SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
22.5.2013
Sound of Contact - Dimensionaut
20.5.2013
São Paulo Underground - Beija Flors Velho e Sujo
Rikard Sjöblom - Cyklonmannen
Massacre - Love Me Tender
Robert Jürjendal - Source of Joy
Yes - Going For The One
19.5.2013
Richard Pinhas - Desolation Row
Øresund Space Collective - Slip into the Vortex
Kshettra - i
Thierry Zaboïtzeff - Planet Luvos
18.5.2013
Arco Iris - Agitor Lucens V
Elora - Crash
Zs - Grain
Thierry Zaboïtzeff - Sequences
17.5.2013
Poor Genetic Material - A Day In June
Uriel - Arzachel Collectors Edition
Cloudkicker - Hello
Elara - Soundtrack for a quiet place
ARCHIV
STATISTIK
19217 Rezensionen zu 13024 Alben von 4925 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Birth Control

Backdoor possibilities

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1976
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog
Label: Brain Metronome
Durchschnittswertung: 8.75/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Bernd "Nossi" Noske Lead vocals, drums, percussions, marimba,
Peter Föller basses, vocals
Bruno Frenzel guitars, vocals
Zeus B. Held keyboards, vocals, saxes, tubular bells

Tracklist

Disc 1
1. One First of April

1. Prologue 2:31
2. Physical And Mental Short Circuit 3:57
3. Subterranean Escape 1:10

  (CD-Reissue Repertoire, 1997)
2. Beedeepees

1. Film Of Life 5:36
2. Childhood Flash-Back 0:53
3. Legal Labyrinth 2:08

3. Futile prayer 5:56
4. La Cigüena de Zaragoza

1. The Farrockaway Ropedancer 4:27
2. Le Moineau De Paris 2:24
3. Cha Cha D'Amour 1:26

5. Behind Grey Walls 6:52
6. No Time To Die 6:10
7. Fall Down   (CD-Bonustrack) 2:50
8. Laugh Or Cry   (CD-Bonustrack) 2:58
Gesamtlaufzeit49:18
Disc 2
1. One First of April

1. Prologue 0:57
2. Physical and Mental Short Circuit 5:28
3. Subterranean Escape 1:10

  (CD-Reissue Boutique, 2011)
2. Beedeepees

1. Film of Life 5:37
2. Childhoods Flash-Back 0:52
3. Legal Labyrinth 2:09

3. Futile Prayer 5:52
4. La Cigüena de Zaragoza

1. The Farrockaway Ropedancer 4:28
2. La Moineau de Paris 2:25
3. Cha Cha D'Amour 1:25

5. Behind Grey Walls 6:51
6. No Time To Die 6:07
7. Meta Ventilator (live)   (Bonustrack) 15:29
8. Gamma Ray (live)   (Bonustrack) 10:14
9. Long Tall Sally (live)   (Bonustrack) 4:58
Gesamtlaufzeit74:02
Disc 3
1. Plastic People   (Bonus-CD Boutique-Version, 2011) 12:00
2. One First of April 8:06
3. Beedeepees/Backdoor Possibilities 10:40
4. My Mind 7:33
5. La Cigüena de Zaragoza 7:36
6. Behind Grey Walls 7:46
7. Keyboard Solo/No Time To Die/Guitar Solo 17:06
Gesamtlaufzeit70:47


Rezensionen


Von: Andreas Pläschke @ (Rezension 1 von 4)


Mit dem Vorgängeralbum "Plastic people" läuteten BIRTH CONTROL einen leichten Stilwechsel ein, der für diese LP noch eine ganze Ecke stärker wurde.

"Backdoor possibilities" ist ein Konzeptalbum, bei dem kaum durchschaubar die Geschichte eines "Klischeeangestellten,der nichts im Kopf hat, und der sein ganzes Leben nach gewissen Ordnungen und Regeln konzipiert, bis er eines Tages auf ziemlich abstrakte Weise mit dem Tod konfrontiert wird" (Held) erzählt wird.

Musikalisch wenden sie sich erheblich vom gewohnten Hardrock mit Hammondorgel ab. Die Titel sind wesentlich komplexer und gleichzeitig fragiler; Jazz- und Klassikelemente werden dabei nicht verschmäht. Im "Deutschrock-Lexikon" wurde die LP mit YES oder GENESIS verglichen, allerdings tut man der Band meines Erachtens damit keinen Gefallen, führt es den potenziellen Hörer doch auf eine falsche Fährte.

Vielmehr zelebrieren sie ein ganzes Sammelsurium an Einflüssen in den einzelnen Stücken, das reicht vom Satzgesang Gentle Giants (in "Legal labyrinth") bis zu jammenden Latinopassagen oder spanischen Gitarren. Zahlreiche Tempiwechsel stehen neben rockenden Gitarren- und Synthesizerausflügen. Stimmlich erinnert der Leadgesang an "Flash", allerdings nicht so gepresst wie dort.

