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Solaris

1990

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1990 (Reissue 1996, Gong/Hungarton)
Besonderheiten/Stil: instrumental; RetroProg
Label: Pepita - Hungarton
Durchschnittswertung: 8.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Gábor Hisszabó Guitar
István Cziglán Guitar, Keyboards
Tamás Pócs Bass
Csaba Bogdán Guitar
Róbert Erdész Keyboards
László Gömör Drums
Attila Hollár Flute

Tracklist

Disc 1
1. A viking visszatér 4:00
2. Ellenpont 4:04
3. Óz 5:13
4. Mickey Mouse 3:18
5. Éden 6:04
6. Hullámok   (Bonustrack) 3:00
7. Egészséges optimizmus   (Bonustrack) 3:50
8. Los Angeles 2026 23:20
Gesamtlaufzeit52:49
Disc 2
1. Éjszakai tárlat 5:15
2. Közjáték 0:53
3. Szabadjáték 6:16
4. Közjáték 1:15
5. Éjféli valcer 2:34
6. Közjáték 0:48
7. Józsi Mátészalkára megy 4:19
8. Közjáték 1:38
9. Éjszakai tárlat 3:33
10. Közjáték 1:08
11. E-Moll Concerto 3:41
12. Paella 2:30
13. A kígyó szive 3:20
14. Ez nem Kán-Kán 0:56
15. Magyar tánc 3:33
16. Duo 4:27
17. Solaris 1990 4:15
Gesamtlaufzeit50:21


Rezensionen


Von: Kristian Selm (Rezension 1 von 2)


Am 26.Februar 1990 feierten Solaris ihr zehnjähriges Bestehen, auch wenn genau genommen die Band nicht die ganze Zeit aktiv war. Entsprechend der ersten Dekade von Solaris zieht das Doppelalbum "1990" einen Querschnitt durch die Historie der ungarischen Band. So teilt sich dieses Album in drei unterschiedliche Aufnahmen auf. Die Titel 1-8 sind die ersten Radioaufnahmen von Solaris aus dem Jahr 1980. Titel 1-9 der zweiten CD enthalten die Suite "Éjszakai Tárlat", die speziell für ihr Abschiedskonzert im Jahr 1986 komponiert wurde. Der Rest der zweiten CD widmet sich dagegen einem virtuellen "Ceremonial Concert", welches im Jahr 2026 stattfindet.

Die rein instrumentale Musik von Solaris ist stilistisch im weitesten Sinne als sinfonischer Progressive Rock einzuordnen, wobei vor allem die Flöte eine herausragende Rolle einnimmt, aber ebenso Interaktionen zwischen Gitarre und Keyboards ihren Platz finden. Schon aufgrund der Songlängen sind die ersten sieben Titel weniger ausladend, dafür aber sehr atmosphärisch und melodisch strukturiert. Mitunter finden sich ebenfalls kleinere Anleihen an die ungarische Folklore, die jedoch immer harmonisch in den Gesamtkontext eingebracht werden. Definitives Highlight der ersten CD ist das 23-minütge "Los Angeles 2026", welches mit verschiedenen Themen, klassischem Bombast und geschickt gestalteten Dynamikwechseln beeindruckt, wenn sich auch unweigerlich einige Längen eingeschlichen haben. Etwas sauer stößt dabei leider der arg plastikhaft klingende Drum- und Keyboardsound auf, wie die Ungarn auch rhythmisch manchmal auf eher simple Taktzahlen vertrauen.

Der erste Teil der zweiten CD gehört der klassisch inspirierten Suite "Èjszakai Tárlat", die jedoch leider durch käsige 80er Jahre Keyboardsounds und klinisch kalte Rumpelrhythmen in ihrer Schönheit böse entweiht wird. So wechseln stimmungsvolle Passagen leider immer wieder mit sterilen Synthetikklängen ab. Leider setzt sich das Phänomen der klanglichen Grausamkeiten auch im 7-teiligen "Ünnepi Koncert" fort, die die Titel 11-17 der zweiten CD zusammenfassen. Immer, wenn Keyboards und Schlagzeug Sendepause haben und die akustischen Instrumente die Führerschaft übernehmen, entwickeln sich wunderbare Momente voll fragiler Schönheit. Die Billigsounds aus der Steckdosen machen jedoch auch hier vieles kaputt, was atmosphärisch mühsam aufgebaut wurde.

So hinterlässt alles in allem "1990" einen recht uneinheitlichen Eindruck, als Gesamtwerk ist "Marsbéli Krónikák" weitaus schlüssiger und vor allem klanglich wesentlich ausgewogener geraten.

Anspieltipp(s): Éden, Los Angeles 2026
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.5.2005
Letzte Änderung: 14.5.2017
Wertung: 7/15
(CD 1: 9, CD 2: 5)

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 2)


Mit "1990" legten Solaris aus Ungarn im Jahre 1990 (logisch) erst ihr zweites Album vor. Allerdings gab es die Band da gar nicht mehr, oder war man weitestgehend inaktiv (bzw. man betätigte sich unter dem Namen Napoleon Boulevard erfolgreich in Pop-Gefilden). Trotzdem war man wohl seitens der Plattenfirma überzeugt, dass Interesse an einem solchen Archivalbum bestehen könnte.

"1990" (oder "Solaris 1990") wurde ursprünglich als Doppel-LP veröffentlicht (der die beiden oben als Bonustracks bezeichneten Nummern fehlten). Zudem gab es eine CD-Version, auf der man aber (da wohl nicht alle Stücke Platz gefunden hätten) die gesamte Suite "Èjszakai Tárlat" ausgespart hatte. 1996, die Band hatte sich nun wieder reformiert, wurde das Material schließlich mit neuem Cover auf einer Doppel-CD veröffentlicht (die dem Rezensenten vorliegt), inklusive der beiden Bonusnummern.

Wann die hier zu hörende Musik aufgenommen wurde, ist etwas unklar (zumindest wenn man nicht des Ungarischen mächtig ist). Allzu viele Zeitangaben sind in dem recht sparsamen Begleitmaterial nicht zu finden. Die ersten sieben Stücke sind offenbar zu einer Suite mit dem Titel "1980" zusammen gefasst, und entstammen einer Radiosession (radiofelvetelek steht da). Es könnte also durchaus sein, dass das Material 1980 bei einer solchen mitgeschnitten wurde. Der Sound ist jedenfalls perfekt, sehr voll und klar (fast zu gut um aus einer Radiosession des Jahres 1980 zu stammen).

Bei "Los Angeles 2016" handelt es sich, so meine ich zumindest vermittels Onlinewörterbuch zu verstehen, um die geplante A-Seite der nicht verwirklichten zweiten Solaris-LP. Wann das Stück aufgenommen wurde, ist aber unklar. "Èjszakai Tárlat" (die Tracks 1-9 der zweiten CD) wurde dagegen wohl 1986 eingespielt (im April). Das könnte auch der Entstehungszeitpunkt des "Ünnepi Koncert" sein (die Tracks 11-17 der zweiten CD), Zeitangaben fehlen wieder, doch ist der Sound dem von "Èjszakai Tárlat" recht ähnlich. Also, vermutlich wurde die Musik von "1990" zwischen 1980 und April 1986 eingespielt, was ja auch zur ersten Phase der Bandexistenz passt.

Ein symphonisch-elektronischer Prog ist hier durchweg zu finden, der den mit "Marsbéli Krónikák" beschrittenen Weg fortsetzt, dazu aber verstärkt damals zeitgemäße und moderne Sounds integriert. Letztere machen sich vor allem in den nach heutigem Geschmack nach Plastik klingenden, etwas käsigen Tastentönen und entsprechenden Schlagwerkklängen bemerkbar. László Gömör bedient zwar ein echtes Schlagzeug, doch hat dies einen sehr 80er-lastigen Sound, wummst bisweilen ziemlich trocken und flach, und klingt meist sehr nach E-Drum, insbesondere auf CD 2 (auf der sich auch ein paar popelige instrumentale Midi-Imitationen ins Klangbild verirrt haben). Man gewöhnt sich aber daran, insbesondere deshalb, weil hier auch noch genügend analoges Tastenwerk und Vintage-Elektronisches vorhanden ist, dazu jaulende E-Gitarren, diverses Flöten und eine durchweg ausgesprochen virtuose Bassarbeit.

"1990" ist alles in allem ein durchaus hörenswertes Album (vor allem CD1) mit einem runden und melodiösen, oft aber schön komplex arrangierten Symphoprog, den man ob seiner Entstehungszeit in der ersten Hälfte der 80er entweder als Spätgeburt des klassischen Progs, oder schon als Retroprog ansehen kann. Zumindest im Erscheinungsjahr 1990 (auch wenn die Musik früher entstanden ist), wäre wohl letzterer Begriff angebracht. Recht früh waren Solaris damit dann auch dran, sollte "Hybris" doch erst zwei Jahre später erscheinen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 14.5.2017
Letzte Änderung: 7.6.2017
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Solaris

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1983 Marsbéli Krónikák 10.50 2
1995 Live in Los Angeles 11.00 1
1999 Nostradamus Book of Prophecies 6.50 2
2000 Back to the roots... Solaris Archive 1 9.00 1

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