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Jordsjø

Jordsjø

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018 (drei ursprünglich als Kassetten veröffentlichte Alben von 2015 und 2016)
Besonderheiten/Stil: Folk; RetroProg
Label: Karisma Records
Durchschnittswertung: 11.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Håkon Oftung Gitarre Gesang, Keyboards, Flöte, Percussion, Bass
Kristian Frøland Schlagzeug (CD1: 1-6, CD2: 4,6)
Tore Flatjord Schlagzeug (CD2: 1,2,3,5,8)
Martin Nordrum Kneppen Schlagzeug (CD2: 9)
Håkon Knutzen Gitarre (CD1: 1)

Tracklist

Disc 1
1. UK Original   ("Jordsjø", Kassette, 2015) 6:32
2. Hulderheimen 5:28
3. Ogion 8:46
4. The Goddess (of Light) 4:20
5. Bilder fra en Skog 6:44
6. Hekseskogen 4:11
7. Postludium 1:11
Gesamtlaufzeit37:12
Disc 2
1. Mine Templer I   (1-4: "Jordsjø II", Kassette, 2016) 6:12
2. Den Klaustrofobiske Masken 8:26
3. Svarthelleren 5:58
4. Under Aurora B. 8:57
5. I Atuans Gravkammer   (Bonustrack) 6:50
6. Betula Obscura   (6-9: "Songs from the Northern Wasteland", Split-Kassette mit Breidablik, 2016) 1:36
7. Se Valinors Lamper! 7:10
8. Fugløykallen 3:46
9. Solina, Min Dronning 7:06
10. I Momos Tradgard   (Bonustrack) 2:39
Gesamtlaufzeit58:40


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 2)


Vor ihrem eigentlichen CD-Debüt Jord brachte die norwegische Formation Jordsjø in den Jahren 2015 und 2016 bereits zwei Kassetten sowie eine Split-CD mit den Landsleuten Breidablik heraus. Die darauf enthaltenen Stücke wurden im Spätsommer 2018 auf einer Doppel-CD veröffentlicht.

„Formation“ ist fas schon ein wenig hochgegriffen, denn Jordsjø ist bislang lediglich ein Duo, dessen Konstante Håkan Oftung ist, der neben dem Gesang noch Gitarre, Flöte und Tasteninstrumente beiträgt. Dazu kommen wechselnde Schlagzeuger, auf einigen Stücken gastiert auch noch ein Bassist.

Die Musik unterscheidet sich nicht allzu sehr von der auf Jord, abgesehen davon, dass hier etwas mehr gesungen wird. Ansonsten schwelgt man auch hier tief in den goldenen Tagen des Progressive Rock, wobei Jordsjø eigentlich sogar mehr in der Tradition der Frühzeit des Prog stehen; Genesis’ Trespass oder Nursery Cryme sind hier nicht fern, ebenso wie lyrische Songs der frühen King Crimson, etwa I Talk to the Wind. Diese retroprogressiven Klänge werden mit deutlichen Einflüssen skandinavischer Folklore vermengt, die die Musik auch immer wieder nach Bo Hansson klingen lassen; ein Stück wie Hekseskogen könnte ohne weiteres auch von einem Album des schwedischen Keyboarders stammen.

Die Songs sind an sich nicht sehr komplex, dafür aber farbig und abwechslungsreich arrangiert. In den Songs der zweiten Kassette (entspricht der ersten Hälfte von CD 2) kratzt die Gitarre hin und wieder etwas heftiger, was die Musik phasenweise nach einer skandinavischen Ausgabe der frühen Jethro Tull klingen lässt; ansonsten sind überwiegend sanfte, lyrische Klänge angesagt, für die neben den - durchweg analogen (oder zumindest so klingenden) - Tasten vor allem die schönen Flöteneinsätze sorgen. Der Gesang ist vielleicht nicht besonders ausdrucksstark, passt aber in seiner zurückhaltenden Art gut zur Musik, wozu auch der Klang der norwegischen Sprache beiträgt, die bis auf wenige Ausnahmen verwendet wird. Auf den Stücken der Split-CD macht sich dazu ein stärkerer Einfluss elektronischer Musik bemerkbar.

