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Soft Works

Abracadabra

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2003
Besonderheiten/Stil: improvisiert; instrumental; Canterbury; Jazz; Jazzrock / Fusion
Label: Tone Center
Durchschnittswertung: 7.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Elton Dean Alto sax, Saxello, Fender Rhodes Piano
Allan Holdsworth Electric Guitar, Synthaxe
Hugh Hopper Bass
John Marshall Drums

Tracklist

Disc 1
1. Seven Formerly 10:22
2. First Trane 11:33
3. Elsewhere 8:01
4. K Licks 6:50
5. Bakers Treat 5:40
6. Willie's Knee 5:17
7. Abracadabra 7:34
8. Madame Vintage 4:52
Gesamtlaufzeit60:09


Rezensionen


Von: Achim Breiling @ (Rezension 1 von 2)


Kurz vor dem Ende des letzten Jahrtausends taten sich die britischen Jazzrockurgesteine Elton Dean, Hugh Hopper, John Marshall und Keith Tippett zusammen um einige Konzerte zu geben. Man trat unter dem Namen "Soft Ware" auf, u.a. 2002 auf dem Progman Cometh Festival in Seattle (siehe auch "Live at Progman Cometh"). Im selben Jahr schied Tippett aus und wurde durch keinen Geringeren als Allan Holdsworth ersetzt. Bald darauf machte sich das Allstarquartett, nun unter dem Namen Soft Works, daran ein Album einzuspielen.

In musikalischer Hinsicht ist das Ergebnis, das im Juni 2002 eingespielte und 2003 veröffentlichte "Abracadabra", aber eher eine Enttäuschung. Hier wird zwar durchaus virtuos gejazzt und auch verhalten gerockt, doch kommt das alles sehr unaufgeregt und unspannend aus den Boxen. Die vier Beteiligen schwofen routiniert durch die acht Nummern und erzeugen dabei altbekannte, stellenweise doch recht abgestandene Jazzrockmuster, wie man sie aber wohl von solch einer Jamsession von in Würde gealterten Musikveteranen erwarten muss. Von Hugh Hopper gab es zwar auch im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends noch einige kantigere Einspielungen (siehe z.B. das Bones-Projekt), doch an jenen zwei Tagen im Juni hielt auch er sich weitestgehend zurück.

Die Musik nimmt zwar immer mal wieder Fahrt auf und es wird leicht free, doch kehren die vier Ex-Softs immer wieder schnell zu den gemäßigt dahindümpelnden, jazzig-konservativen Standardmustern zurück. Soli von Sax und E-Gitarre bestimmen das Geschehen, doch musste sich dabei wohl weder Dean noch Holdsworth sonderlich anstrengen. Wohl gemerkt, schlecht ist diese Musik nicht. Hier sind exzellente Musiker am Werk, die virtuos und farbig zu Gange sind. Sonderlich spannend ist das Gebotene allerdings nicht, fehlt es an Ecken und Kanten und Pfeffer. Innovative Grosstaten waren von dem Quartett allerdings wohl auch nicht zu erwarten. Für Jazzfreaks ist das Ganze wohl zu rockig, für Progger ist es dagegen vermutlich zu jazzig. Ganz gut hören (vor allem nebenbei) kann man das Album natürlich trotzdem.

Wer ein jazzig-canterbureskes, leidlich unterhaltsames Album zur abendlichen Entspannung sucht, der kann hier allerdings zugreifen. Etwas später sollte Holdsworth die Gitarre an John Etheridge weitergeben (wie er es Mitte der 70er Jahre schon einmal getan hatte) und The Soft Machine Legacy war geboren. Sehr viel spannendere Musik machte die Band unter dem neuen Namen dann aber auch nicht.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 14.2.2011
Letzte Änderung: 25.4.2012
Wertung: 7/15

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Von: Christian Rode @ (Rezension 2 von 2)


Man muss sich einfach in die Situation versetzen: da entschließen sich etwa 20 Jahre nach dem letzten Album einige der Hinterbliebenen einer der großartigsten Jazzrock-Bands dieses Planeten noch einmal den alten Geist aufleben zu lassen. Der Jazzrock hat seine besten Jahre zwar längst hinter sich, aber die Musik hat irgendwie etwas Zeitloses und kann immer noch eine Menge Spaß machen, wenn Könner mit guten Ideen am Werk sind.

An den Namen der Beteiligten kann man in etwa auch schon ablesen, welche Soft Machine-Alben Pate gestanden haben, nämlich Fifth und Bundles, das Ganze mit gehörig altersmilder, gemütlicher Wärme überzogen. Es wird schön locker und entspannt gejammt, wobei echte Überraschungen nicht auszumachen sind und sich die Stücke immer wieder etwas verlaufen.

Der Sound von Soft Works ist insgesamt zwar virtuos aber doch ziemlich erwartbar gestaltet. Es mangelt an großen Songs wie All White, Drop oder As if, die ein Album wie Fifth deutlich über den Durchschnitt gehoben haben. So wurden immerhin wehmütige Erinnerungen geweckt und die Basis für weitere Alben ähnlichen Zuschnitts gelegt. Der Fan greift dankbar zu.

Anspieltipp(s): First Trane, Willie's Knee
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 25.4.2012
Letzte Änderung: 24.4.2012
Wertung: 8/15

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