Als Zugabe enthält die CD noch eine Single vom Anfang 1977, die dann wieder in die alte Richtung von treibenden Hardrock a la Deep Purple/Uriah Heep geht. Der erste Titel "Fall down" ist ein recht einfacher Instrumental, der im Wesentlichen von Helds Keyboard- und Saxophoneskapaden lebt. "Laugh or Cry" ist eine eingängige, leicht psychedlelisch/krautige Single-B-Seite.

Insgesamt eine recht gelungene CD von BIRTH CONTROl. Ich kenne zwar nur einige wenige Titel von anderen Aufnahmen der Band, aber zumindest diese hier ist für Progfreunde durchaus hörenswert.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.1.2005
Letzte Änderung: 23.1.2005
Wertung: 10/15

Zum Seitenanfang

Von: Jürgen Gallitz-Duckar @ (Rezension 2 von 4)


"Backdoor possibilites" war ein Versuch Birth Controls, Progressiv Rock zu machen. Wie es sich schon seit "Rebirth" von 1974 andeutete, öffneten sie ihren Sound langsam für andere Stilrichtungen. Was dort, und vor allem bei "Plastic people" von 1975 noch gut gelang, ist hier zwiespältig für mich.

Etwas zerfahren, uneinheitlich und ungewohnt kopflastig kommt BCs Musik hier am Ende raus. Sehr gelungen im 8minütigen Instrumental "La Cigüena de Zaragoza", sehr schwach im Abschluss-Stück "No time to die". Die anderen Stücke liegen irgendwo dazwischen.

Mit dem Progressive Rock ist es für mich wie mit allen anderen Musikspielarten, sie müssen aus dem Herzen kommen. Mit gewollter Absicht einen bestimmmten Stil zu spielen ohne ihn zu fühlen, geht ins Auge. Verkrampfungsgefahr lauert.

Und genau das höre ich hier. Die Lockerheit und der unglaubliche Drive und Groove ihrer frühen Hardrock-Platten mit 'nem Schüsschen Prog, ist ihnen hier abhanden gekommen. Und damit ihre größte Stärke. Daher geb ich hier nur die Durchschnittswertung.

Anspieltipp(s): La Cigüena de Zaragoza
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 9.5.2006
Letzte Änderung: 2.5.2013
Wertung: 7/15

Zum Seitenanfang

Von: Horst Straske @ (Rezension 3 von 4)


Birth Control aus Berlin standen für erdigen Hardrock und konnten in ihrer Hochphase den angelsächsischen Vertrern der Zunft ohne jegliche Probleme Paroli bieten. Auch wenn sie im weiten Feld des stilistisch kaum definierten Krautrocks beheimatet waren, versuchten sie sich doch eindeutig im internationalen Rockzirkus zu positionieren und vermieden es, einen nicht überhörbaren teutonischen Grundton gleichsam zur Tugend hochzustilisieren. Im ambitionierten Hardrock beheimatet nahmen sie eindeutig den internationalen Markt ins Visier und konnten die bisweilen schon ein wenig abgegriffenen Klischees im Kielwasser von Deep Purple mit einer erfrischenden Energie bereichern sowie in Form von progressiven Ausflügen auch innovativ gestalten. Selbstherrliche Eitelkeiten sowie unvermeidliche Eigenplagiate der etablierten Hardrockheroen trugen dazu bei, dass eine Band aus Good Old Germany für eine erfrischende und unverkrampfte Besinnung auf einen von kernigen Riffs dominierten Rocksound stand.

Mit "Backdoor Possibilities" haben Birth Control ein symphonisch-progressiv ausgerichtetes Konzeptalbum vorgelegt, auf dem sie sich ihrer erdigen Kanten entledigt und sich einem meist keyboardorientierten Bombastrock gewidmet haben, aus dem die vertrauten Hardrock-Riffs ähnlich wie markante Bergkuppen aus einem Meer von ornamentreichen Synthieflächen herausragen. Die progressive Erweiterung zeigt sich stilistisch eigenständig und orientiert sich trotz allem Pomp weiterhin an einem bluesigen Rockgroove. Insbesondere Bernd Noske mit seinem gewohnt trockenen Gesang und hochklassig präzisem Schlagzeugspiel steht eindeutig für die um allerlei progressive Schnörkel erweiterte Rockbasis der Berliner.

"La Cigüena de Zaragoza" stellt den instrumentalen Höhepunkt des Albums dar und wird vom quirlig-markanten Zusammenspiel von Synthesizer sowie Gitarre dominiert. Leider wirkt der im letzten Drittel auftretende Saxophoneinsatz trotz aller löblichen musikalischen Abwechselung doch eine Spur zu bemüht und konstruiert. Auch wenn sämtliche Kompositionen im Wege einer progressiven Bereicherung des typischen Birth Control-Sounds sehr gut arrangiert sind, mutet der staubtrockene Hardrock der Vorgängeralben hier doch phasenweise zurechtgestutzt an und in ein sich für den Hörer nur sehr schwer erschließendes Konzept gepresst. Bisweilen hat der musikalische Inhalt sogar fast den Charakter einer gekünstelten Rockoper. Die dezente krautig-progressive Bereicherung des typischen Sounds der vorhergehenden Alben präsentiert sich doch stilistisch insgesamt schlüssiger, wobei "Backdoor Possibilities" ohne Zweifel seine bereits erwähnten Stärken aufweisen kann.

Anspieltipp(s): La Cigüena de Zaragoza
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.11.2011
Letzte Änderung: 10.11.2011
Wertung: 8/15

Zum Seitenanfang

Von: Achim Breiling @ (Rezension 4 von 4)


Das 1976 veröffentlichte "Backdoor possibilities" scheidet immer noch die Geister, bzw. die Birth-Control-Fangemeinschaft. Mit dem Album hatten die Berliner den Höhepunkt ihrer mit "Plastic People" eingeleiteten (und schon auf dem Album "Rebirth" angedeuteten) Prog-Phase erreicht. Das Ergebnis hat die meisten alteingesessenen Fans der Band aber ziemlich verwirrt und teilweise auch sehr enttäuscht. Der bis zur Mitte des Jahrzehnts auf den Produktionen der Gruppe vorherrschende druckvolle Hardrock hatte auf "Backdoor possibilities" endgültig einem symphonischen Prog Platz gemacht, der kaum noch etwas mit der krautigen Vergangenheit der Formation gemein hatte. Das Ergebnis mag zwar viele Fans vergrault haben, Misslungen ist dieser Ausflug in klassisch-progressive Gefilde aber mitnichten!

Durchaus überzeugend ergehen sich Birth Control hier in tastengetragenen, klangvollen Songkonstrukten, die bisweilen erstaunlich filigran und verspielt ausgefallen sind. Hardrockigen "Drive" und "Groove" hat das Ganze nicht, doch kommt die Musik sehr locker und farbig aus den Boxen, integriert auch mal jazziges und Klassik, und überzeugt durch dichte, nicht überbordend komplexe, aber doch interessant instrumentierte Stücke. Im Gegensatz zum bisweilen (mit Gastbeiträgen) etwas überladenen Vorgänger klingt die Musik hier nicht mehr richtungslos und aufgezwungen, eben nicht mehr wie eine Hardrockband, die "einen auf symphonisch macht", und selbst der Gesang wurde dem Konzept angepasst und kommt eher zurückhaltend daher. Kurzum: "Backdoor possibilities" ist sicher (für den Progger) das beste und interessanteste Album von Birth Control.

Das 2011 erschienen CD-Reissue des britischen Boutique-Labels wertet das Album noch einmal gewaltig auf. Zwei umfangreiche Livemitschnitte wurden irgendwo ausgegraben und als Bonusmaterial beigefügt. Das sind einmal drei Nummern, die am 1. Mai 1977 in der Stadthalle von Korbach mitgeschnitten wurden (CD1, Tracks 13-15). Hiervon ist vor allem das ausladende "Meta Ventilator" für den Progger von Interesse. Bei sehr gutem Klang ergeht sich die Band hier in einem klassisch-progressiven, symphonisch-tastenlastigen Longtrack, der es offenbar nie auf ein Studioalbum geschafft hat. Die beiden restlichen Nummern, darunter das unverwüstliche "Gamma Ray", bedienen dann eher die alten Hardrockfans der Band.

Auf einer zweiten CD gibt es dann noch ein Konzert zu hören, welches Birth Control am 24. September 1976 im Kölner Satory-Saal gegeben haben. Bei gutem und differenziertem (aber natürlich bei weitem nicht perfekten) Sound kann man hier engagiert vorgetragenen Nummern von "Plastic People" und "Backdoor posibilities" lauschen, insbesondere der hervorragenden Tastenarbeit Noskes. Ein ordentlicher Konzertmitschnitt aus der Proghochphase der Berliner Band, was will der Progger mehr?

Wenn es ein Album von Birth Control sein soll, dann dieses hier (in der Boutique-Version)!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.5.2012
Letzte Änderung: 27.9.2012
Wertung: 10/15

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Birth Control

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1971 Operation 9.50 2
1973 Hoodoo Man 9.67 3
1974 Live 10.00 3
1974 Rebirth 8.00 1
1975 Plastic People 9.50 2
1977 Increase 9.00 1

Zum Seitenanfang

© 1999-2013; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum