SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
20.10.2018
Ring Van Möbius - Past The Evening Sun
Caligula's Horse - In Contact
19.10.2018
Riverside - Wasteland
C-Sides - 10 Days
Chandelier - Pure
18.10.2018
Haken - The Mountain
17.10.2018
Circle - Katapult
Trigon - 30 Jahre Traumzeit
16.10.2018
Soft Machine - Hidden Details
15.10.2018
Sherpa - Tigris & Euphrates
14.10.2018
Hokr - Klid V Bezčasí
The Flaming Lips - Clouds Taste Metallic
Seventh Wonder - Tiara
Bi Kyo Ran - Anthology vol.1
Sanguine Hum - Now We Have Power
13.10.2018
DRH - Thin Ice
Various Artists - Hamtai! - Hommage à la musique de Christian Vander
ALU - Die Vertreibung der Zeit (1980-1986)
ARCHIV
STATISTIK
24976 Rezensionen zu 17123 Alben von 6671 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Babylon

Babylon

(Siehe auch: Leitfaden "Nordamerik. symphonischer Prog der 70er Jahre")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1978
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog
Label: Syn-Phonic
Durchschnittswertung: 10.5/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Rick Leonard Bass, Bass Pedals, Voice
Doroccas Lead Voice, Keyboards
Rodney Best Drums, Percussion
J. David Boyko Guitars
Gary Chambers Keyboards, Voice

Tracklist

Disc 1
1. The Mote In God´s Eye 7:00
2. Before The Fall 10:54
3. Dreamfish 9:12
4. Cathedral Of The Mary Ruin 7:38
Gesamtlaufzeit34:44


Rezensionen


Von: Horst Straske @ (Rezension 1 von 4)


Babylon war eine Band aus den südlichen Gefilden der USA, die 1978 ihr einziges Album veröffentlicht hat. Die Mitglieder dieser Formation fanden sich 1976 im sonnigen Florida zusammen, um sich dem symphonischen Progressive Rock zu widmen. Die vier Titel des hier vorliegenden Albums offenbaren in erster Linie eine Inspiration durch das große Vorbild Genesis.

Bereits der Opener "The Mote In God´s Eye" weist nach einem mystisch anmutenden Intro in eine dynamische Richtung, wobei insbesondere der charismatische Gesang des Frontmannes Doroccas eindrucksvoll zur Geltung kommt. Weit ausladendes Keyboardspiel und flirrende Gitarrenklänge verleihen dem Ganzen im weiteren Verlauf ein wahrlich erhabenes Gepräge. Dabei ist auch fast 25 Jahre nach dem Aufnahmedatum die damalige Spielfreude und Experimentierfreudigkeit der Amerikaner immer noch allgegenwärtig. Hier liegt keinesfalls eine Kopie eines großen Vorbildes vor, sondern eine eigene Definition eines Musikstils, der sich zum Zeitpunkt der Aufnahme bereits auf einem rasanten Abstieg befand. Angesichts dieser Tatsache ist Babylon ein wahres Meisterwerk des späten 70er Jahre Progs gelungen.

Auch wenn die eine oder andere Passage beim ersten oberflächlichen Hördurchgang mitunter ein wenig ungestüm und nicht bis in das letzte Detail durchdacht erscheinen mag, kristallisieren sich doch im weiteren Verlauf wunderbare Details heraus, die das Herz vieler Fans der 70er Jahre höher schlagen lassen.

So liegt mit dem Longtrack "Before The Fall" ein kleines Miniepos vor, das einen perfekten Wechsel zwischen dynamischen und elegischen Passagen bietet. Wenn die Gitarre dann härtere Klänge anstimmt, schiebt sich schon gleich der analoge Synthiebombast darüber. In diesen Instrumentalteilen wird jedoch auch deutlich, dass hier das Werk einer Formation vorliegt, das sich stilistisch dann doch bereits ein wenig von der kurzen Hochphase des symphonischen Progressive Rocks entfernt hat. Begrüßenswert ist hierbei, dass Babylon dennoch Elemente des Mainstreams der 70er Jahre nicht übernahmen, sondern den verschachtelten Artrock der britischen Vorbilder um eine kraftvollere und auch direktere Komponente erweitert haben. Kritische Stimmen mögen in dem Sound von Babylon unter Umständen sogar schon Vorboten des eingängigeren Neoprogs der 80er Jahre erkennen.

Selbstverständlich ist der Stil von Babylon nicht überaus komplex und insbesondere der von Gary Chambers produzierte Keyboardsound setzt zum Teil sehr auf bombastische Elemente und entfernt sich somit schon vom fein gesponnenen bzw. filigranen Sound der britischen Vorbilder. Von einem Ausverkauf der "progressive Ideale" kann aber keinesfalls die Rede sein, da Babylon trotz sporadischer Zugeständnisse an den damaligen Zeitgeist in Form von moderneren Sounds noch tief im symphonischen Prog verwurzelt waren.

Der Song "Dreamfish" entwickelt sich nach einem fulminanten Anfang in bester Genesis-Manier zu einer weiteren Perle. Hier kommt der extravagante Gesangsstil besonders eindrucksvoll zur Geltung und im weiteren Verlauf stellt sich eine bisweilen hypnotische Atmosphäre ein. Solch ein Song mag beim ersten Anhören womöglich ein wenig unstrukturiert wirken, brennt sich jedoch nach weiteren Hördurchgängen regelrecht in die hintersten Hirnwindungen ein und gewinnt somit stetig an Qualität.

