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Distorted Harmony

A Way Out

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018
Besonderheiten/Stil: Progmetal
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Michael Rose Vocals
Yoel Genin Guitars
Amit Plaschkes Guitars
Yoav Efron Keyboards & Programming
Iggy Cohen Bass
Yogev Gabay Drums

Gastmusiker

Michal Talpa backing vocals

Tracklist

Disc 1
1. Downfall 4.47
2. Room 11 4.01
3. Awaken 6.53
4. Severed 4.03
5. Puppet on Strings 4.05
6. For Ester 3.35
7. Anima 3.57
8. A Way Out of here 2.34
9. Time and time again 5.27
10. We are free 4.28
11. Someday 3.20
Gesamtlaufzeit47:10


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 2)


Distorted Harmony aus Israel haben auf ihren drei bisherigen Alben eine bemerkenswerte Entwicklung durchgemacht. Auch produktions- und klangtechnisch glaube ich einen Fortschritt zwischen dem Erstling „Utopia“ und dem dritten Album „A Way Out“ zu erkennen.

Was die stilistische Veränderung von einem eher traditionell orientierten, vor allem durch Dream Theater, Pain of Salvation, Symphony X & Co beeinflussten Progmetal hin zu den starken Djent-Einflüssen des vorliegenden „A Way Out“ anbelangt, so werden die Meinungen wahrscheinlich ähnlich wie die Geschmäcker auseinander gehen.

Aus meiner Sicht ist diese stilistische Entwicklung eindeutig positiv zu beurteilen. Die Abfolge von melodischen Gesangsbeiträgen und den zugleich komplexen und energetischen Djent-Gitarrenriffs finde ich immer noch sehr ansprechend. Und wenn die Umsetzung, wie auf „A Way Out“, derart spielfreudig, druckvoll, dicht und technisch perfekt rüberkommt - das alles durch die erstklassige Produktion optimal zur Geltung gebracht – dann bin ich als Freund des guten, modern wirkenden Progmetal wunschlos glücklich.

Der fast alleinige Stückeschreiber und Keyboarder Yoav Efron hat für seine Gitarristen offenbar nicht nur die kreativen, mich abwechselnd an Gojira und an Animals as Leaders erinnernden Gitarrenriffs geschrieben, sondern mit seinen Tasteninstrumenten zudem für die passende, elektronische Unterstützung gesorgt. Distorted Harmony gibt es seit neulich nämlich mit zwei Gitarristen, statt nur mit einem. Der bisherige Gitarrist Guy Landau ist nicht mehr dabei und der Sänger Michael Rose erfüllt seine Aufgabe als melodischer Progmetal-Sänger durchaus vorbildlich.

Und es wird nicht nur intelligent gerockt, Herr Efron hat auch genug Platz für balladeske, oder beinahe poppig angehauchte Passagen vorgesehen, die bisweilen auch von melancholischen, oder symphonisch arrangierten Momenten abgelöst werden. Würde man mir zum Beispiel „A Way out of here“ vorspielen, hätte ich wohl dazu gemeint, es handelt sich dabei um eine nette atmosphärische Ballade von einem Künstler, der scheinbar zwischen Postrock und Artpop musiziert. Müsste ich nach einigen instrumentalen Ausschnitten von „We are free“ mein Urteil fällen, würde ich vielleicht glauben, einem Stück von Animals as Leaders zu lauschen. An „Time and Time Again“ fällt mir vor allem das Zusammenspiel zwischen den treibenden Gitarren und den auf den Sequencer-Motiven basierenden Synthesizer-Parts auf.

Textlich geht es auf dem Album um die Emotionen, um die Einsamkeit, Angst, Ärger und Verzweiflung und darum, wie man diese nicht immer unter Kontrolle hat.

„A Way Out“ ist für meine Begriffe ein gelungenes und modern wirkendes Progmetal-Album zwischen musikalisch komplex umgesetzter Aggression, diversen Pop-Rock-Exkursionen und der einnehmenden Melodiosität in den Gesangsbeiträgen geworden.

