SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
19.9.2017
Mastermind - Until Eternity
Hällas - Hällas
Pere Ubu - The Pere Ubu Moon Unit
Arabs in Aspic - Victim of Your Father´s Agony
17.9.2017
VagusNerve - Lo Pan
Guerilla Toss - Gay Disco
Igorrr - Hallelujah
Zanov - Moebius 256 301
Zelinka - Zelinka
Arabs in Aspic - Syndenes Magi
16.9.2017
Papir - V
Filter-Kaffee - 100
Guerilla Toss - Gay Disco
Igorrr - Poisson Soluble
15.9.2017
Pure Reason Revolution - Hammer and Anvil
Igorrr - Savage Sinusoid
Mystery - Second Home - Live at the ProgDreams V (DVD)
14.9.2017
Shardik - Shardik
ARCHIV
STATISTIK
23871 Rezensionen zu 16311 Alben von 6334 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Grobschnitt

Grobschnitt

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1972
Besonderheiten/Stil: Krautrock
Label: Brain - Metronome
Durchschnittswertung: 10.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Joachim Ehrig Elektronische Effekte, Schlagzeug
Axel Harlos Schlagzeug
Gerd Kühn Gitarre
Stefan Danielak Gitarre, Gesang
Bernhard Uhlemann Bass, Flöte
Hermann Quetting Orgel, Klavier, Cembalo

Tracklist

Disc 1
1. Symphony

1. Introduction
2. Modulation
3. Variation
4. Finale

13:44
2. Travelling 6:50
3. Wonderful Music 3:40
4. Sun Trip

1. Am Ölberg
2. On the Way
3. Battlefield
4. New Era

17:43
5. Die Sinfonie (live 1971)   (Bonustrack Repertoire-CD-Reissue) 29:40
6. About My Town (live 1971)   (Bonustrack Universal-CD-Reissue) 11:01
7. Another Symphony (live 1977)   (Bonustrack Universal-CD-Reissue) 26:05
Gesamtlaufzeit108:43


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 3)


In den mittleren bis späten Sechzigern gab es im nordrhein-westfälischen Hagen eine Band mit Namen "The Crew", die vor allem durch ihre wüste Bühnenshow zu einer lokalen Berühmtheit wurde. Nach deren Auflösung taten sich einige Crew-Mitglieder 1970 wieder zusammen, um eine neue Formation zu gründen. Die Geschichte der Namensgebung der neuen Band kennt jeder wahre Fan in- und auswendig: ein später als "Toni Moff Mollo" (Rainer Loskand) bekannter Freund der Musiker brachte ein Bild einer Soldatenkapelle aus dem Ersten Weltkrieg mit, die sich "Kapelle Elias Grobschnitt" nannte, und in der sein Großvater einst mitspielte. Da diese Kapelle bei ihren Auftritten ebenfalls allerlei Klamauk vollführte, fühlte man wohl eine gewisse Wesensverwandtschaft und übernahm kurzerhand den Namen, der dann aber auf das handlichere Format "Grobschnitt" verkürzt wurde.

Das 1972 erschienene Debutalbum entstand in Sextettbesetzung mit zwei Schlagzeugern, die der Musik einen manchmal schon Latino-ähnlichen Groove verleihen. "Symphony", ein bei fast allen Konzerten gespielter Titel, geht nach einer klassisch anmutenden Eröffnung, der der inbrünstige a capella Gesang gewisse parodistische Züge verleiht, in einen langen groovigen Teil über, während die zweite Hälfte des Stücks von schwermütiger Orgel und psychedelischer Gitarre dominiert ist. Das folgende "Travelling" beginnt zunächst in monotonem, schleppenden Rhythmus, der abrupt in einen flotten, groovigen Teil mit leichten Anklängen an Santana übergeht.

Von ganz anderer Seite zeigen sich Grobschnitt auf "Wonderful Music": akustische Gitarren und Flöte bestimmen die Musik, die einen leicht klassischen Touch hat, aber gänzlich ohne Bombast. Schließlich folgt noch "Sun Trip", eine 18 minütige Psychedelic Orgie, die in der zweiten Hälfte dann aber doch ein paar Längen aufweist.

Die CD Ausgabe enthält als Bonustitel eine Live Version von "Symphony", aufgenommen im September 1971 im Hagener Volkspark. Das Stück ist hier um einige Improvisationen sowie einen herrlich schrägen Chorteil angereichert.

Anspieltipp(s): Symphony, Travelling
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.5.2002
Letzte Änderung: 29.4.2013
Wertung: 9/15

Zum Seitenanfang

Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 3)


"Die neue Grobschnitt-LP is unhaimlich gud, die müsst'er euch koofen!" Diese mit sächsischem Akzent vorgetragene Empfehlung kann man in dem Gewirr aus verfremdeten Stimmen zu Beginn der "Symphony" gerade so ausmachen. Und natürlich hat der Mann auch Recht.

