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Molesome

Dial

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik; RIO / Avant
Label: Roth Händle Recordings
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Mattias Olsson Instruments, Electronics, Sounds

Tracklist

Disc 1
1. Dial 32:44
Gesamtlaufzeit32:44


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Molesome zum Zweiten. Im Sommer 2016 erschien "Dial" erstmals auf Tonträger, allerdings offenbar nur in einer Auflage von 16 CDs, die dafür aber individuell verpackt waren ("vacuum packed covers" – was man sich auch immer darunter vorzustellen hat). Seit dem Herbst 2017 gibt es das Album auch regulär, entweder als Download, oder als in eine schlichte Papphülle verpackte CD (siehe den Labellink oben).

Im Gegensatz zu den Nummern des Erstlings ("Songs for Vowels and Mammals") entstand "Dial" wohl ziemlich rezent (vermutlich irgendwann im Jahre 2016), und wurde innerhalb einer Woche aufgenommen, wie Olsson in einem hinten auf der Hülle zu findenden Text darlegt. Er erklärt da auch, dass er das Album als Antwort auf eine Frustrationsphase eingespielt hat, als alle anderen Projekte nur langsam voran gingen, spontan und ganz im Alleingang. Es soll eine Klangreise durch Radiokanäle darstellen, eine Art langsames Kurbeln am Senderknopf, versehen mit allerlei Störgeräuschen, bizarren Soundfetzen, die durchs Klangbild wandern, und sich immer wieder nach vorne arbeitenden Momenten reiner Musik.

Diese Beschreibung lässt schon vermuten, dass den Hörer auf "Dial" eher Ungewöhnliches erwartet, das mit der Retroprog-Vergangenheit Olssons (einer der ehemaligen Köpfe von Änglagård) kaum etwas gemein hat. Und in der Tat sind hier im Grunde experimentelle Elektronik zu finden, farbige Klangcollagen und freies Tonbasteln mit akustisch und elektronisch erzeugten Klängen. Gesprächsfetzen wabern zudem durch die Gehörgänge, die wirklich nach Fragmenten aus Radiosendungen klingen. Dazu kommen diverse elektronische Sounds, kosmisches Schweben, spaciges Wabern, symphonisches Gleiten, düsteres, fast industrielles Rumoren, und verschiedene instrumentale Einlagen, Streicherlinien, Gitarrenkrachen, Perkussion und Schlagwerk, Mellotronschübe bzw. -flöten, und oft recht prominent eine Trompete (oder ein Waldhorn; oder etwas vergleichbares). Zudem sind diverse weitere bizarre Töne auszumachen, allerlei verstörendes Zischen, Zwitschern und Rumpeln, die den Hörer bisweilen ob der Annahme die CD sei defekt besorgt Richtung Player schielen lassen. Mal dezent, fast zerbrechlich, mal sperrig und laut arbeitet sich die Musik dahin, sehr abwechslungsreich, aber auch reichlich schräg und eigenartig.

Klanglich-stilistisch ist das musikalische Ergebnis durchaus vergleichbar zu den auf dem Erstling zu findenden Miniaturen, nur dass das Ganze nun deutlich schräger, komplexer, ausladender und mächtiger daher kommt. Eine sehr spezielle Klangreise bietet "Dial", ein halbstündige Elektronik-Retro-Avantprog-Suite, die sich elektrophile Klangabenteurer nicht entgehen lassen sollten. Groß ist die Auflage von Roth Händle Recordings sicher nicht (unter der Annahme, dass man eine physikalische Version des Albums in seinem Besitz haben möchte). Neben den Aufnahmen von Necromonkey ist die Musik von Molesome sicher das progressivste (im eigentlichen Sinne des Wortes), das Olsson bisher produziert hat.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.7.2018
Letzte Änderung: 19.7.2018
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Molesome

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2015 Songs for Vowels and Mammals 11.00 1

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