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Heldon

Allez Teia

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1975 (CD-Reissue 1992, Cuneiform / Neuauflage 2018 bei Bureau B)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik; sonstiges
Label: Disjuncta / Ursus Records
Durchschnittswertung: 10.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Richard Pinhas Gitarre, Mellotron, Synthesizer
Georges Grunblatt Gitarre, Mellotron, Synthesizer

Gastmusiker

Alain Renaud Gitarre (Track 2)
Alain Bellaiche Gitarre (Track 3)

Tracklist

Disc 1
1. In the Wake of King Fripp 6:36
2. Aphanisis 2:20
3. Omar Diop Blondin 7:20
4. Moebius 1:49
5. Fluence

1. Continuum Mobile
2. Disjonction Inclusive

12:15
6. St. Mikael Samstag am Abends 6:18
7. Michel Ettori 4:17
Gesamtlaufzeit40:55


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 3)


Das zweite Heldon-Album wurde von dem Duo Richard Pinhas und Georges Grunblatt (jeweils Gitarre, Mellotron, Synthies) eingespielt. Das erste Stück "In the Wake of King Fripp" zeigt bereits durch seinen Titel, wem man sich musikalisch verbunden fühlt. Tatsächlich erinnert die Atmosphäre hier an frühe King Crimson Zeiten.

"Aphanisis" ist, für Heldon ziemlich ungewöhnlich, ein Akustik-Gitarren-Duett. Der Titel "Omar Diop Blondin" wird im Beiheft Fripp & Eno gewidmet. Über einem Grundmuster unverzerrter E-Gitarre legt Pinhas mittels Tonbandeffekten erzeugte Gitarrenloops, eine Technik, wie sie Fripp & Eno zu jener Zeit ebenfalls verwendeten.

"Moebius" ist ein kurzes Synthiestückchen, das nach etwa eineinhalb Minuten unvermittelt ausgeblendet wird. Klingt für mich etwas belanglos. Dagegen kommt es mit dem 12-minütigen "Fluence" ziemlich heftig: eine formlose Synthie-Klangfläche ohne erkennbare Melodie oder Rhythmus, vergleichbar etwa mit Klaus Schulzes frühesten Werken (Irrlicht,Cyborg). Faszinierend, sofern man ein Faible für elektronische Musik hat. Ähnlich beginnt auch "St. Mikael Samstag am Abends" (wird auf der CD genau so geschrieben). Nach einiger Zeit kommt jedoch, zunächst kaum merklich, Pinhas' Gitarre dazu, die sich im Laufe der Zeit immer mehr verzerrt und in den Vordergrund schiebt. Klasse! So könnte es klingen, wenn Robert Fripp mit Klaus Schulze jammt... Das (kurze) Album endet mit einem weiteren Akustik-Gitarren-Duett namens "Michel Ettori" (benannt nach einem späteren Heldon-Musiker).

Insgesamt mal wieder ein hervorragendes Heldon-Album. Wer allerdings mit elektronischer Musik nichts am Hut hat, wird dieser CD auf weiten Strecken nicht viel abgewinnen können.

Anspieltipp(s): Omar Diop Blondin; St. Mikael Samstag am Abends
Vergleichbar mit: King Crimson, Klaus Schulze
Veröffentlicht am: 4.5.2002
Letzte Änderung: 23.9.2003
Wertung: 11/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 3)


"Allez Teia" ist wohl das abwechslungsreichste Heldon-Album. Obwohl für jede Nummer nur zwei Musiker tätig waren (meist Pinhas und Grunblatt - nur in "Aphanisis" ist Alain Renaud zusammen mit Georges Grunblatt am Klampfen und in "Omar Diop Blondin" wird Pinhas von Alain Renaud begleitet), hat fast jedes Stück einen anderen Charakter. Erstmals auf einem Album von Pinhas kommt hier ein Mellotron zum Einsatz, mitunter klanglich verfremdet und zersetzt, was für Fülle und Farbe sorgt.

Gitarren werden auf "Allez Teia", neben den mit der E-Gitarre erzeugten Pinhas-typischen verzerrten und dröhnenden Klangflächen, auch recht "normal" eingesetzt. Es erklingt verspieltes, akustisches Geklampfe und dezentes, begleitendes Gezupfe. Drei Gitarrenduos gibt es auf dem Album zu hören: Die Akustiknummern "Aphanisis" und "Michel Ettori" und das frippige E-Gitarren-Doppel "Omar Diop Blondin". "Fluence", "Moebius" (welches am Ende von "Fluence" noch einmal zitiert wird) und "St-Mikael Samstag Am Abends" bilden dagegen ein freiformatiges Tryptichon aus durcheinander wabernden, hallenden, sägenden, schleifenden, dröhnenden, plingenden und zischenden Sounds von E-Gitarre, Mellotron und Synthesizer.

"Allez Teia" wirkt reifer und ausgewogener als das erste Heldon-Album und ist - wie schon erwähnt - für Heldon-Verhältnisse relativ abwechslungsreich ausgefallen. Zudem sind die typischen Pinhas-Ingredienzien hier schon voll ausgeprägt. Wer nur ein Album von Richard Pinhas besitzen möchte, oder nach einer Scheibe sucht, um die Musik von Heldon kennenzulernen, der sollte sich "Allez Teia" zulegen!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 8.4.2007
Letzte Änderung: 8.4.2007
Wertung: 11/15

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Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 3 von 3)


Das zweite Album von Heldon, ursprünglich 1975 veröffentlicht, wurde ebenso wie das erste im März 2018 von dem Label bureau b als LP und CD neu aufgelegt. Im Gegensatz zum ersten Album „Electronique Guerilla“, das praktisch eine Soloplatte von Pinhas unter anderem Namen war, ist das vorliegende „Allez-Teia“ (Alätheia kommt übrigens aus dem Altgriechischen und steht für die philosophische Wahrheit) in Zusammenarbeit mit Georges Grunblatt an Mellotron, Gitarre und Synthesizer entstanden. Es war ursprünglich die zweite Eigenveröffentlichung auf Pinhas' Label Disjuncta.

Als wollte er alle Überlegungen über die Eigenständigkeit seiner Musik im Keim ersticken, ließ Richard Pinhas verlauten, dass er schon sehr früh von der Pausen- bzw. Eröffnungsmusik bei King Crimson-Konzerten in den 70ern fasziniert war. Bei der Gelegenheit erfahren wir auch, dass Pinhas und Fripp seit 1974 im engen Kontakt stehen und dass die Beteiligung von Robert Wyatt an „Allez-Teia“ nur an dessen Reisekosten scheiterte. Das war nämlich noch lange bevor man die Dateien im Internet verschicken konnte.

Das Album beginnt mit einer Huldigung an Robert Fripp und King Crimson, die den eindeutigen Titel „In the Wake of King Fripp“ trägt. Hier treffen die Mellotron-schwangeren Stimmungen auf die lyrischen Gitarrenmotive und schneidenden Gitarrensolos im Geiste von Fripp und Crimson.

Vielleicht um „Allez-Teia“ nicht wie ein reines Tribute-Album erscheinen zu lassen, gibt es mit „Aphanisis“ und „Michel Ettori“ zwei romantische Kompositionen für akustische Gitarren, die man eher von Anthony Phillips erwarten würde. Sosehr manch einer diese Art von Abwechslung bei Heldon auch begrüßen mag, Pinhas hielt diese Idee hinterher für nicht sehr gut, so dass er nie wieder akustische Gitarren einsetzen wollte.

„Omar diop blondin“ klingt dagegen wie ein verschollenes Stück aus den Sessions zu „No Pussyfooting“ von Fripp & Eno. Gut, aber nicht gerade vor Eigenständigkeit strotzend. Auf den kurzen Sequencer-Kraftakt („Moebius“) folgen „Fluence“ und „S-Mikael…“, die die scheinbar meditativen Ambient-Stimmungen mit bedrohlichen Untertönen verbinden.

Das Beste an „Allez-Teia“ sind für mich die Stücke wie "In the Wake...", „Fluence“ und „S-Mikael…“, die man als Duo-Versionen der Musik von King Crimson auslegen kann, wie sie in den 70ern ausgerichtet war.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: King Crimson, Fripp & Eno
Veröffentlicht am: 20.3.2018
Letzte Änderung: 20.3.2018
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Heldon

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1974 Electronique Guerilla 9.67 3
1975 It's Always Rock'n'Roll 10.00 2
1976 Heldon IV "Agneta Nilsson" 10.50 2
1976 Un Rêve Sans Consequence Spéciale 11.00 1
1977 Interface 13.00 1
1979 Stand By 11.50 2
1998 only chaos is real 7.00 1
2006 Well And Live In France - Live In Nancy 1979 9.00 1
2006 Live Electronik Guerilla: Paris 1975-76 11.00 1

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