Mitte der 80er Jahre war "Grobschnitt" von Grobschnitt in fast jeder Sonderpreis-LP-Kiste zu finden, allerdings die Nachpressung in der Sparversion (ohne Klappcover) mit dem roten Aufdruck "1st Brain Recordings". So kam ich jedenfalls erstmals mit der Musik von Grobschnitt in Kontakt. In den letzten Jahren war der Bezug des Albums allerdings um einiges schwieriger. Auf CD wurde "Grobschnitt" nur einmal Ende der 90er von Repertoire veröffentlicht. Diese Version war schnell vergriffen und nur noch sehr teuer im Gebrauchthandel zu bekommen. Nun gibt es endlich ein zweites CD-Reissue, diesmal von Universal und remastert von Eroc, das ich mir als Ersatz meiner ausgenudelten LP zugelegt habe.

Der Musik Express hörte damals "viele einfallslose Stellen" auf der LP und sah das Album nur als "interessanten Ansatz" an. Ich dagegen war doch ziemlich beeindruckt von der Scheibe. Jaulend-expressive Gitarreneinlagen, kraftvoller Gesang, sattes Georgel und allerlei elektronisches Fiepen und Zischen arbeiteten sich da, druckvoll und voluminös produziert aus den Boxen. Den meisten Prog und Krautrock sollte ich erst später kennen lernen, so dass "Grobschnitt" zu meinen Einstiegs-LPs in progressive Welten gehörte. In der Nachbetrachtung ist die Musik vielleicht nicht ganz so originell und eigenständig, wie mir das damals vorkam.

Über weite Strecken wird hier eine Art symphonisch-psychedelischer Bluesrock mit Gitarren- und Orgeldominanz geboten, der Anfang der 70er gar nicht so selten war (man höre z.B. den letzten Teil von "Sun Trip"). Trotzdem gelang es der Band aus Hagen dem Ganzen einen sehr eigenen Charme zu verleihen, auch vermittels Willi Wildschweins (Stefan Danielak) ausdrucksstarken Gesangs. Allerlei jazzige und symphonisch-klassische (in der "Symphony" gar von einem Streichquartett unterstützte) Einlagen sorgen für Abwechslung. Bisweilen werden fast latineske Gefilde ereicht (der Mittelteil von "Travelling" klingt z.B. etwas nach Santana) und diverse elegisch-mächtig-schwebende Abschnitte sorgen für Klangfülle. Die für die Band typischen humorvollen Einlagen fehlen natürlich auch nicht (man z.B. höre die kurze Erzählung zu Beginn von "Sun Trip"), doch erreicht die Musik oft eine gewisse emotionale Ergriffenheit, wird bisweilen fast zärtlich und zerbrechlich (in "Battlefield" z.B.), was zeigt, dass Grobschnitt manchmal doch eine ernste Seite hatten.

Der Bonustrack der Repertoire-Ausgabe, ein halbstündiger Livemitschnitt der "Symphony" aus dem Jahre 1971, fehlt auf der Universal-Neuausgabe. Dieser ist aber vermutlich identisch zu der auf der Doppel-CD "Die Grobschnitt Story 0" zu findenden Liveversion des Stücks. Stattdessen gibt es nun eine weitere 1971 in der THG-Aula in Hagen (sozusagen der Probenraum der Band) aufgenommene Version von "About My Town". Andere dort mitgeschnittene Versionen dieses krautig-jazzrockigen Jams sind auf den Alben "Die Grobschnitt Story 0" und "Die Grobschnitt Story 6" zu finden. Schließlich gibt es doch noch eine Live-Version der Sinfonie, allerdings aus dem Jahre 1977 (aufgenommen bei einem Konzert in Gütersloh), die bei sehr gutem Sound zwischen Geblödel und schwungvollem Musizieren (der Grossteil der Nummer) hin und her schwankt.

"Grobschnitt" ist und bleibt mein Lieblingsalbum der Band um Eroc und Lupo, dem ich daher auch - vermutlich nicht ganz objektiv - eine zweistellige Punktezahl zuwidmen möchte. Wer symphonischen Krautprog hören will, sollte sich das Album gönnen!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 30.5.2015
Letzte Änderung: 22.6.2015
Wertung: 11/15

Zum Seitenanfang

Von: Günter Schote @ (Rezension 3 von 3)


Nach der tollen 79:10-Box und dem superben Solar Movie-Set bedienen Grobschnitt nun den aktuellen Vinylboom und (wieder-)veröffentlichen ihren Backkatalog in der Serie „Black & White“ als Langspielplatten.

Losgelegt wird mit dem Debüt, „Ballermann“ und der deutschen Version von „Jumbo“. Alle Platten kommen als Doppel-LP, wobei i.d.R. einer Scheibe (und zwar der schwarzen) das Originalalbum eingepresst wurde, während die Zweite (in weißem Vinyl) Live/Bonusmaterial wiedergibt.