Der Titel "Cathedral Of The Mary Ruin" schließt die Platte dann eindrucksvoll ab.

Die Aufnahmen wurden 1995 von niemand geringerem als Kevin Gilbert neu abgemischt und remastered. Der Sound erreicht zwar trotz der aufwendigen technischen Wiederaufbereitung nicht ganz das Niveau einer Majorproduktion der gleichen Zeit, kann aber dennoch überzeugen. Da kann auch über das etwas blechern klingende Schlagzeug getrost hinweggesehen werden.

Anspieltipp(s): The Mote In God´s Eye
Vergleichbar mit: Genesis
Veröffentlicht am: 26.8.2002
Letzte Änderung: 26.8.2002
Wertung: 13/15

Zum Seitenanfang

Von: Udo Gerhards (Rezension 2 von 4)


Ordentlich, das fällt mir zu Babylon ein. Wer Siebziger Jahre Sound sehr mag, ist hier gut bedient. Aber: sie sind doch ein Genesis-Klon.

Allgemeine Bemerkung: nur weil eine Band nicht bis ins letzte Detail wie ihr Vorbild klingt, heisst das nicht, dass sie nicht verzweifelt versucht hat, so zu klingen.

Und die Abmischung von Kevin Gilbert... hm, ich weiss nicht, ob sie dem Album gut getan hat. Der geradezu aufdringlich auf modern getrimmte Sound der Snare, der vollkommen in den Vordergrund gemischt ist, klingt fremd und unpassend.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Genesis
Veröffentlicht am: 27.8.2002
Letzte Änderung: 5.9.2002
Wertung: 9/15

Zum Seitenanfang

Von: Michael Weinel @ (Rezension 3 von 4)


Tja, als stolzer Besitzer der Original-LP *schamlosangeb* muss ich hier auch mal meinen Senf dazugeben. ;-)

Unbestritten klingt alles sehr nach Genesis (und m. E. ein bisserl nach frühen Yes), wenn lange nicht so ausgereift. Dennoch ein nicht zu verachtendes Debüt einer vielversprechenden Formation, der leider ein nur ein kurzes Leben gegönnt war. Sonst hätte das wirklich was werden können...

Was bleibt ist ein interessantes Relikt und eine schöne Dokumentation der Prog-Szene in den USA (so schrecklich viel gab's da ja nicht ;) ).

Empfehlung für Prog-Nostalgier, sonst kann man auch gut ohne das Teil leben.

Anspieltipp(s): Dreamfish
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.6.2003
Letzte Änderung: 5.6.2003
Wertung: 8/15

Zum Seitenanfang

Von: Jörg Schumann @ (Rezension 4 von 4)


Wie Kollege Weinel, so bin auch ich Besitzer der Original-LP aus dem Jahre 1978. Ein schönes Teil. Solche Edelsteine sollte man wirklich als Schallplatte besitzen; nur dann entfalten sie ihre wahre Magie.

An dieser Stelle möchte ich nochmals kräftig die Werbetrommel für Babylon rühren, für ein Album, das meiner Ansicht nach ausser bei Kollege Straske hier etwas zu schlecht wegkommt. Babylon ist kein Genesis-Klon (so wie zum Beispiel The Watch) und den Vorwurf, sie wollten verzweifelt wie Genesis klingen, kann man sicher zurückweisen. Fraglos war die Band aus Florida durch Genesis inspiriert, ebenso durch Van der Graaf (Generator) und auch ein wenig durch Yes. Dennoch hat Babylon ganz klar seinen eigenen, charakteristischen, ja gar unverwechselbaren Stil und Sound.

Dieser wird einerseits durch den ausdrucksstarken, bisweilen theatralischen Gesang geprägt, der zwar an Gabriel erinnert (nicht umsonst wurde Doroccas auch als der amerikanische Gabriel bezeichnet), dessen Stimme aber höher und klarer ist. Das andere Stilelement ist die omnipräsente, hoch gestimmte, beinahe jazzig gespielte Snaredrum. Diese ist auch auf der Schallplatte ein dominantes Element, fremd und unpassend finde ich sie aber zu keinem Zeitpunkt. Im Gegenteil. Was Rodney Best hier abliefert, ist erstklassig und anders, als bei Genesis. Sein Spiel ist einfallsreich, originell und angereichert mit bisweilen auch unkonventionellen Figuren. Es gibt der Musik eine eigene Note. Überhaupt ist die Performance der Musiker erste Sahne. Ein jeder beherrscht sein Instrument und als Bandsound kommt alles zusammen souverän, stimmig und auch klanglich durchaus überzeugend aus den Boxen.

Insgesamt sind die Kompositionen gelungen, weisen interessante Variationen auf und sind trotz immer wieder eingebauter, überraschender Richtungswechsel zugänglich.

Für mich ist Babylon eines der stärksten Alben des amerikanischen Progrock am Übergang des klassischen Zeitalters zum am fernen Horizont langsam auftauchenden Neoprog. Es ist auf jeden Fall elaborierter und interessanter als das Genesisalbum aus dem gleichen Jahr.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.2.2018
Letzte Änderung: 12.2.2018
Wertung: 12/15

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Babylon

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1989 Night Over Never 10.00 1
1989 Better Conditions For The Dead 10.00 1

Zum Seitenanfang

© 1999-2018; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Datenschutzerklärung - Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum