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Trace

Trace

(Archiv-Tipp 10/2017)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1974 (CD Release 1994)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Klassikrock / Adaptionen; Klassischer Prog
Label: Philips / Musea (CD)
Durchschnittswertung: 11.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Rick van der Linden Steinway grand piano, clavinet, pianet, organ, synthesizer, mellotron...
Pierre van der Linden drums
Jaap van Eik bass

Tracklist

Disc 1
1. Gaillarde 6:07
2. Gare Le Corbeau   (bass solo) 2:02
3. Gaillarde 4:55
4. The Death Of Ace 5:13
5. The Escape Of The Piper 3:08
6. Once 4:11
7. Progression 12:02
8. A Memory I 3:54
9. The Lost Past   (drum solo) 3:27
10. A Memory II 1:40
11. Final Trace 3:50
Gesamtlaufzeit50:29


Rezensionen


Von: Michael Weinel @ (Rezension 1 von 3)


[Bonustracks der CD-Ausgabe: Progress Tabu]

Mich wundert es, dass dieses Album bislang hier noch nicht aufgetaucht ist... ist es doch eines meiner Lieblings-Prog-Alben und scheinbar ein echter Geheimtipp!

"Trace" ist eine Art niederländische ELP, mit der Bandformation Keys/Bass/Schlagzeug. Das mag einige abschrecken, aber m. E. ist dieses Album besser als alles von ELP zusammen (hört, hört! *g*) !

Der Tastenmann mit dem klangvollen Namen Rick van der Linden dürfte einigen von der "Klassikrock"-Band Ekseption ein Begriff sein. Im Gegensatz zu Mr. Emerson von ELP ergeht er sich allerdings nicht in bombastischen Gefrickel, sondern hier wird zu 90 % songdienlich musiziert. (Außerdem bleiben einem die Balladenversuche von Greg Lake erspart *g*...)

Zu hören gibt's alle Tasteninstrumente, die das Herz eines Liebhabers "klassischer" Prog-Instrumente höher schlagen lassen - so schöne Sachen wie Hammond B3 und B4, Steinway Grand, ARP 2600 Synthi, Solina String Ensemble, sogar das gute alte Mellotron fehlt nicht. Neid! :-)

Nun zur eigentlichen Musik: ich habe selten eine solche Spielfreude, solch gelungene Arrangements von klassischen Stückchen (u. a. von Grieg - Gänsehautnummer!) und so viele originelle Soundideen gehört wie hier. Ich war wirklich nun und weg, als ich damals, ohne sie vorher gehört zu haben, die LP kaufte. Hat sich echt gelohnt! :)

Was soll ich noch lange erzählen: Wer Freude an ELP, oder generell klassischen (instrumentalen) Prog hat, sollte zugreifen oder zumindest mal reinhören. Gleich das erste Stück sollte überzeugen.

Ein Meisterwerk des klassischen Progs!

Anspieltipp(s): Galliarde
Vergleichbar mit: ELP (s.o.), Triumvirat, teilw. Ekseption
Veröffentlicht am: 24.5.2003
Letzte Änderung: 24.5.2003
Wertung: 14/15
Wer ist eigentlich ELP?

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 3)


Trace war das Gewächs des Ekseption-Keyboarders Rick van der Linden, der damit deren "Klassik-Rock" fortsetzen und in eine neue Dimension heben wollte. Im Zentrum der Musik steht daher seine Orgel, zu der sich eine Ganze Ladung von weiteren Tasteninstrumenten gesellt. Bass und Schlagzeug (letzteres bedient vom ehemaligen Brainbox- und Focus-Schlagzeuger Pierre van der Linden) geraten da meist in die Rolle von mehr oder weniger virtuos dargebotenem Begleitwerk. Liebhaber des klassischen, analogen Tastenklangs kommen hier allerdings voll auf ihre Kosten und bekommen das gesamte Spektrum des damals Möglichen und Nötigen geboten (siehe die oben von Michael angeführten Instrumente). Rick van der Linden reiht sich somit ein in die Phalanx der Tastenmagier, die auf Konzerten von wahren Gebirgen aus Keyboards umstellt waren und so auch optisch die Schaltzentrale der Gruppe darstellten.

Rick van der Linden baut hier das mit Ekseption erprobte Konzept weiter aus und bereichert es um eine eigene, kreative Komponente (will sagen: es wird nicht nur Klassik verrockt). Er reiht auf "Trace" eine ganze Zahl von klassischen Zitaten aneinander oder versteckt sie in komplexeren Arrangements, unterbrochen von freieren, mitunter jazzigen Abschnitten, Orgeljams, fast elektronisch wirkenden Momenten, hymnischer Symphonik, einem kurzen Bassolo ("Gare Le Corbeau") und einem Schlagzeugsolo ("Lost Past"). So richtig bombastisch, laut oder gar wüst wird es dabei nie, eher gleitet die Musik melodisch, locker, mitunter getragen und etwas verhalten dahin.

Offenhörliche Vergleichsgruppen zu Trace sind natürlich Emerson, Lake & Palmer und Refugee, oder fast jede andere Band, die zu gleicher Zeit in gleicher Besetzung tätig war. Die Mannen um Keith Emerson bzw. Patrick Moraz haben in der Tat recht ähnlich musiziert, waren aber weniger deutlich oder direkt Klassik-inspiriert, haben doch etwas mehr und kantiger gerockt, hatten eine grössere Dynamik und waren kompositorisch eine Spur abwechslungsreicher. Auf Dauer finde ich van der Lindens Tasteneskapaden nämlich etwas ermüdend, insbesondere den meist vorherrschenden Orgelklang. Mitunter gerät die Musik auch etwas seicht und für meinen Geschmack zu glatt und gefällig. Einige der verrockten Klassik-Zitate wirken aus heutiger Sicht auch arg angestaubt.

Trotzdem ist "Trace" eine sehr interessante Scheibe, die jedem Fan der typischen Tastensounds der 70er sehr viel Spass machen sollte. Den Meisterwerk-Status will ich dem Album aber nicht zubilligen. Dazu ist mir das Ganze zu tastenorientiert, zu unspannend und zu harmlos. Gut anzuhören ist "Trace" aber trotzdem!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 29.7.2006
Letzte Änderung: 6.8.2006
Wertung: 9/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 3 von 3)


1973 wurde Rick van der Linden von Ekseption gegangen. Die Band wollte weg von der Klassik und hinzu Jazz und Fusion. Van der Linden hingegen, inspiriert von The Nice, Yes, Deep Purple, ELP und Focus, wollte die klassische Linie verfolgen – und dabei mehr Freiheit haben.

Mehr Freiheit = weniger Musiker. Schlagzeuger Pierre van der Linden (Ex Focus) und der damals beste Bassist der Niederlande, Jaap van Eik, mussten ausreichen. Keyboards/Schlagzeug/Bass? Na, das schreit ja nach einem Vergleich mit ELP!

…den sie verlieren, so wie nahezu jede keybordgesteuerte Band der Zeit. Wer die Musik von Keith Emerson nicht nur im Vorübergehen gehört hat, weiß, dass der Mann Suiten, Fugen und Klavierkonzerte komponieren konnte, Jazz, Bebop und Honky Tonk ebenso draufhatte wie Klassik, Rock und, man höre und staune, indischen Raga. Außerdem war er ein Technikfreak, der die Entwicklung der Keyboards 15, 20 Jahre lang nicht nur begleitete, sondern mit vorantrieb. Wer ELP nur als bombastisch und prätentiös hört, der hört am Können dieses Mannes vorbei und verpasst das Beste. Wer nicht, ist kaum in der Lage, zwei, drei Keyboarder zu nennen, die mit Emerson auf Augenhöhe wären. Rick van der Linden, so großartig er auch war, war es nicht.

Trotzdem gut? Sogar mehr als das!. Und Material hatten sie mehr als genug: Im Mai 1974 wurden nicht weniger als 200 Stunden Musik aufgenommen, und auch nach scharfem Aussieben blieb noch genug Material für ein Doppelalbum dabei übrig. Am Ende wählte von der Linden elf Stücke für das Album aus, darunter das ambitionierte "Gaillarde Part I"/"Gare Le Corbeau"/"Gaillarde Part II", das gleich in mehrerlei Hinsicht den Vergleich mit ELP provoziert: Keyboardrock, Klassikadaption (Bach, unter anderem), dreiteiliger Aufbau, wie er zur damaligen Zeit für Keith Emersons Kompositionsweise typisch war.

Ein weiterer klassisch inspirierter Dreiteiler ist "A Memory I"/"The Lost Past"/"A Memory II", in diesem allerdings steckt weniger Barock, vielmehr werden Einflüsse von Wagner und Brahms hörbar – mit denen van der Linden ein schwedisches Volkslied bearbeitet.

Es gab aber auch Jazz, z. B. in "Once", das Keyboardrock, klassische Einflüsse und eben Jazz verbindet, gespielt mit ebensogroßer Wucht wie Präzision – ein kleiner Lehrstück des klassischen Progressive Rock.

200 Stunden Musik, sagte ich… Von diesen Aufnahmen kannte man in den 70ern nur "Tabu", eine Dizzy-Gillespie-Bearbeitung, die als Single veröffentlicht wurde. Für die 2014er-Version des Albums wurden die Archive durchsucht, und einige Edelsteine zutage gefördert. Ja, man kann mit einigem Recht sagen, dass das Bonusmaterial, das hier versammelt wurde, nicht nur länger ist als das reguläre Studioalbum, es ist auch qualitativ auf Augenhöhe damit – und wann kann man das über Bonusmaterial schon mal sagen! Darunter findet sich z. B. "Bach-Atel", eine Adaption von Bachs Largo, oder das Nocturne (BWV140), das als gruseliger Orgelschocker beginnt, dann Focus' "Sylvia" zuzwinkert und schließlich mit zappaesken Akkorde herumspielt. Herrlich! Ein weiterer Höhepunkt ist das grandiose "Another World", das hier sogar in zwei verschiedenen Versionen vertreten ist. Daneben gibt es eine wilde Jam-Version von "Once", eine um zwei Minuten längere Version von "The Escape Of The Piper" und als besonderes Schmankerl den fast 20minütigen Longtrack "A Swedish Largo", der Händels Largo mit "A Memory" verknüpft, und allein schon eine volle Albumseite hätte bestreiten können.

Das erste Trace-Album ist ein Meilenstein in der Geschichte des niederländischen Progs, und hat bis heute große Relevanz auch für den gesamten klassischen Prog. Da es nun dreimal so lang ist wie das Original, führt heute erst recht kein Weg an diesem Album vorbei.

Die remasterte Ausgabe von 2014:

CD I
Das reguläre Album

1-1 Gaillarde Part 1 6:07
1-2 Gare Le Corbeau 2:02
1-3 Gaillarde Part 2 4:55
1-4 The Death Of Ace 5:13
1-5 The Escape Of The Piper 3:08
1-6 Once 4:11
1-7 Progression 12:02
1-8 A Memory Part 1 3:54
1-9 The Lost Past 3:27
1-10 A Memory Part 2 1:40
1-11 Final Trace 3:50

Bonustracks

1-12 Progress (Single Version) 4:05
1-13 Tabu 4:14
1-14 Bach-Atel (Single Version) 3:30
1-15 Another World (Demo) 5:15
1-16 Gnome Dance (Demo) 5:08
1-17 Final Trace (Demo) 3:51


CD II

2-1 Fairy Tale - Overture 4:50
2-2 A Swedish Largo 19:47
2-3 Gnome Dance 4:30
2-4 Nocturne 6:03
2-5 Bach-Atel 4:13
2-6 Another World 5:11
2-7 The Escape Of The Piper (Extended Version) 5:21
2-8 Once (Jam) 6:00
2-9 A Memory (Demo) 8:48
2-10 A Swedish Largo (Demo) 5:50
2-11 Once (Demo) 4:50

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: The Nice, ELP, Triumvirat
Veröffentlicht am: 13.9.2017
Letzte Änderung: 13.9.2017
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Trace

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1975 Birds 9.00 1
1976 The White Ladies 9.00 1

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