Laut Gitarristen Lupo liegt die Renaissance der LP am Wiederentdecken des Coverformates, das dem Hörer einen größeren optischen Genuss bietet als die miniformatige CD-Hülle. Da hat er Recht. (Ich habe an anderer Stelle bereits darüber sinniert, weshalb „Vinyl“ dieses Comeback feiert. 1) die „offizielle“ Variante: wegen des Sounds. 2) die „wahre“ Variante: weil’s mich als echten Musikkenner von Lieschen Müller abhebt, die ihre Schlager-CDs für 3,99 an der Tanke kauft. 3) die „Sinn ergebende“ Variante: weil man dank der Langspielplatte neue Musik wieder zu schätzen lernt. Wer sich für 26,99 EUR ein Grobschnittalbum auf Vinyl kauft, der kauft Zeit, der kauft ein Luxusprodukt, das man auch ein zweites und drittes Mal auflegt, wenn es beim ersten Mal noch nicht gefallen hat.)

Das Grobschnittdebüt ist das zu Unrecht übersehene Juwel der Hagener. Das Grobschnittdebüt ist nämlich ziemlich geil, steht dabei aber im Schatten von „Rockpommel’s Land“ und „Solar Music“. Seite 1 öffnet mit dem Klassiker „Symphony“. Kaum, dass sich die Nadel in die Rille senkt, schallt dem Hörer der typische Humor entgegen. Es folgen 13 Minuten toller und origineller Progressive Rock. Das Stück hätte man in der Studioversion jedoch gerne um 5 Minuten kürzen und die Gesangsmelodien etwas melodischer gestalten können. Etwas Santana hört man durch („Travelling“), aber das passt schon. Seite 2 ist dann durchgängig klasse: „Wonderful Music“ ist ein kurzes aber recht abwechslungsreiches Stück mit klassischen Anspielungen. „Sun Trip“ hingegen ist ein Epos, das von Anfang bis Ende durch alle Abschnitte hindurch gefällt. Humor („Am Ölberg“), Groove („On the Way“), epische Breite („Battlefield“) und originelles Finale (“New Era“). Noch leicht krautiger Progressive Rock.

Als Bonus gibt es dann auf der weißen Scheibe „About My Town“ (12:10, live 1971), „The Machine“ (7:24, live 1971) und „Another Symphony“ (24:39, live 1977). Gerade „About My Town“ wusste als Bonussong der 79:10-Box zu gefallen.

In der Summe für alte und neue Grobiane und natürlich für alle Prog-Vinylfans eine echte Empfehlung, die LPs klingen nämlich sehr gut. Kein durchgängiges Knacksen wie bei dem einen oder anderen hippen Prog-Label, deren Pressqualität mit der Preisqualität nicht mithalten kann. Diese Scheiben sind vorbildlich gepresst, sauber, plan und fett im Sound. Gleiches gilt für das Artwork, selbstverständlich im FOC mit 2 vierseitigen Inlays, auf denen es Fotos, Zeitungsartikel und allerlei Interessantes zu finden gibt.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.9.2017
Letzte Änderung: 11.9.2017
Wertung: 11/15
Diese Schallplatte ist sehr gut!

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Grobschnitt

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1974 Ballermann 11.33 4
1975 Jumbo 11.00 1
1977 Rockpommel's Land 10.50 4
1978 Solar Music Live 13.50 2
1979 Merry-Go-Round 9.00 1
1980 Volle Molle 8.00 1
1981 Illegal 8.00 2
1982 Razzia 6.00 3
1984 Kinder und Narren 1.00 1
1985 Sonnentanz 10.00 1
1987 Fantasten 1.50 2
1990 Last Party - Live 5.00 1
1994 Die Grobschnitt Story 11.00 1
1998 Die Grobschnitt Story 2 10.00 1
2002 The History of Solar Music Vol. 1 12.00 3
2002 The History of Solar Music Vol. 2 12.33 3
2002 The History of Solar Music Vol. 3 11.67 3
2003 The History of Solar Music Vol. 4 12.67 3
2003 Illegal Tour 1981 Complete 12.00 2
2004 The History of Solar Music Vol. 5 9.50 2
2004 Die Grobschnitt-Story 5 12.00 2
2006 Die Grobschnitt Story 6 - Rockpommel's Land And Elsewhere 12.00 2
2006 The International Story 12.00 1
2007 Grobschnitt Live (1/2007) 11.00 1
2007 Grobschnitt Live (2/2007) 10.00 1
2008 2008 Live 9.00 1
2008 Grobschnitt Live (1/2008) 12.00 1
2010 Die Grobschnitt Story 0 10.00 1
2010 2010 Live 11.00 1
2013 Symphony Live 2012 10.00 1
2015 79:10 14.00 1
2016 Solar Movie 13.00 1

Zum Seitenanfang

© 1999-2017; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum