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Le Mur

exorta

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018
Besonderheiten/Stil: instrumental; Gothic; HardRock; Krautrock; Postrock; Spacerock; sonstiges
Label: Clostridium Records
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Janine Ficklscherer Bass guitar & Sound effects
Matthias Gräf Guitar,Organ,Vocals,Saxophon & Sound effects
Georgios Dosis Drums & Percussion, Vocals

Tracklist

Disc 1
1. O.M.E.N. - Towards the End 3.18
2. Die Nacht der Lemuren (Teil 1) 9.25
3. (Intro) - The broken pieces of...

1. first piece: Fields of Misery
2. second piece: Broken
3. third piece: Intro from the Past

3.55
4. Our Doom 6.09
5. These Symptoms are Temporary 8.19
6. Exorta 8.01
7. O.M.E.N.-Arisen 8.00
Gesamtlaufzeit47:07


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @


Die Veröffentlichung von „Exorta“ markiert das Ende einer Trilogie, die mit „In Tenebris“ (2011) und „Silentia Nova“ (2013) begonnen wurde. Darauf, dass die drei Alben von Konzept her (und vielleicht auch musikalisch) zusammenwirken sollen, deuten die über diese Alben verstreuten Teile von „O.m.e.n.“ und „Die Nacht der Lemuren“. Joachim Heinz „Eroc“ Ehrig sorgte auch bei dem vorliegenden „Exorta“ für den transparenten Klang.

Obwohl ich gerne auf solche Inhalte eingehe, liegen mir gerade keine Informationen vor, was denn nun die außermusikalische Aussage – falls vorhanden – der oben erwähnten Trilogie sein sollte. Es gibt aus meiner Sicht bisher nur vage Hinweise, dass die vermittelten Inhalte von nachdenklicher und kritischer Natur sein könnten und dass diese gerne hinter lateinischen Albentiteln versteckt werden. „In Tenebris“ heißt wohl so viel, wie im Dunkeln tappen und ein Titel wie „Technical Progress and other Suicide Stuff“ spricht ja für sich. Während weniger interessante Bands nach eigener Aussage (oder nach der Aussage der Werbetexter) regelmäßig bahnbrechende Meisterwerke veröffentlichen, ist man im Fall von Le Mur eher besorgt, dass man keine Informationen über die Texte, die Konzepte oder Ähnliches, findet.

Das nach meinem Eindruck sehr eindrucksvolle und zugleich extrem deprimierende Cover-Artwork von Bojana Jokic kann bestenfalls auf eine dystopische Zukunft des Untergangs hindeuten.

Das eröffnende Instrumental „O.M.E.N. - Towards the End“ offenbart uns eine Welt, in der Melancholisches und Rockiges zusammenwirken und damit den Eindruck einer gewissen Zerrissenheit erzeugen können. Dem Titel nach zu urteilen, soll es ja dem Ende entgegengehen und wer tut sowas schon gerne.

„Die Nacht der Lemuren (Teil 1)“ beginnt mit dem Schrei „gottverdammte Kreaturen!!“, der die stilistische Verschmelzung von Stoner-, Post-, Space- und Krautrock einleitet, die Le Mur inzwischen fast zur Perfektion gebracht haben. Da treffen bedächtige Orgelklänge auf eine durch Echo-Effekte gejagte Bass-Gitarre. Dazu soliert melancholisch-traurig ein Saxophon und das Schlagzeug unterlegt das Ganze mit einem hektischen Rhythmus. Dazu schaue man sich das Cover mit dem Untergang an und es braucht danach eigentlich keine weiteren Erklärungen zum Konzept des Albums.

Die mehrstimmigen a cappella-Gesänge im ersten Teil von „(Intro) - The broken pieces of...“ rufen eine leicht unheimliche Stimmung hervor. Die Untertitel des Tracks wie „Fields of misery“ und „Broken“ passen dann zu den melancholischen Flächen, die von einem mir nicht näher bekannten, Orgel-ähnlichen Tasteninstrument erzeugt werden. Die schleppenden Rhythmen von „Doom“ muten wie ein Trauermarsch an. Gegen derartige Stimmungen scheint der expressive Gesang geradezu anzukämpfen, während das ungewöhnliche Klangbild von quietschen Synthie-Tönen und dem kraftvollen Bass vervollständigt wird.

Verglichen mit den vorausgegangenen Stücken wirkt „These Symptoms are temporary“ fast schon konventionell. Der kristallklare Klang hebt das gleichberechtige Zusammenwirken von Bass, Schlagzeug und Gitarre hervor, die zusammen wohl eine Synthese des Retro-, Kraut- und Spacerock anstreben. Das Titelstück hört sich zunächst wie eine federleichte Space-Version des Blues an, in dem die rockende Gitarre durch schwebende Tastenklänge ersetzt wurde. Erstaunlich! Nach dem kurzen, in der lateinischen Sprache gesungenen Text wird daraus doch konventionell arrangierte Blues-Musik. Die Ehre, das Ende der drei Alben-Trilogie klanglich umzusetzen wird „O.M.E.N.-Arisen“ zuteil. Das Stück wird von dem melancholischen Postrock-Blues durchzogen, der gelegentlich eine energetische Steigerung erfährt.

„Exorta“ entführt den dafür empfänglichen Musikfreund auf eine Reise in die melancholisch-unheimlichen Welten, die es verdienen erforscht zu werden.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.9.2018
Letzte Änderung: 12.9.2018
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Le Mur

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2012 In Tenebris 10.50 2
2013 Silentia Nova 8.50 2

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