Jordsjø bieten auch auf diesen früheren Aufnahmen ein schönes Beispiel für Retroprog, der sich nicht lediglich in der Reproduktion eines bestimmten Sounds erschöpft. Wer Jord zu goutieren vermochte oder stilistisch ähnlich gelagerte skandinavische Bands wie Tusmørke oder Agusa, wird auch an dieser Kollektion Gefallen finden. Schöne Musik!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.9.2018
Letzte Änderung: 4.9.2018
Wertung: 11/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 2)


Auch von mir eine dicke Empfehlung für "Jordsjø" von Jordsjø, welches auf zwei CDs das Frühwerk von Håkon Oftungs Projekt bietet. Es ist schon erstaunlich welch farbige und interessant instrumentierte, gleichzeitig homogen verwobene Musik der Norweger mit meist nur einem weiteren Mitspieler (vornehmlich ein Schlagzeuger) erzeugt.

Urig und retro kommt dieser Duo-Prog erst einmal aus den Boxen, bisweilen an britischen Protoprog der frühen 70er gemahnend, versehen auch mit voluminösem ELP-artigem Georgel. Das treffend betitelte "UK original" könnte z.B. fast auch von Black Widow sein; sogar die Flöte ist da und es geht wohl um eine Hexe. Allerdings klingen Teile der eingesetzten Tasten moderner. Das anschließende "Hulderheimen" kommt dann deutlich wolkig-elegischer daher, klingt recht typisch nach skandinavischem Retroprog (nun auch Norwegisch besungen – wie of bei nordischem Retroprog eher unauffällig), und definiert dann die Gefilde, in denen sich die Musik auf CD weitestgehend aufhält.

Die Musik von Bo Hansson passt auch als Vergleich, wobei Jordsjo doch etwas vertrackter zu Gange sind als ihr Landsmann es einstmals war. Zudem gibt es hier immer wieder etwas schrägere Andeutungen, giftige E-Gitarrenjaulen, oder sonores Synthesizerknurren, die die Musik bisweilen in etwas sperrigere Bereich geraten lässt. Ansonsten proggt die Musik folkig-verspielt dahin, versehen mit einer sehr symphonischer Tastenkomponente und recht viel Flöte.

Auf der zweiten CD wird Ähnliches geboten, aber versehen mit mehr Tasten und Elektronischem. Zudem gibt es nun auch diverse jazzige Momente, vermehrt Mellotronschübe, diverse Momente freieren Klangmalens (insbesondere in den Nummern der Split-Kassette), und längere Instrumentalabschnitte, die trotz der kleinen Besetzung sehr überzeugend nach dichtem Gruppenzusammenspiel klingen. Bei einer Nummer wie z.B. "Svarthelleren" sind Änglagard und Sinkadus jedenfalls nicht mehr weit weg (wobei Jordsjo nicht weniger einfallsreich musizieren).

Dazu kommt weiterhin die Flöte, und immer viel Synthesizer und Elektronisches. Höhepunkt in Bezug auf letztere Klänge ist wohl das lange "Under Aurora B.", meine Lieblingsnummer der Sammlung, die zu Beginn elegisch-jazzig rockt (das könnte fast von einer alten ECM-LP stammen), ehe sich Sequenzermuster nach Vorne arbeiten, und die Nummer in ein recht eigenes Folkprog-Elektronikgemenge verwandeln. Die letzten zwei Minuten des Stücks bestehen dann nur aus freiem, doch melodischem Elektronikplingen und -hallen.

"Jordsjø" ist ein sehr unterhaltsames Album mit einem ausgesprochen vielseitigen, farbig instrumentierten, elegisch bis jazzig-verspielten, kernig-protoprogressiven bis klangvoll-symphonischen skandinavischem, bisweilen elektronisch verunreinigtem Retrofolkprog, der zudem ein sehr sympathisches, leicht dilettantisch-krautiges Flair verströmt (ich vermute einmal, dass Oftung das alles in Heimarbeit zusammen gebastelt hat – Respekt), und alles in allem sehr frisch und eigenständig durch die Gehörgänge gleitet.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.10.2018
Letzte Änderung: 7.10.2018
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Jordsjø

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2017 Jord 11.50 2

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