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Mastermind

Volume Two "Brainstorm"

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1991
Besonderheiten/Stil: Klassikrock / Adaptionen; Progmetal; RetroProg
Label: ZNR Records
Durchschnittswertung: 9/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Bill Berends Gitarre, Midi-Gitarre, Gesang, Bass
Rich Berends Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. "Brainstorm"

1. 1st Futility 3:53
2. Light of Day 3:47
3. 2nd Futility 1:52
4. Breakdown 3:30
5. From the Ashes 2:50
6. Dance of the Demons 4:00
7. Resolution 2:23

21:15
2. Firefly 3:15
3. Looking Ahead 4:40
4. Nowhere in Sight 4:05
5. Go For It! 2:50
6. The Ride Of The Valkyrie 4:50
7. Prelude 3:40
8. Triumph Of The Will

1. Aspirations 2:56
2. Hammer of Fate 4:40
3. Tormented Heart 4:05
4. Resurrection 6:10

17:50
9. William Tell Overture 3:10
10. Code Of Honor 4:00
Gesamtlaufzeit69:35


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 3)


Auf dem zweiten Mastermind-Output werden die auf "Volume One" häufiger anzutreffenden symphonischen Teile stark zurückgefahren, statt dessen gibt es fast durchgehend Hochgeschwindigkeits-Metal. Da wird gefrickelt ohne Ende, kaum mal wird dem Hörer eine kleine Verschnaufpause gegönnt - und zumindest bei mir stellt sich da nach einiger Zeit eine gewisse Ermüdung ein.

Immerhin wirken die (wenigen) per Midi-Gitarre erzeugten Synthieklänge hier besser als auf dem Vorgänger. Auch finde ich den Gesang von Bill Berends nicht so übel, wie er häufig dargestellt wird; Berends ist sicher kein begnadeter Sänger, sein Gesang gefällt mir aber immer noch besser als das im metallischen Bereich verbreitete Kastratengekreische.

Ganz originell sind die beiden Klassik-Bearbeitungen, Wagners Walkürenritt und Rossinis Ouvertüre zu Wilhelm Tell. Ansonsten ist "Brainstorm" eher was für Progmetal-Freaks. Auf dem Nachfolger "Tragic Symphony" ist die Symbiose aus metallischen und symphonischen Klängen dann deutlich besser gelungen.

Anspieltipp(s): Ride of the Valkyries
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.8.2004
Letzte Änderung: 15.8.2004
Wertung: 6/15

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Von: Kristian Selm (Rezension 2 von 3)


Eine Entschuldigung gleich zu Beginn: ich stehe manchmal einfach auf sinnlos überladenen, temporeichen Bombast, der sicherlich für einige völlig sinnentleert und restlos übertrieben daherkommt. Und wahrscheinlich genau aus diesem Grund gefällt mir auch "Volume Two: Brainstorm" von Mastermind. Was hier vor allem beim über 21-minütigen Opener "Brainstorm" an gnadenlosen Tempo und Bombast ohne Ende aufgefahren wird, begeistert mich jedes mal erneut. Verständlich, dass da anders gelagerte Hörer irgendwann genervt reagieren oder von Ermüdungserscheinungen sprechen (siehe auch die erste Kritik von Jochen zu diesem Album).

Gerade Tempo und Bombast, ohne nur wenige, vielleicht ab und zu nötige Verschnaufpausen, gibt es auf "Volume Two" zu Hauf. Mastermind hatten bei diesem Album einfach einen Riesenspaß daran, allen zu zeigen, wie schnell und komplex sie spielen können, ohne die eigene Geschwindigkeit zurückzufahren. Recht originell auch die beiden Klassik Adaptionen vom Ritt der Walküren, sowie die Wilhelm Tell Overtüre, die beide nochmals mächtig unter Dampf gesetzt wurden. Interessant ist dieses Album besonders vor dem historische Hintergrund, war zum Entstehungszeitpunkt des Albums, weder "Images and words" von Dream Theater erschienen, noch die Prog Metal Schwemme richtig ans Rollen geraten.

So mag man "Volume Two" einfach wegen seiner übertriebenen, überladenen Art oder kategorisiert dieses Albums wegen seiner völlig übertriebenen Herangehensweise ab.

Anspieltipp(s): Brainstorm, Triumph of will
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 20.9.2004
Letzte Änderung: 9.3.2012
Wertung: 11/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 3 von 3)


Und hier hätten wir also "Brainstorm", die zweite Platte von Mastermind und damit logischerweise die erste, die bereits unter den Eindrücken von kleineren Untergrund-Erfolgen entstanden ist. Das war es dann wohl auch schon an Hintergrundinformationen, denn anders als zum Debüt gibt es auf der Mastermind-Homepage zu "Volume Two" leider keine so ausführlichen Erklärungen. Bezogen werden kann die Musik aber nachwievor problemlos, denn bekanntlich haben Mastermind ja ihren gesamten Backkatalog auf Bandcamp zur Disposition gestellt.

Ergo spricht dann auch recht schnell die Musik für sich. Vorab wäre zu bemerken, dass sich an den Rahmenbedingungen gegenüber dem Debütalbum gar nicht so viel getan haben - noch immer spielen die Berends-Brüder vornehmlich mit Gitarre, Schlagzeug und Gitarren-Synthesizer ziemlich flotte, technisch versierte Musik, die ein bisschen so klingt wie eine Mischung aus ELP und 80er-Shred-Attitüde, dabei aber aufgrund der kompletten Do-It-Yourself-Produktion einen rumpeligen Charme bewahrt. Das gilt leider auch für den wie bereits 1987 eher schwachen Gesang, aber bereits an diesem simplen Punkt haben Mastermind graduell angesetzt, wie sich gleich zeigen. Getan hat sich an den Kompositionen nämlich einiges - zunächst einmal scheint er Anteil vergleichsweise einfache AOR-Hymnen, die eben genau an diesem Gesang hätten kranken können, deutlich zurückgegangen zu sein. Eigentlich fallen nur "Looking Ahead", "Nowhere In Sight" und die beiden Bonustracks "Brave New World" und "Wake Up America" in diese Kategorie, und wirklich verzichtbar istdavon auch nur das fade "Brave New World", wohingegen "Nowhere In Sight" mit seinem an kommerziellen Mitt-80er-Metal à la Tytan ("Money For Love") erinnernden Hauptriff erst überrascht, mit dem angerauhten Gesang dann eher verschreckt, dies aber im wie die früheren Rush ("By-Tor And The Snow Dog") spaßig mit den Rhythmen spielenden Mittelteil wieder aufwiegt. "Looking Ahead" dagegen spitzt die Gesangsmelodien schön zu, und "Wake Up America" erinnert nicht nur mit chromatischen Motiven an ELPs "Knife Edge", sondern bietet am Ende auch einige fröhliche und sich somit charmant mit der düsteren Stimmung beißende Melodien.

So, diese Brocken hätten wir also aus dem Weg geräumt - nicht, dass das hier so schlecht gewesen wäre, aber seine eigentlichen Treffer landet "Brainstorm" natürlich nicht mit diesen Stücken. Stattdessen nämlich gibt es auf diesem Album immerhin zwei 20-minütige Longtracks und dazwischen einige Klassikadaptionen bzw. klassisch inspirierte Instrumentals zu hören. Zur mittleren Kategorie gehören natürlich "The Ride Of The Valkyrie" und "William Tell Overture", die sich beide recht nah an die Originale halten und hieraus das beste machen. Bill Berends Gitarren- und MIDI-Spuren nehmen jede Wendung mit und legen sich polyphon sauber übereinander, während Bruder Rich einmal mehr im Carl-Palmer-Modus diesen Stücken einen ziemlichen Punch verpasst - das ist beides meilenweit vom simplen Herumreiten auf Motiven und Melodien entfernt, wie das beispielsweise Rick Wakeman auf seinem "Lisztomania"-Score mit Wagner gemacht hatte. Klassisch beeinflusst sind wiederum "Firefly", das sich um ein wieselflinkes Hauptmotiv herum aufbaut und damit an eine Mischung aus Kreislers "Präludium und Allegro (im Stile von Gaetano Pugnani)" oder Rimsky-Korsakows "Hummelflug" erinnert und sein merkwürdig dünn und rappelig klingendes Schlagzeug mit einem nett harmonischen Mittelteil aufwiegt, und das groovige "Go For It!", dessen neckisches und für alle instrumentalen Eskapaden zugrunde gelegtes Synthie-Motiv allerdings Gustav Holsts "Merkur, der geflügelte Bote" entlehnt zu sein scheint. Ah ja, und am Ende gibt es noch "Code Of Honor", dessen am Anfang vorgestellte und immer wieder aufgegriffene Motive zwar den "Switched On Bach"-Sound replizieren, dazwischen aber nochmals veritable ELP-Action bieten.

Die Hauptattraktionen von "Brainstorm" sollten aber natürlich die Longtracks sein. Der Titeltrack, gemäß untertitel als "Suite" eingeordnet, ist dabei ziemlich stringent aufgebaut: Nach einem "2112"-verdächtigen Soundeffekt-Intro stellen Mastermind sogleich eine relativ prägnante Passage in einem 9er-Rhythmus (4/4+5/4) vor, die am Ende in Crimso-artigen Dissonanzen (vergleiche "Fracture") gipfelt. Diesen Block wird das Duo im Laufe des gesamten Stücks mehrfach besuchen, was "Brainstorm" eher die Struktur eines Rondos gibt. Dazwischen gibt es Passagen mit Gesangsstrophen, die mal an AOR erinnern, mal eher balladesk gehalten sind, sowie auch einen Abschnitt, in dem zu einer hymnischen Melodie auf der Gitarre das Tempo verlangsamt wird, was "Opus Magnum" von Kansas ähnelt. Alles in allem können Mastermind hier die Spannung bis zum Ausklang, in dem das Eingangsmotiv mit mächtigen Basstönen und Synthies gesteigert wird, die Spannung trotz kleinerer Schwächen beim Gesang und einem unschönen Crossfade-Übergang bei Minute 19 durchgängig hochhalten und gelegentlich gar an "Tarkus" heranreichen.

Das etwas merkwürdig betitelte "Triumph Of The Will" samt dem eher simpel gemachten "Prelude" (Streichermotive, die von Gitarren übernommen werden und umtrommelt werden) ist da leider nicht ganz so zusammenhängend. "Aspirations" stellt zwar ein nettes Motiv mit Strawinsky-Verwandtschaft vor, und auch "Hammer Of Fate" steigert unter kurzer anfänglicher Aufnahme dieses Motivs die Spannung, indem der Gesang mit Keyboards und einem schnellen Schlagzeug in dramatische Höhen begleitet wird. Dagegen weist das balladesk-simple "Tormented Heart", das an theatralische Rick-Wakeman-Sachen wie z.B. "Merlin The Magician" erinnert, wenig Kontinuität auf, und das folgende "Resurrection" als Abschluss greift am Anfang mit einem "Cold As Ice"-artigen Synthie-Rhythmus eher ins Klo. Immerhin retten sich hier Mastermind dann noch durch die Entwicklung eines geradezu jagenden, wenn auch zeitweise etwas nervösen Instrumentals, was diesen Longtrack zwar ganz nett enden lässt, aber freilich keinen "Triumph" bedeutet.

Alles in allem sind Mastermind damit aber auf ihrem zweiten Album schon ein gutes Stück vorangekommen und können auf "Brainstorm" mit gelungenen Klassikadaptionen, zu diesen stilistisch verwandten Instrumentals und anderthalb gelungenen Longtracks punkten. Dazu wurden noch wie erwähnt der AOR-Anteil etwas zurückgefahren, auch wenn es weiterhin einige Längen mit banalen, suboptimal intonierten Gesangsmelodien gibt. Aber ich denke, darüber kann man hinwegsehen oder die entsprechenden Liedchen aus der Playlist streichen - dann ergibt sich ein immer noch abendfüllendes Zweite-Reihe-Epos an der Nahtstelle von Retroprog und Klassik-Progmetal.

Anspieltipp(s): Brainstorm, Go For It!, William Tell Overture
Vergleichbar mit: Wie gehabt: Rush und ELP, diesmal aber auch mit Klassik und ein bisschen Metal. Und weniger AOR.
Veröffentlicht am: 5.1.2017
Letzte Änderung: 7.1.2017
Wertung: 10/15
Bis auf "Nowhere In Sight", "Brave New World" und Teile von "Triumph Of The Will" wesentlich (!) besser.

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Mastermind

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1990 Volume One 7.33 3
1995 Tragic Symphony 9.50 2
1996 Until Eternity 9.00 2
1997 Live in Tokyo 10.00 1
1999 Excelsior! 12.50 2
2000 Prog, Fusion, Metal, Leather & Sweat 11.00 1
2001 Angels of the Apocalypse 10.00 1
2006 Broken (CD-Single/EP) 7.00 1
2010 Insomnia 8.00 1

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