Es existiert außerdem noch eine limitierte CD-Version mit drei akustischen Stücken.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: eher mit einer melodischen Version von Gojira, als etwa mit Dream Theater
Veröffentlicht am: 20.7.2018
Letzte Änderung: 22.7.2018
Wertung: 11/15

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Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 2 von 2)


Zuerst möchte ich entgegen der Annahme meines geschätzten Kollegen richtig stellen, dass Distorted Harmony mit ihrem dritten Album keinen neuen Sänger beschäftigen. Vielmehr hat sich der auf den Vorgängeralben unter dem Namen Misha Soukhinin firmierende Vokalist einen Künstlernamen amerikanischer Prägung zugelegt, womit er Gefahr läuft mit gleichnamigem Reggae Sänger aus Jamaika, der sogar Grammy-Gewinner ist, verwechselt zu werden. Na, hoffentlich gibt das keine Namensrechtestreitereien.

Kommen wir zur Musik. Distorted Harmony legen mit A Way Out ihr drittes Album vor und präsentieren sich darauf erstmals als sechsköpfige Band. Der frühere Gitarrist Guy Landau wurde gleich durch zwei Sechssaiter ersetzt, was sich nicht zuletzt auch auf den Gesamtsound auswirkt. Amit Plaschkes und Yoel Genin fahren ein ordentlich fettes Brett auf, Nackenschmerzen incoming. Überhaupt bohrt die Band zwischenzeitlich so richtig fettes Metall! Die Kompositionen sind allesamt kurz, von möglichen Longtracks keine Spur, damit verfolgt man den Weg, den man schon mit Chain Reaction eingeschlagen hatte. Ich mag das, wenn man sich auf Wesentliches reduziert.

Was die Härte angeht, so kann A Way Out ordentlich krachen. Die Djent-ähnlichen Gitarren verbannen hier und da allerdings auch Keyboard- oder Gesangsspuren in den Hintergrund. Daran kann man sicherlich noch arbeiten, um stärker zu differenzieren und mehr Vielklang zu erzeugen. Als Hörer bin ich da froh, wenn auch mal Gas weggenommen wird, um die Songs stärker wahrzunehmen. Mit „Awaken“ wird hier das erste Mal eine kurze Verschnaufpause eingelegt. Der tragende Gesang sorgt für ein erstes Highlight neben aller Härte und Aggressivität der beiden ersten Tracks. Mit „Severed“ liefern die Jungs dann schon mein persönliches Lieblingsstück des Albums ab, weil dieser Song gekonnt Härte, Ruhe und elektronische Momente paart.

Die Progressivität auf dem Album wird weniger durch Stimmungen erzeugt – erwartet nicht weniger als ein hartes Metal-Album - sondern äußert sich vielmehr über die Komplexität der Stücke. Hier sei vor allem das Drumming genannt, welches von Yogev Gabay mit beeindruckender Wucht, Komplexität und fantastischer Präzision vorgetragen wird. Ausnahmen wie das ruhige, elektronische Intermezzo „A Way Out Of Here“ bleiben dies auch.

Die stärksten Momente des Albums mache ich stets dann aus, wenn die Gitarren mal etwas Luft für die anderen Instrumente oder den Gesang lassen. Das ist im bereits angesprochenen „Severed“ ebenso der Fall wie im drittletzten Stück „Time And Time Again“. Hier zeigt die Band auch, dass Harmonie (schließlich ein Teil des Bandnamens) nicht zwangsläufig durch Härte vertrieben werden muss. Es besteht durchaus eine Co-Existenz.

Alles in allem halten Distorted Harmony auch auf ihrem dritten Longplayer genau das ein, was der Bandname verspricht. Ein wenig verdrehte Komplexität, vor allem im Gesang vorhandene, großartige Harmonien, gepaart mit ordentlicher Härte, die diesmal stärker Richtung Djent tendiert. Im Vergleich zum Vorgänger ist das sicherlich der gravierende Unterschied. Alles in allem sind sich die Israelis in ihrem Gesamtbild treu geblieben. Alle drei Alben haben ein enorm hohes Niveau. Für das kommende Album würde ich mir im Sinne einer deutlichen Weiterentwicklung mal ein wenig mehr Mut wünschen. Vor allem jene Songs, die durch Elektronik, Ruhe und ausgesprochen gut platziert eingesetzte Härte begeistern, erzeugen bei mir den stärkeren, bleibenden Eindruck.

Anspieltipp(s): Severed
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 22.7.2018
Letzte Änderung: 22.7.2018
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Distorted Harmony

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2012 Utopia 11.50 2
2014 Chain Reaction 11.50 2

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