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Heldon

It's Always Rock'n'Roll

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1975 (auf CD zusammen mit "Electronique Guerilla" bei Cuneiform erschienen/ Neuauflage auf 2CD/2LP bei bureau b 2018)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik
Label: Disjuncta / Ursus Records
Durchschnittswertung: 10/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Richard Pinhas Synthesizer, VCS3, Mellotron, Bass, Gitarre

Gastmusiker

Gilbert Artman Schlagzeug ("Méchammment Rock")
Georges Grunblatt Mellotron, Gitarre ("Cotes...", "Ocean Boogi")
Ariel Kalma Harmonium ("Aurore")
Patrick Gauthier Synthesizer ("Doctor Bloodmoney")
Jean-My Truong Schlagzeug ("Doctor Bloodmoney")

Tracklist

Disc 1
1. ICS Machinique 4:11
2. Cotes de Cachalot àla Psylocybine 8:35
3. Méchammment Rock 3:33
4. Cocaine Blues 9:42
5. Aurore 18:13
Gesamtlaufzeit44:14
Disc 2
1. Virgin Swedish Blues 7:27
2. Ocean Boogi 5:53
3. Zind Destruction 8:22
4. Doctor Bloodmoney 16:49
Gesamtlaufzeit38:31


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 2)


Den Titel des dritten Heldon-Albums darf man natürlich nicht wörtlich nehmen, hier wird keinesfalls Rock'n'Roll geboten. "It's Always Rock'n'Roll" erschien zu Vinylzeiten als Doppelalbum, für die CD-Ausgabe hat man gleich noch das kurze Debütalbum "Electronique Guerilla" mit drauf gepackt. Das passt auch konzeptionell zusammen, denn ebenso wie bei dem Debüt handelt es sich auch hier eher um ein Soloalbum von Richard Pinhas, der lediglich auf einzelnen Titeln von Gastmusikern unterstützt wird.

Die Musik ist über weite Strecken rein elektronischer Natur und dabei meist sehr minimalistisch gehalten. Bei Stücken wie "Cocaine Blues" und "Doctor Bloodmoney" hört man Einflüsse amerikanischer Minimal-Elektroniker wie David Borden. Dagegen ist "Aurore" im wesentlichen ein dunkles Brummen, aus dem sich hin und wieder einzelne Synthie-Melodien entwickeln, um nach einiger Zeit wieder zu verschwinden.

Bei "Virgin Swedish Blues", "Ocean Boogi" und "Zind Destruction" steht dann die Gitarre im Vordergrund. Während "Virgin" und "Ocean Boogi" (mit sanfter Mellotronuntermalung) aber ruhig und ein bisschen melancholisch gehalten sind, geht es bei "Zind Destruction" richtig heftig zur Sache: die Leadgitarre sägt derart nervend, dass man vom Hören geradezu Zahnschmerzen bekommt.

Insgesamt wird die ein oder andere Idee vielleicht doch etwas zu sehr ausgewalzt, dennoch handelt es sich hier um ein beeindruckendes Werk, sofern man eine Vorliebe für elektronischen Minimalismus hat.

Anspieltipp(s): Cocaine Blues, Aurore, Zind Destruction
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 14.5.2004
Letzte Änderung: 8.6.2004
Wertung: 10/15

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Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 2 von 2)


Anlässlich der Wiederveröffentlichung des dritten Albums von Heldon bei bureau b als Doppel-CD, Doppel-LP und Download erfahren wir, dass die Inspiration dafür wahrscheinlich dem zweitätigen Treffen mit dem Science Fiction-Autor Philip K. Dick zuzuschreiben ist. Fest steht, dass die Aufnahmen nach dem Treffen der beiden stattfanden und dass Richard Pinhas diesen Zusammenhang als „gut möglich“ bezeichnet.

Das Ziel von Pinhas für „Third (It’s always Rock’n’roll)“ sei es gewesen, eine möglichst düstere Musik anzubieten. (Bei dem witzigen und gleichzeitig irreführenden Albumtitel werden da vermutlich damals einige Rolling Stones-Fans in das Album reingehört haben. Die Gesichter hätte ich gerne gesehen, nachdem diese das völlige Fehlen von Rock'n'Roll ausgedruckt haben müssen).

Unter düster verstehe ich persönlich etwas anderes. Vielmehr erinnern mich die Teile von „Aurore“ an Klaus Schulzes „Cyborg“ und an „No Pussyfooting“ von Fripp & Eno. Das bedeutet für mich vor allem kühle, futuristische aber auch faszinierend hypnotische Klänge, die also auch Pinhas teilweise ganz gut gelangen. Auch „Virgin Swedish Blues“ wirkt auf mich wie ein verschollenes Stück aus „No Pussyfooting“. Vieles auf dem Album wirkt auf ersten Blick wohl spartanisch, kühl und abweisend. Zumindest auf diejenigen, die wenig mit den elektronischen Klängen anfangen können.

Die Sequencer- und Synthesizer-Motive von „ICS Machinique“, „Doctor Bloodmoney“ und „Cocaine Blues“ finde ich dagegen zwar maschinell, aber gleichzeitig von positiver Stimmung gekennzeichnet. „Doctor Bloodmoney“ mutiert im letzten Teil zu einem vergleichsweise wilden Jam für Sequencer und Schlagzeug. Falls Wildheit bei einer teilweise mechanischen Musik die richtige Bezeichnung sein sollte.

Fripp-Gedächtnis-Gitarrensolos in „Cotes…“ werden zur Abwechslung von den recht düsteren Synthesizer-Klängen begleitet, was aber ein eher seltenes Merkmal auf dem Album zu sein scheint. „Mechammment Rock“ könnte auch als ein Instrumental-Demo von King Crimson aus der Zeit von 1973-74 durchgehen.

Das ohne Elektronik und ohne Rhythmussektion auskommende „Ocean Boogi“ weist als gitarrenorientiertes Stück mit Mellotron eher in Richtung des symphonischen Prog. In dem avantgardistisch eingefärbten „Zind Destruction“ kommen ganz besonders aggressive und stark verzerrte Gitarrenklänge zum Einsatz. Nichts für empfindsame Gemüter.

Über alledem schwebt immer wieder der normalerweise mit Robert Fripp assoziierte schneidende Gitarrensound.

Heldons „Third-It’s Always Rock’n’Roll“ bleibt auch 2018 eine lohnenswerte Anschaffung für Freunde von Elektronik- und Elektronik-Rock-Exkursionen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 19.6.2018
Letzte Änderung: 19.6.2018
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Heldon

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1974 Electronique Guerilla 9.67 3
1975 Allez Teia 10.67 3
1976 Heldon IV "Agneta Nilsson" 10.50 2
1976 Un Rêve Sans Consequence Spéciale 11.00 1
1977 Interface 13.00 1
1979 Stand By 11.50 2
1998 only chaos is real 7.00 1
2006 Well And Live In France - Live In Nancy 1979 9.00 1
2006 Live Electronik Guerilla: Paris 1975-76 11.00 1

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