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Twenty Sixty Six & Then

Reflections On The Future

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1972 (CD-Reissues Second Battle und MIG-Music)
Besonderheiten/Stil: HardRock; Klassischer Prog; Krautrock
Label: United Artists Records
Durchschnittswertung: 10.2/15 (5 Rezensionen)

Besetzung

Geff Harrison Vocals
Gagey Mrozeck Guitars
Steve Robinson (Rainer Geyer) Keyboards, Vibes, Synthesizer, Mellotron, Vocals
Veit Marvos Keyboards, Vibes, Synthesizer, Mellotron, Vocals
Dieter Bauer Bass
Konstantin Bommarius Drums

Tracklist

Disc 1
1. At My Home 5:02
2. Autumn 9:05
3. Butterking 7:21
4. Reflections On The Future 15:47
5. How Would You Feel 3:22
6. At My Home (Studio Live-Version)   (Bonustrack MIG-CD) 7:58
Gesamtlaufzeit48:35
Disc 2
1. The Way I Feel Today   (Studio Live-Version) 11:11
2. Spring   (Duet for Two Hammonds) 13:02
3. I Wanna Stay   (The Munich Sessions) 3:59
4. Time Can't Take Away   (The Munich Sessions) 4:40
5. Winter   (Demo 1970) 7:17
6. I Saw The World   (Demo 1970) 4:30
7. You are under my Skin   (Steve Robinson solo) 4:34
Gesamtlaufzeit49:13


Rezensionen


Von: Achim Breiling @ (Rezension 1 von 5)


Die deutschen Bands der frühen 70er kann man grob in zwei Gruppen teilen. Da sind einmal diejenigen, die es geschafft haben, Sounds zu kreieren, die ihren angloamerikanischen Kollegen ebenbürtig sind (z.B. die Rattles, Kathargo, Birth Control, Gomorrha oder auch Passport). Andererseits gab es viele Gruppen, die eine ganz eigene, neuartige Musik geschaffen haben, die gerade versucht hat, anders zu sein, als die dieser britischen oder amerikanischen Kollegen (z.B. Can, Neu!, Between, Tangerine Dream, Kraftwerk oder Faust).

Interessanterweise sind es gerade letztere Gruppen, derer man sich - im Zusammenhang mit dem Begriff Krautrock - als innovative und bedeutende deutsche Bands erinnert. Dabei geraten die Formationen der erstgenannten Gruppe, insbesondere aus progrockiger Sicht, oftmals etwas in Vergessenheit, auch deshalb, weil ihre Musik sich eben nicht grundlegend von dem unterschied, was damals aus Amerika oder England kommend den Markt überflutet hat. Twenty Sixty Six & Then (oder 2066 & Then) ist eine von diesen Bands, die heutzutage kaum noch jemand kennt. Das einzige Album der Gruppe aus Mannheim wurde 1972 in kleiner Auflage von United Artists Records veröffentlicht und verkaufte sich so schlecht, dass sich die Band bald wieder auflöste. Mitglieder von Twenty Sixty Six & Then waran später allerdings u.a. bei Kathargo und Abacus (Bommarius), King Ping Meh (Harrison und Mrozeck), Tritonus (Harrison), Nine Days Wonder, Aera (Robinson/Geyer) und Emergency (Marvos) tätig.

Die Grundlage der Musik auf "Reflections On The Future" ist ein recht erdiger Hardrock britischer Prägung, dominiert von Orgel und E-Gitarre und versehen mit recht typischem, bluesig-rauhem Gesang. Geff Harrison hat eine dieser Reibeisenstimmen, die sich ab und an auch in höhere Lagen windet, meist aber voluminös und kratzig vibriert und oft noch so klingt, als hätte er beim Singen eine Pflaume in der Backe stecken.

Irgendwo in der Nähe von Uriah Heep, Deep Purple, Procol Harum oder Spooky Tooth ist die Musik von Twenty Sixty Six & Then gelagert, ist dabei aber deutlich progressiver. Die beiden Keyboarder benutzen neben der allgegenwärtigen E-Orgel ab und an auch ein Mellotron oder einen Synthesizer, gelegentlich erklingt eine Flöte, die Linien der verschiedenen Tasteninstrumente und der Gitarre sind oft komplex verschlungen, es wird mitunter jazzrockig und ganz selten krautig-experimentell (hauptsächlich in der Mitte des langen Titeltracks, in dem verschiedenste Tastenklänge minutenlang wüst durcheinanderlärmen). In den langen Nummern wird ausgiebig gejammt, insbesondere die Tasten schwellen heftig, es rockt vorantreibend und hart, immer wieder unterbrochen von ruhigeren Abschnitten, in denen dann oft die Flöte zum Einsatz kommt. Etwas aus diesem Rahmen fällt "Autumn", in dem es zwar auch oft heavy zugeht, das aber mit umfangreichen Mellotroneinsatz (insbesondere im ruhigen Mittelteil) und einigen klassisch inspirierten Arrangements aufhorchen lässt. Neben dem schon erwähnten freiformatigen Abschnitt in "Reflections On The Future" ist noch das oft erklingende Vibraphon erwähnenswert, welches in den ruhigeren Abschnitten für glockige Klangbereicherung sorgt.

"Reflections On The Future" ist eine erstklassig dargebotene und abwechslungsreich gemachte Scheibe, die zwar nicht unbedingt mit ausgesprochen neuartige Klängen aufwarten kann, mir persönlich etwas zu hardrocklastig ist, trotzdem aber jedem Vergleich mit den schon mehrfach angesprochenen englischsprechenden Kollegen standhält. Sonderlich krautig ist diese Musik nicht, höchstens bisweilen teutonisch-wuchtig.

"Reflections On The Future" wurde von Second Battle auf CD wiederveröffentlicht (allerdings mit dem gekürzten Titel "Reflections!"), erweitert um einige Bonustitel. Da ist einmal das jazzige "The Way That I Feel Today", welches auf der Original-LP offenbar stark gekürzt und mit dem Titel "How Would You Feel" zu finden war. Dann gibt es noch das Stück "Spring", ein treibender Hardrockjam, welcher aus den Sessions zum Album stammt, und zwei kürzere Nummern, die für eine Single geplant waren, die aber nie erschienen ist. Teile des Materials wurde übrigens von Second Battle auch unter dem Titel "Reflections On The Past" auf einer Doppel-LP mit weiteren Bonustiteln veröffentlicht.

Wer hardrocklastigen Orgelprotoprog oder einige der weiter oben erwähnten Gruppen schätzt, der sollte den Erwerb von "Reflections On The Future" durchaus in Betracht ziehen!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.4.2006
Letzte Änderung: 17.3.2017
Wertung: 9/15
für die Second-Battle-Version

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Von: Jürgen Gallitz-Duckar @ (Rezension 2 von 5)


Als Ergänzung zu Achims Rezi: Bei der Veröffentlichung der Platte als CD gab es einige Probleme. Second Battle konnte die Masterbänder nicht mehr auftreiben. Anstelle derer fanden sie ältere Bänder mit Aufnahmen des Repertoires in Studioqualität. Die CD-Veröffentlichung ist damit praktisch eine Kopplung aus "Reflections on the future" und dem von Second Battle bereits auf LP herausgegebenen "Reflections on the past", einer Verwertung des damals in den 70ern nicht benutzten Materials. Darum wurde der Titel der CD auch auf "Reflections!" verkürzt.

Diese CD enthält also die Urversionen der Stücke und einige andere Mixe der LP-Versionen. Dadurch erklären sich auch die im Vergleich zur ursprünglichen LP längeren Versionen. Welcher Titel aber nun genau woher stammt - darüber schweigt sich das Booklet leider aus.

Näher auf die Musik brauche ich nicht einzugehen, dazu hat Achim alles gesagt. Da ich die Hardrock-Lastigkeit hier sehr mag und ebenso die Jams genieße, gehe ich in der Wertung einen Punkt höher.

Anspieltipp(s): Butterking, Reflections on the future
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.4.2006
Letzte Änderung: 5.4.2006
Wertung: 10/15

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Von: Horst Straske @ (Rezension 3 von 5)


Der blueslastige Hardrock aus Großbritannien hatte im Sound der Mannheimer 2066 & Then seine markanten Spuren hinterlassen. Erdige Orgelriffs haben hier die Oberhand und werden von knochentrockener Saitenbearbeitung unterstützt. Der Direktvergleich ist in erster Linie mit den Landsleuten Birth Control zu ziehen, die sich zur gleichen Zeit aber doch noch eine Ecke direkter präsentierten.

Trotz ihrer britisch orientierten Ausrichtung klingen die Aufnahmen der Mannen vom Neckar doch ohne Zweifel krautig-verschnörkelt, was insbesondere in Form eines trotz aller rockigen Direktheit allgegenwärtigen Experimentiergeistes zum Ausdruck kommt. Zu den entfesselnd röhrenden Hammondklängen und satten Gitarrenriffs gesellt sich immer wieder anmutig tänzelndes Flötenspiel, das stilistisch zwischen Jethro Tull und Focus angesiedelt ist.

So wird die grundsolide Rockästhetik geschickt in hymnisch-progressive Dimensionen überführt. Die kraftvolle Hardrockröhre von Geff Harrison kann sich auch in den symphonischen Einschüben voll entfalten und kann im Titel "Autumn" auch mal schön passend zu den epischen Abstechern vor sich hinschmachten.

Mit der Nummer "Butterking" kommt die progressive Erweiterung eines fest im Rockfundament verankerten Grundsounds am markantesten zur Geltung. Nach der unerwartet zuckersüßen Einleitung mit Vogelgezwitscher zieht urplötzlich ein bluesig eingefärbtes Hardrockgewitter auf, das von sorgsam in Szene gesetztem Klavier- und Orgelspiel geschickt in verklärt-hymnische Gefilde überführt wird.

Immer wiederkehrende Wechsel von dynamischer Direktheit und bombastisch orientierter Verschlossenheit werden nahtlos und völlig unbekümmert vorgetragen. In typisch krautrockiger Manier werden hier starre Genregrenzen umgangen. Die Band war unüberhörbar von den umwälzenden musikalischen Strömungen der späten 60er beeinflusst und hat ihr in aller Spontaneität trotz vertrauter angelsächsischer Ingredienzien eine erstaunlich teutonische Variante der progressiven Rockmusik geschaffen. Hier liegt ein in Vergessenheit geratenes Album vor, das auch ohne forschen Experimentiergeist vom Erfindungsreichtum und internationalen Anspruch der deutschen Rockszene zeugen kann.

Anspieltipp(s): Autumn
Vergleichbar mit: vielleicht Birth Control meets Jethro Tull
Veröffentlicht am: 16.6.2006
Letzte Änderung: 16.6.2006
Wertung: 11/15

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Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 4 von 5)


„Reflections on the Future“ von Twenty Sixty Six & Then wurde im Februar 2017 von dem Label MIG-Music als eine Doppel-CD neu aufgelegt. Die Plattenfirma möchte sich eindeutig von den früheren „unsäglichen“ Re-Releases des Albums distanzieren. Für die Neuauflage hat man sich nach eigenen Angaben viel Mühe beim Mastering gegeben. (Die Veröffentlichung ist übrigens dem 2014 verstorbenen Schlagzeuger Konstantin Heinrich Bommarius gewidmet). Mit acht neuen Bonustracks und einem kraftvollen, transparenten Klang ist das wohl die bisher beste und umfangreichste Neuauflage des Materials.

Ich möchte mich jetzt mit der aus der Sicht eines Prog-Nerds brennenden Tracklist-Problematik beschäftigen.

Die Original-LP von 1972 (die man inzwischen für „Liebhaberpreise“ ab ca. 500€ erwerben kann) hatte folgende Auflistung zu bieten:

At My Home (5:02)
Autumn (9:05)
Butterking (7.20)
Reflections of the Future (15:47)
How would you feel (3:22)

Diese Tracklist deckt sich mit den ersten 5 Stücken der Neuauflage von MIG-Music. Die erste CD dieser Neuauflage bietet außerdem noch eine verstärkt prog-rockige Studio Live-Version von „At My Home“ (7:58) mit Wolfgang Schönbrot an der Flöte.

