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Syd Barrett

The Madcap Laughs

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1970
Besonderheiten/Stil: Blues; Psychedelic
Label: EMI
Durchschnittswertung: 5/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Syd Barrett vocals, guitars

Gastmusiker

Mike Ratledge keyboard (2, 3)
Hugh Hopper bass (2, 3)
Robert Wyatt drums (2, 3)
Willie Wilson bass (4, 6)
Jerry Shirley drums (4, 6)
David Gilmour guitar (7,8)
Roger Waters bass (7, 8)
Richard Wright organ, vibraphone (8)

Tracklist

Disc 1
1. Terrapin 5:07
2. No Good Trying 3:29
3. Love You 2:32
4. No Man's Land 3:05
5. Dark Globe 2:04
6. Here I Go   (Ende Seite 1) 3:14
7. Octopus 3:50
8. Golden Hair 2:30
9. Long Gone 2:52
10. She Took A Long Cold Look 1:57
11. Feel 2:19
12. If It's In You 2:28
13. Late Night 3:13
Gesamtlaufzeit38:40


Rezensionen


Von: Christian Rode @ (Rezension 1 von 3)


Nach seinem Rauswurf bei Pink Floyd durfte Barrett 1969 sein erstes Solo-Album aufnehmen (vgl. zur Entstehungsgeschichte: Nicholas Schaffner - Pink Floyd, S. 135 ff.). Im Laufe der Aufnahmen schauten auch einige Musiker vorbei. Die Soft-Machine-Mitglieder etwa glaubten allerdings, dass es sich nur um Proben handele. Barrett befand sich in einem geistig und spieltechnisch desolaten Zustand. Die später hinzukommenden Ex-Floyd-Kollegen Gilmour und Waters sorgten immerhin für die teilweise Produktion des Albums. Ihre Arbeit und auch ihr Spiel ist auf den Stücken Golden Hair und Octopus zu hören. Orgel und Vibraphon bei Golden Hair wurden von Rick Wright gespielt. Die meisten Songs, v.a. auf der zweiten LP-Seite wurden aber von Syd solo eingespielt.

Den Melodien mangelt es am Einfallsreichtum der Kompositionen zu Floyd-Zeiten. Häufig klingen die Stücke monoton und wie nicht zu Ende komponiert (was sie vermutlich auch tatsächlich waren). Dennoch scheint häufig die typisch Barrettsche musikalische Versponnenheit durch. Die besseren Songs wie Terrapin (ein ziemlich intensiver Barrett solo an der Gitarre), No good trying (relativ nah dran am Sound alter Tage mit den Musikern von Soft Machine), No man's land (kantiger Düsterrock) und Golden Hair (ein geradezu ersterbender Song mit ebensolchen Lyrics von James Joyce) stehen einer ganzen Reihe von mäßig interessanten, aber auch nicht wirklich schlechten Songs gegenüber. Hinzu kommen die beiden Nummern Dark Globe und If it's in you, von denen man immerhin sagen kann, dass sie Barrett möglicherweise am ehrlichsten wiedergeben. Gesang und Gitarre sind bei beiden Stücken schräg und grauslich. Bei den übrigen Songs singt Barrett in bewährter Nöligkeit.

The Madcap laughs ist ein legendäres Album und zusammen mit dem Nachfolgealbum Barrett sowie der Resteverwertung Opel das Vermächtnis von Syd Barrett. Musikalisch allerdings von eher durchwachsener bis dürftiger Qualität. Allerdings kann man in bestimmten trübsinnigen Stimmungen durchaus der sehr speziellen Atmosphäre dieses Albums erliegen.

Anspieltipp(s): Terrapin, Octopus
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.10.2005
Letzte Änderung: 21.3.2012
Wertung: 8/15
aber keineswegs "durchschnittlich"

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Von: Markus Peltner @ (Rezension 2 von 3)


Anfang 1968 wurde Syd Barrett durch seine Bandkollegen von Pink Floyd einfach nicht mehr zu den gemeinsamen Konzerten abgeholt. Er war zu sehr den Drogen verfallen, hatte viel mit LSD experimentiert und war absolut unzuverlässig geworden – sowohl im Studio, wie auch auf der Bühne, auf der er zeitweise bei Konzerten nur noch rumstand und vor sich hinstarrte. David Gilmour hatte schließlich seinen Platz in der Band eingenommen. Und eben jener David Gilmour unterstützte hier seinen alten Freund Syd Barrett bei der Fertigstellung dieser Platte, genau wie die jetzt Ex-Kollegen Roger Waters und Rick Wright. Das Ergebnis ist das durchaus beeindruckende erste Soloalbum Syd Barretts mit dem Titel „The Madcap Laughs“, welches Anfang 1970 veröffentlicht wurde.

Man scheint auf „The Madcap Laughs“ Musik von einem Musiker zu hören, der weder singen noch Gitarre spielen kann, so schräg klingt das alles. Hier ist offensichtlich und hörbar jemand am Üben, denn nicht anders klingen Titel wie „Dark Globe“, „Here I Go“, „Feel“ oder „If It's In You“. Da ist kaum mehr zu erkennen, dass es sich bei Syd Barrett um den Gründer und genialen Songschreiber von Pink Floyd handelt, der nun, nur ganz kurze Zeit später, noch auf dem Höhepunkt seiner Karriere mit Anfang 20, anscheinend anfing geistig zu verbrennen. Von diesem Genius ist hier nichts mehr zu hören, weder von den Ideen her, noch in Bezug auf die Umsetzung der Musik. Die Lieder wirken mitunter so, als ob sie gerade beim Spielen auch komponiert werden würden. Alles ist unausgereift und endet zum Teil völlig abrupt.

Auf der Platte wurden manchmal - nicht nur bei den Bonus Tracks - die Studiokonversationen am Ende oder zu Beginn eines Songs mit wiedergegeben, die zusätzlich die Verwirrtheit Syd Barretts widerspiegeln. Das wirkt schon alles sehr abgefahren. Meist ist auch nur Syd Barrett mit seiner Gitarre zu vernehmen, die Begleitmusiker halten sich vornehm zurück.

Ein „Pink Floyd-Feeling“ der frühen Tage kommt am ehesten noch in der Mitte des ursprünglichen Albums bei den Titeln „Golden Hair“ und „Long Gone“ auf. Ersteres Lied wirkt unglaublich düster und bei „Long Gone“ ist sogar eine interessante Melodie mit Background-Gesang auszumachen. Beide Lieder wirken zudem so, als ob das, was hier zu hören ist, auch so geplant war, denn auch großartige Verspieler sind dieses Mal nicht mehr auszumachen – ganz im Gegensatz zu den meisten übrigen Titeln der Platte.

Fazit: Was man diesem Album garantiert nicht absprechen kann ist der Umstand, dass es irgendwie spannend ist. Dieses wirre Gitarrenspiel, die falschen Töne, der nölende Gesang und das Studiogebrabbel - all das zusammen ergibt eine ganz seltsame Melange aus atmosphärischen Stimmungen, die es so wohl sonst nirgendwo zu hören gibt. In seiner Gesamtheit wirkt dieses Album düster, klingt auf seine Art irgendwie ungesund und ist mit Sicherheit nur etwas für den eingefleischten Pink Floyd Fan – oder für den Hörer, der mal was ganz „Abgefahrenes“ erhören möchte. Wäre Syd Barrett nicht der Gründer von Pink Floyd gewesen, wäre dieses Album mit Sicherheit nie veröffentlicht worden. So stellt es irgendwie ein Dokument über den geistigen Verfall eines Menschen dar. Spannend, aber musikalisch alles andere als überzeugend.

Hier noch die Bonustitel der remasterten Version, die alle den "Untergang" dieses Künstlers belegen und noch unterstreichen:

14. Octopus (Takes 1 & 2) (3:09) 15. It's No Good Trying (Take 5) (6:23) 16. Love You (Take 1) (2:29) 17. Love You (Take 3) (2:11) 18. She Took A Long Cold Look At Me (Take 4) (2:45) 19. Golden Hair (Take 5) (2:28)

Gesamtspieldauer jetzt: 57:13

Anspieltipp(s): Golden Hair, Long Gone, Late Night
Vergleichbar mit: wenigem
Veröffentlicht am: 23.7.2013
Letzte Änderung: 23.7.2013
Wertung: 6/15
Nur etwas für Fans

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Von: Peter Meyer @ (Rezension 3 von 3)


Wo, bitte, ist die Daseinsberechtigung für derartige musikalische Zerfallserscheinungen? Wie schon geschrieben wurde, wäre dieses haarsträubende Elaborat, das „irrlichterne Debut“ (Christian Rode), nie erschienen, wenn nicht, ja, wenn nicht jener „legendäre“ (warum eigentlich?) Syd Barrett, der Mann, der sich schon so früh die Birne wegballerte (und seither auf unerklärliche Weise mystifiziert wird) hier Zeugnis seines geistigen Ruins abgelegt hätte. Ein Komplettuntergang, der sich deutlich in den erbärmlichen Tonfolgen wiederspiegelt. Sonst kennt man so etwas nur nach dem physischen Ableben von Künstlern oder Bands, wenn die gnadenlose Mechanik der Resteverwertung einsetzt und alles bis ins Letzte kommerziell abgelutscht wird (folgerichtigerweise wurden 1988 mit „Opel“ die Reste der Reste nachgeschoben). "Remasterte Version mit Bonustiteln"? Unfassbar! Das ist dekadent. Nein, nicht einmal ernsthafte Pink Floyd Fans dürften sich an diesem abgestorbenen Geschrammel erfreuen. Aber es soll ja auch Leute geben, die aufgespießte Insekten sammeln. Die monotonen, dilettantisch interpretierten Songs dieses damals noch Untoten haben etwas von aufgespießten Insekten.

Also, wo liegen die Motive, sich so etwas anzuhören? Voyeurismus? Gefallen am Morbiden? Faszination des Untergangs? Ich habe „Russian Roulette“ von Triumvirat mit einem Punkt bewertet. Dafür schäme ich mich jetzt. Das ist hiergegen nämlich eine Qualitätsoffensive.

Und nun zurück ins Leben, zurück zu den Bee Gees und Barry Manilow. Die können wenigstens den Ton halten.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Betrunkenen nachts in der Fußgängerzone
Veröffentlicht am: 11.12.2017
Letzte Änderung: 12.12.2017
Wertung: 1/15
0 Punkte geht leider nicht

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Syd Barrett

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1970 Barrett 8.50 2
1988 Opel 5.67 3

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