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Pell Mell

Rhapsody

(Archiv-Tipp 2/2018)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1976
Besonderheiten/Stil: Klassikrock / Adaptionen; Klassischer Prog
Label: Spalax
Durchschnittswertung: 11.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Thomas Schmitt Geige, Keyboards, Gitarre, Flöte, Gesang
Rudolf Schön Gesang
Ralph Lippmann Gesang, Keyboards, Gitarre
Cherry Hochdörfer Keyboards
Cornelis Kniesmijer Schlagzeug
Götz Draeger Bass

Tracklist

Disc 1
1. Rhapsody

1. Frost Of An Alien Darkness 9:24
2. Wanderer 2:31
3. Can Can 3:38

2. Prelude 3:18
3. Desert In Your Mind 6:18
4. The Riot 6:06
5. Paris The Past 8:10
Gesamtlaufzeit39:25


Rezensionen


Von: Horst Straske @ (Rezension 1 von 2)


Das dritte Album "Rhapsody" von Pell Mell wurde 1975 veröffentlicht und hier sind die auf den Vorgängern noch vorhandenen krautrockigen Elemente einem symphonischeren Sound gewichen. Schon die ersten Töne des eröffnenden Titelsongs offenbaren diese Neuorientierung in Richtung eines differenzierten Symphonic Rocks, in dem auch diverse analoge Synthies zur Geltung kommen. Dabei setzen ausufernde Keyboardsounds die sich anbahnende Symbiose aus Elementen der klassischen Musik mit der zeitgnössischen Rockmusik perfekt in Szene und harmonieren glänzend mit der wiederum markanten Geige des kreativen Kopfes Thomas Schmitt. In diesen dichten Bombastsound sind dann wiederum diverse Zitate aus dem Bereich der klassischen Musik eingebettet, wobei Franz Liszt den Anfang macht.

Die Geige schmachtet stellenweise so richtig schön vor sich hin, um dann urplötzlich zusammen mit den dominanten Keyboards in dynamische Richtung zu tendieren. In Gegensatz zu den vorangegangenen Werken werden die Keyboardparts gleich von drei Bandmitgliedern übernommen. Auch sind einige Gitarrenparts zu verzeichnen, die aber eine eher untergeordnete Rolle spielen. Die eindeutige Leistungssteigerung wird auch vom verbesserten Gesang abgerundet.

Der Titelsong schließt mit der gelungenen Interpretation eines schmissigen Can Cans, die mit einem gehörigen Maß an Augenzwinkern dargeboten wird. Nachfolgend fließen im Fall des Titels "Prelude" auch einige Zitate aus einem Werk des russischen Komponisten Rachmaninoff ein.

Die restlichen Titel sind frei von irgendwelchen Klassikzitaten und können sich aber nahtlos in den tastenlastigen Sound einfügen, ohne dass der Eindruck eines Stilbruchs entsteht. Hier wechseln sich von mehrstimmigem Gesang dominierte Passagen mit kraftvollen Instrumentalsequenzen ab, in denen auch mal eine elektrische Gitarre den orchestralen Keyboardsound bereichert.

"Paris The Past" schließt dieses dritte Album der Marburger Band ab und ohne Übertreibung kann hier von dem besten Album der Formation gesprochen werden, das mit einem ausgeklügelten symphonischen Progrock glänzen kann. Hierzu trägt auch der für damalige Verhältnisse sehr ansprechende Sound bei, was aber keinesfalls verwundert, da die Aufnahmen im renommierten Studio von Dieter Dierks stattfanden. Somit ist es der Band gelungen, die auf den vorangegangen Werken teilweise noch vorhandenen Unzulänglichkeiten auszumerzen.

Anspieltipp(s): Rhapsody
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 9.8.2003
Letzte Änderung: 10.8.2003
Wertung: 12/15

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Von: Kristian Selm (Rezension 2 von 2)


24 Jahre nach dem Erscheinen der LP waren es wieder mal die in Frankreich ansässigen Spalax Music, die im schmucken DigiPak mit "Rhapsody" ein weiteres Juwel aus dem deutschsprachigen Raum erstmals auf CD herausbrachten.

Auf nur knapp 40 Minuten kreierten Pell Mell damals ein fast schon herzerweichendes Klangbild zwischen sinfonischer Rockmusik und anachronistischem Kaffeehausorchester. Ein Teil der Wurzeln dieser Klänge geht weit in die Vergangenheit zurück, denn bei Pell Mells "Rhapsody" komponierte sogar ein mysteriöser Herr Liszt mit. Das wird doch nicht wohl der Franzl gewesen sein, bei dem da offensichtlich klassisch geklaut wurde? Im Pizzikato oder in schmelzender Gefühlslage schluchzt die Violine zu leicht hölzernem englischem Gesang. Doch die feierlichere Beschaulichkeit, verpackt in weichem Orgelsound, klingt zwar aus heutiger Sicht ziemlich verstaubt, aber trotzdem wunderschön und trifft selbst nach dieser langen Zeit noch direkt in das Gefühlszentrum.

Dramatik, orchestraler Bombast, die sinfonische Verwandtschaft macht diese Art klassischen Teutonen-Progs leicht verträglich, ohne dabei austauschbar zu wirken. Die Gitarre darf auch mal kurz glänzen, die Keyboards brillieren solistisch oder untermalen zurückhaltend, auch schon vor mehr als zwei Jahrzehnten verstand man es, richtig gute Musik auf die Beine zu stellen. Für Nostalgiker und Freunde der moderaten Sinfonik der 70er ein Ohrenschmaus.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 9.9.2005
Letzte Änderung: 9.9.2005
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Pell Mell

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1972 Marburg 9.50 2
1973 From The New World 8.50 2
1978 Only A Star 8.00 2
1981 Moldau 7.00 1
2013 The Entire Collection 9.00 1

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