(Oben auf dieser Seite habe ich die Tracklist der zweiten CD eingetragen).

Die zweite CD wird von „The Way I feel today“ (11:11) eröffnet, das wohl die vollständige Version von „How would you feel“ darstellt. Der Instrumentalteil des Stückes bietet feurige Dialoge zwischen Flöte, Gitarre und Orgel. Für eine „Studio Live-Version“ kann man hier ein ziemlich großes Publikum applaudieren hören.

Mit „Spring“ (13:02) folgt erstklassiger instrumentaler „Klassik-Prog“ (im Sinne der Inspiration durch klassische Musik) für zwei Hammond Orgel, in dem die beiden Keyboarder Steve Robinson und Veit Marvos (mit Unterstützung einer kompetenten Rhythmussektion) wirklich Beachtliches leisten.

„I Wanna Stay“ (The Munich Sessions) (3:59) entstand unter Beteiligung von Curt Cress (Drums) und Davy Crockett (Bass).

„Time Can’t Take it away“ (The Munich Sessions) (4.30) bekommt nicht zuletzt durch die begleitenden Gesänge von einer gewissen Donna Summer einen starken Soul-Gospel-Touch.

Für Demo-Aufnahmen von 1970 klingen „Winter“ (7:17) und „I Saw the World“ (4:30) immer noch ganz ordentlich. Die Band konnte sich zudem auf ihrer LP noch steigern, was die Kompositionen anbelangt.

Das abschließende „You are under my skin“ ist eigentlich eine soul-jazzige Soloaufnahme von Steve Robinson, von ihm mit quiekiger Stimmer gesungen. Das Stück war angeblich für die Band gedacht. Wollte Robinson, dass die Band souliger wird, wie es zum Beispiel bei Atomic Rooster der Fall war?

Fürs CD-Heft wurde der in einem Vorort von Manchester geborene Bandleader und Sänger Jeff Harrison 2016 zur Geschichte der Band befragt. Bei der Namensgebung hat sich Harrison bekanntlich nach der 1066 stattgefundenen Schlacht von Hastings gerichtet, weil er den Deutschen die Geschichte seines Landes vermitteln wollte.

Der Pressetext von 1972 behauptete zwar, dass das Publikum wegen Twenty Sixty Six & Then „vor Begeisterung tobte“, die schlechten Verkaufszahlen der LP werden aber als der Grund dafür angegeben, dass die die erste LP die einzige blieb. Was angesichts der Musik kaum nachvollziehbar erscheint. Wenn man allerdings bedenkt, dass der Bandname und das Artwork die Kaufentscheidung oft maßgeblich beeinflussen, so waren diese beiden Faktoren bei der Debüt-LP der Mannheimer Band denkbar ungünstig ausgefallen.

Wer sich also – wie ich – von einer frischen Mischung aus Hardrock, Prog und Jazzrock und der markanten Stimme von Jeff Harrison begeistern lassen möchte, der sollte Twenty Sixty Six & Then mal kennenlernen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 22.2.2017
Letzte Änderung: 22.2.2017
Wertung: 11/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 5 von 5)


Erstaunlich lange hat es gedauert, bis "Reflections On The Future" in seiner originalen Form auf CD (legal) wieder veröffentlicht wurde. Die Anfang 2017 bei MIG-Music erschienene 2xCD-Version des Albums kann nun erstmals dieses für sich in Anspruch nehmen. Allerdings sind seit 1972 (dem ursprünglichen Erscheinungsjahr der LP) und vor 2017 eine ganze Reihe von Alben erschienen, die Material von "Reflections On The Future", bzw. von der originalen Besetzung der Band Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts eingespielte Musik enthalten haben.

Von diesen können aber nur die von Second Battle (beginnend 1989 mit einem LP-Reissue) veröffentlichten Scheiben von sich behaupten unter Beachtung der Urheberrechte erschienen zu sein. Allerdings wurde wohl für keines dieser Alben die originales Masterbänder verwendet. Den Liner Notes des weiter oben von mir rezensierten CD-Reissues aus dem Jahre 1994 (mit dem gekürzten Titel war "Reflections!") war zu entnehmen, dass die Mastertapes nicht mehr auffindbar wären und man deshalb auf vorhandene Versionen des Materials zurückgegriffen hätte, welche vor den eigentlichem Sessions zur LP entstanden waren. Schon vorher hatte man bei Second Battle eine Doppel-LP veröffentlicht (unter dem Titel "Reflections On The Past"), die ebenfalls frühes, meist 1971 entstandenes Material der Band enthielt.

Nun gibt es also eine Doppel-CD, die offenbar die meiste von Twenty Sixty Six And Then damals eingespielte Musik enthält. Die ersten 5 Nummern von CD1 bilden das originale Album, vermutlich nun wirklich vom Master. Ein Vergleich mit der Second-Battle-CD zeigt, dass dir dortige erste Nummer identisch mit der hier zu findenden Studio-Live-Version von "At My Home" ist. Das kurze "How Would You Feel" fehlt dort ganz. Bei "Autumn", "Butterking" und dem Titeltrack sind eigentlich keine großen Unterschiede feststellbar (bis auf den deutlich besseren Klang der MIG-Version), so dass man vermuten muss, dass hier auf der Second-Battle-CD nicht irgendwelche früheren Versionen dieser Nummern handelt, sondern eher um Kopien des Masters, oder einfach von einer LP überspieltes Material.

Die auf CD2 zu findenden, von Siggy schon ausführlich beschriebenen Stücke sind dann die schon auf "Reflections On The Past" veröffentlichten Aufnahmen, ergänzt um die sehr viel später entstandene (wann wird nirgends verraten), ziemlich gruslige Robinson-Solonummer "You Are Under My Skin". Es fehlt allerdings noch eine fast 10-minuetige Liveversion von "At My Home”, die auf der Doppel-LP zu finden war. Die gelegentlichen Jubelstürme in "The Way I Feel Today" wirken allerdings seltsam aufgesetzt, so dass ich vermute, das hier irgendwelche Publikumsgeräusche von einer anderen Quelle dem Stück beigemengt wurden.

Zur Musik haben die Kollegen und ich das nötige weiter oben schon gesagt. Durch die deutlich bessere Klangqualität der MIG-CD kommen allerdings die progressiven Untertöne der Studioversionen deutlich besser zum tragen, all das Tastenwerk, Mellotronklänge und verschiedene Tonbandeinspielungen und Elektroniksounds, was die Musik deutlich progressiver wirken lässt. Trotzdem überwiegt hier das hardrockige Element, auch wenn es oft jazzig-rockig, oder seltener freiformatig-krautig zugeht (eigentlich nur in der zweiten Hälfte des Titelstücks). Einen Kritikpunkt gibt es allerdings. Beim Indexieren von Track 3 ist offenbar etwas schief gegangen. Am Ende von "Autumn" wird direkt in das Vogelzwitschern übergeblendet, mit dem "Butterking" beginnt. Nach wenigen Sekunden kommt dann allerdings eine kurze Pause (die normalerweise zwei Stücke voneinander trennt), eher dann das Gezwitscher wieder einsetzt und Track 3 beginnt. Ärgerlich!

Kurzum, "Reflections On The Future" ist - vor allem in der MIG-Version - ein schönes Album mit angloamerikanisch geprägtem Krautprog oder Protoprog, welches sich Liebhaber solcher Klänge und Krautrockkomplettisten auf jeden Fall zulegen sollten. Es existieren übrigens auch noch so um die sechs Bootleg-Versionen dieses Albums, die entweder von der Second-Battle-CD kopiert, oder lieblos von einer knisternden LP gezogen wurden. Finger weg!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.3.2017
Letzte Änderung: 29.3.2017
Wertung: 10/15
für die MIG-Version

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