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Ihsahn

Àmr

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018
Besonderheiten/Stil: New Artrock; Progmetal
Label: Candlelight Records
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Besetzung

Vegard Sverre "Ihsahn" Tveitan Gesang, Gitarre, Keyboards, Bass

Gastmusiker

Tobias Ørnes Andersen Schlagzeug
Fredrik Åkesson Gitarre ("Arcana Imperii")
Angell Solberg Tveitan Trommel ("Where You Are Lost And I Belong")

Tracklist

Disc 1
1. Lend Me The Eyes Of Millenia 5:47
2. Arcana Imperii 4:52
3. Sámr 5:25
4. One Less Enemy 5:16
5. Where You Are Lost And I Belong 5:12
6. In Rites Of Passage 4:03
7. Marble Soul 4:02
8. Twin Black Angels 4:38
9. Wake 4:24
Gesamtlaufzeit43:39


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Ob die Aussage zutreffend wäre, dass im Hause Ihsahn Routine eingekehrt ist? Einerseits nämlich folgt "Àmr" im Abstand von fast genau zwei Jahren "Arktis." nach, und mit Tobias Ørnes Andersen sitzt der gewohnte Dauergast hinterm Schlagzeug. Davon abgesehen bleibt diesmal der gewohnte Andrang an prominenten Gästen allerdings größtenteils aus, lediglich Opeth-Gitarrist Fredrik Åkesson darf ausnahmsweise mal solieren. Und an welcher Position "Àmr" für den Solomusiker selber rangiert, ist auch fraglich, sind doch zur Zeit Emperor selber wieder mal auf Festivaltour.

Musikalisch allerdings ist "Àmr" letztlich doch eine ziemlich konzentrierte und konsequente Sache, wird doch im Wesentlichen der Faden von "Arktis." aufgenommen und weitergesponnen. Dem dortigen Trend zu kürzeren Songs folgt man (und lagert erneut den einzigen Zehnminüter namens "Alone" als Bonustrack aus), und die elektronisch-maschinelle Komponente des Vorgängers wird stärker betont. Das äußert sich bereits am Anfang des Openers "Lend Me The Eyes Of Millennia" in einer harten, Synthwave-kompatiblen Arpeggio-Sequenz, auf die das wie üblich schnarrende Gitarrenriff aufsetzt. Auch das eher lockere, New-Artrock-lastige "Sámr" und "Twin Black Angels" fußen jeweils auf einer Sequenz, wobei letzteres zwischenzeitlich sogar noch in einen wummernden Disco-Modus verfällt und gar poppige Melodien auffährt.

An anderen Orten wiederum kommt Elektronik hauptsächlich zum Einsatz, wenn Dramatik erzeugt werden soll. So wird in "Arcana Imperii" und "In Rites Of Passage" der (klare) Gesang mit Synth-Melodien begleitet. "One Less Enemy" wiederum setzt derartiges zunächst ein, um eine bedrohliche Atmosphäre zu erschaffen (was auch gelingt) und lehnt sich außerdem später in einer verspielteren B-Passage an Philip Glass' "1000 Airplanes On The Roof" an. "Marble Soul" schließlich lässt seinen mit Ah-ha-ha-Gesängen motivierten und somit etwas fragwürdigen Hauruck-Duktus von Gitarre und Synthesizer gleichermaßen tragen. Im ansonsten relativ gewohnten Ihsahn-Klangbild (samt dem gängigen mal kehlig-knurrend-keifenden, mal klaren Gesang, jazzigem E-Piano wie in "Sámr" und gelegentlichem Blast-Overkill wie am Ende von "Lend Me The Eyes Of Millennia") ist dieses Element also nunmehr fest verankert.

Und tatsächlich gelingen Ihsahn damit auf "Àmr" auch einige durchaus packende Momente: Die gediegene Aufbruchsstimmung in "Arcana Imperii" beispielsweise, der schneidende Aufbau von "One Less Enemy" (mit der schon erwähnten wirkungsvollen Philip-Glass-Referenz), das zugkräftige Riff von "In Rites Of Passage", dessen in den Strophen ausuferndes Klanggewand übrigens erfolgreich vom Gesang zusammengehalten wird und vor allem der opulente Refrain von "Twin Black Angels" - das sind memorable, eingängige Highlights, und auch der finale, wehmütige Refrain von "Wake" (der wiederum an modernere Bands wie Caligula's Horse oder Baroness denken lässt) zieht noch einmal. Am Rande vermerkt sei außerdem, dass das selbst balladeske "Where You Are Lost And I Beling" in Erinnerung bleibt, weil diese Stimmung mit schleppenden Rhythmen, donnerndem Schlagzeug, hallendem Klavier, schleifenden Dissonanzen und Mellotron-Flöten-Begleitung des Refrains auf eine ähnliche Weise erzielt wird wie damals bei "Anniversary Of An Uninteresting Event" von Deftones (zugleich aber auch an "Regen" vom "Das Seelenbrechen"-Album erinnert).

Jedoch: Abgesehen von diesen Momenten ist "Àmr" überraschend bieder ausgefallen. Die Songs lassen die große kompositorische Raffinesse über weite Strecken vermissen und wirken teils wie am Reißbrett konstruiert: Intro, je zwei Strophen mit Bridge und Refrain dahinter, nach gut zwei Dritteln der Spielzeit ein Gitarrensolo gefolgt von einem B-Part und danach eben nochmals der Refrain. Vergleichen mit früheren Stücken von Ihsahn sind "Lend Me The Eyes Of Millennia", "Sámr" und "Marble Soul" in kompositorischer Hinsicht eher wenig gehaltvoll und zu sehr auf die Wirkung von Refrain etc. zugeschnitten, auch wenn umgekehrt natürlich in "One Less Enemy", "In Rites Of Passage" und "Twin Black Angels" die Mischung aus Eingängigkeit und Komplexität insgesamt weiterhin funktioniert. Was damit wiederum ein weiteres Argument für die eingangs benannte Vermutung "Routine" wäre, mit allen Vor- und Nachteilen. Angesichts der Tatsache, dass Ihsahns Œuvre dieses Jahrzehnts (!) Revolutionäres wie "The Eagle And The Snake" oder "Heaven's Black Sea" umfasst, ist das allerdings doch etwas enttäuschend.

Anspieltipp(s): One Less Enemy, In Rites Of Passage, Twin Black Angels
Vergleichbar mit: Leprous, Baroness, Caligula's Horse, Take Over And Destroy
Veröffentlicht am: 17.7.2018
Letzte Änderung: 17.7.2018
Wertung: 9/15
Ob's wohl sowas wie Ihsahns "To The Bone" ist?

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Ihsahn

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2006 The Adversary 8.50 2
2008 angL 8.00 1
2010 After 13.00 1
2012 Eremita 12.00 1
2013 Das Seelenbrechen 7.00 1
2016 Arktis. 12.00 1

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