merkt es ein bisschen, dennoch ist es schön, die hier versammelten Musiker im Gedenken an den größten Keyboarder aller Zeiten zusammen spielen zu sehen.

Das Schöne an Palmers Projekt ist ja, dass er durch die Besetzung mit Bass und Gitarre anstelle der Keyboards der Musik ELPs einerseits eine neue Seite abzugewinnen versteht, wie auch eine zweite, sehr alte: Denn die rohe Gewalt, die Palmer, Fitzpatrick und vor allem Bielatowicz der Musik abgewinnen, erinnert sehr an die frühen Tage ELPs, in denen die Band noch nicht zu Hochglanz-Edelproggern avanciert war, sondern einen groben, geradezu gewalttätigen Prog spielten. Diese Seite der Musik ELPs, heute weitgehend vergessen, fördern Carl Palmer und seine Mitstreiter wieder zutage.

Hier kommen die Gäste hinzu, und es sind insbesondere Mark Stein und der Chor, die Palmers Versionen der Stücke neue klangliche Dimensionen hinzufügen. Wem der Sound der Carl Palmer Band immer ein wenig zu eindimensional war, der könnte zu diesen Versionen der Stücke einen guten Zugang finden.

Siggys Kritik, die Setliste sei dabei recht konservativ, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Ich sehe/höre hier im Gegenteil eine ganze Reihe von Stücken, die bis dato nicht auf Palmers Post-ELP-Alben zu hören waren. "Rondeau des Indes Galantes", Bachs Toccata in D Moll, "Mars", King Crimsons "Schizoid Man" oder "Clair de Lune" sind nun nicht gerade Palmer-Standards. Ich bin andererseits wie Siggy der Meinung, dass die Welt - na, oder zumindest ich - keine weitere Version von "Hoedown" oder "Fanfare" braucht.

Im Ganzen ist auch "Carl Palmer's ELP Legacy: Live" wieder ein Album voller Energie, Kraft und Aggression, genau das also, was man von Palmer und/oder ELP seit den frühen 70ern nicht mehr gehört hat, und in sofern eine schöne Ergänzung seines Katalogs. Was die Erinnerung an Keith Emerson angeht, das steht das große Ereignis, bzw. das DVD-Dokument, noch aus.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 29.8.2018
Letzte Änderung: 29.8.2018
Wertung: 12/15

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