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Ragnar Grippe

Sand

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1977 (CD-Reissue 1996, Streamline)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik
Label: Shandra Records
Durchschnittswertung: 13/15 (1 Rezension)

Besetzung

Ragnar Grippe Organ, Recorder, Harmonica, Electric Guitar, Bells, Voice, Thumb Organ, Maracas, Tapes, Effects

Tracklist

Disc 1
1. Sand I 24:58
2. Sand II 25:59
Gesamtlaufzeit50:57


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Viswanadhan Velu ist ein indischer, aber seit längerer Zeit in Frankreich lebender bildender Künstler, der u.a. durch seine in den 70er Jahren entstandenen Sand-Bilder bekannt geworden ist. Irgendwann im Laufe jener Jahre traf er in Paris auf den Schweden Ragnar Grippe, der dortselbst als Teil der Groupe de Recherches Musicales elektronische Musik erzeugte bzw. studierte. Die Legende will es, dass Grippe gefragt wurde Musik für eine Ausstellung Viswanadhans zu komponieren (oder zu produzieren), was dieser auch getan hat.

In welcher Form das klangliche Ergebnis dann live aufgeführt wurde ist dem Rezensenten nicht bekannt, doch 1977 erschien die Musik als "Sand" auf dem kleinen französischen Label Shandar, das z.B. auch das einzige Album von Dashiell Hedayat veröffentlicht hat (siehe "Obsolete"). "Sand" wurde 1996 von Streamline auf CD wieder aufgelegt (mit dem unteren der beiden oben gezeigten Cover), allerdings ist diese Version der Scheibe inzwischen fast so selten wie das Vinyl-Original. 2017 gab es zudem eine limitierte LP-Neuauflage von Dais Records, die man im Moment noch zu durchaus normalen Preisen auftreiben kann.

Grippe macht hier alles selbst und in Handarbeit. Allerlei akustische und elektronisch verstärkte Instrumente, allerdings kein Synthesizer, setzt der Schwede ein, und vermittle diversen Overdubs und Effektverfremdungen entstand daraus eine ausladende, zweiteilige Elektroniksuite, die man durchaus zu den besten Hervorbringungen des Genres aus den 70ern zählen kann (muss).

Diverseste Klangmuster verwebt Grippe hier zu einem dichten, rhythmisch voran wogenden, klimpernden, klappernden, knisternden, hallenden, gongenden, wabernden, blubbernden und schwebenden Ganzen, das sich minimalistisch-repetitiv, dabei aber sehr abwechslungsreich und farbig, immer leicht hektisch und nervös voran arbeitet. Dabei kommt die Musik erstaunlich warm und hypnotisch aus den Boxen, und wirkt überhaupt nicht so kopflastig, kompliziert und intellektuell, wie man sie vielleicht von einem "ernsten" Komponisten und Mitglied der Groupe de Recherches Musicales erwarten würde. Eher hat das Ganze etwas von krautiger Elektronik, wirkt spontan, verspielt, intensiv und verströmt bisweilen eine leicht rockende, zumindest sehr rhythmische, bisweilen auch kosmisch-spacige Atmosphäre.

Wer die etwas experimentelleren krautelektronsichen Hervorbringungen von z.B. Kluster, Cluster und Conrad Schnitzler schätzt, oder Alben wie "Synthetik 1" von Seesselberg, "Elektronische Mythen" von Jürgen Karg, oder "Mu" von Ranta Lewis Plank mag oder zumindest interessant findet, der sollte auch mit "Sand" sehr gut klarkommen, bzw. davon begeistert sein. Das Album bietet jedenfalls ausgesprochen zeitlose und progressive Musik, die sich in jeder Sammlung krautig-experimenteller Elektronik sehr gut macht, oder eigentlich in einer solchen stehen sollte.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.7.2018
Letzte Änderung: 15.7.2018
Wertung: 13/15

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